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17.02.2020 | In eigener Sache | Onlineartikel

In eigener Sache

Kriterien für den Erfolg von automatisierten Fahrfunktionen

Autor:
Markus Schöttle
2:30 Min. Lesedauer

Die Entwicklungen für automatisierte Fahrfunktionen verschlingen viele Milliarden Euro. Auf dem 6. Internationalen ATZ-Kongress Automatisiertes Fahren diskutieren Experten über Erfolgskriterien. 

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in Partnerschaften und der schnellst möglichen Erarbeitung von Standards. Dies könnte eine der Thesen sein, die der 6. Internationale ATZ-Kongress Automatisiertes Fahren 2020 – Von der Fahrerassistenz zum autonomen Fahren am 31. März und 1. April 2020 in Wiesbaden herausarbeitet. Prominentes Beispiel: eine Partnerschaft der gemeinsam in der Eröffnungsrede referierenden Wettbewerber BMW und Mercedes-Benz. Ohne überzeugende Marktvorbereitungen – mehr Kundennähe und -akzeptanz sowie überzeugende Geschäftsmodelle – werden die Bemühungen der Ingenieure nicht fruchten. 

Partnerschaften und Standards

Die Entwicklungen für automatisierte Fahrfunktionen und autonomes Fahren verschlingen viele Milliarden Euro – mit sehr späten Gewinnerwartungen. Einige Firmen bewerten die Szenarien aufgrund schwieriger Geschäftsmodelle derzeit recht kritisch. Auch deswegen ist Effizienz in der Entwicklung gefragter denn je. Das dürfte einer der Gründe für eine Partnerschaft von BMW und Mercedes-Benz sein. Beide Firmen präsentieren gemeinsam die Motivation dafür in der Eröffnungsrede des 6. Internationalen ATZ-Kongresses Automatisiertes Fahren 2020. Prominente Redner sind Dr. Martin Hart, Director Assistance Systems & Active Safety bei Mercedes-Benz, und Robert Martinez von Bülow, Project Manager Development Cooperation, Modular System 2024 bei BMW. Der Titel ihres Vortrags lautet: "Nutzen und technische Herausforderungen von gemeinsam entwickelten Stacks für automatisiertes Fahren". Partnerschaften zählen zu den Schlüsselfaktoren, ebenso wie die möglichst schnelle Erarbeitung und Einigung auf Standards. Zu den Standards zählen auch verlässliche und unternehmensübergreifend anwendbare Software-Plattformen. Diesen widmet sich ein weiterer Keynote-Vortrag von Robert Lokner, Sr. Industry Solutions Manager EMEA bei Microsoft.

Mehr Akzeptanz und überzeugende Geschäftsmodelle

Neben technischen Fachvorträgen analysieren drei weitere Keynote-Redner etwas generalistischer die Möglichkeiten des automatisierten Fahrens aus verschiedenen Blickwinkeln. Ralph Lauxmann wird den Fokus weiten, von Fahrzeug-zentrierten Betrachtungen hin zu Mobilitätskonzepten. "Wir wollen sicherstellen, dass die neuen Mobilitätskonzepte bestehende sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen – um tatsächlich eine Verkehrswende herbeizuführen", verrät der Senior Vice President Systems & Technology bei Continental Teves. "Das Jahr 2020 ist bei Continental davon geprägt, weltweit automatisierte Fahrerlebnisse zu schaffen, um daraus zu lernen. Wir wollen verantwortungsvoll in ausgewählten Umfeldern unsere Fahrzeuge auf die Straße bringen und wertvolle Erfahrungen sammeln." Dadurch solle ein kontinuierlicher Kreislauf entstehen aus Fahren, Erfahrungen sammeln und Optimieren.

Vor allem der Aspekt der Akzeptanz muss laut Lauxmann weiter berücksichtigt werden: "Die Menschen müssen Vertrauen aufbauen zu den automatisiert und autonom fahrenden Fahrzeugen. Das ist vor allem ein emotionales Thema." Die Lösung dafür liege aber wiederum in der Technologie und die Absicherung bei der Homologation – zwei ganz rationalen Aspekten.

Emotional formuliert Dr. Erik Coelingh, Technology Advisor bei Zenuity AB, den Titel seiner Keynote in Wiesbaden: "Selbstfahrende Fahrzeuge werden Transportsysteme revolutionieren." Hier dürften vor allem die Zulieferer und Entwicklungsdienstleister verdienen. Mit dem Titel "Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für das automatisierte Fahren“" wird Dr. Peter Schöggl, Leiter Business Field Racing und Vehicle bei AVL, unter anderem kritische Aspekte in Richtung überzeugender Geschäftsmodelle ansprechen. 

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2020 | Buch

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