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09.05.2018 | Künstliche Intelligenz | Im Fokus | Onlineartikel

KI-Projekte sind oft eine Prestigefrage

Autor:
Volker Darius

Technik vor ROI: Unternehmen starten nicht selten mit KI-Projekten, die besonders schwer realisierbar sind und vernachlässigen dafür den Nutzen einfacherer, weniger prestigeträchtiger Projekte.

Künstliche Intelligenz (KI) nimmt im Rahmen der Digitalisierung eine Schlüsselrolle ein. Doch wo bleibt der wirtschaftliche Nutzen? Statt sich mit einfachen, leicht erreichbaren Zielen zu beschäftigen, die einen schnellen Return on Invest (ROI) versprechen, konzentrieren sich Unternehmen oft auf große, prestigeträchtigere Herausforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Turning AI into concrete value" von Capgemini Consulting. Demnach priorisieren Unternehmen oft technisch anspruchsvolle KI-Projekte, vernachlässigen dabei aber naheliegende Nutzenaspekte.

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58 Prozent der befragten Organisationen widmen sich beispielsweise sehr komplexen Projekten mit hohem Nutzen. Dazu gehören Kundenservice oder Produktentwicklung. Allerdings würden Projekte mit hohem Nutzen und geringer Komplexität schneller höhere Renditen versprechen. Dazu zählen unter anderem Fehlererkennung, Chatbots, virtuelle Assistenten sowie die Gesichtserkennung. Für die so genannten Must-Do-Anwendungen erwärmen sich laut der Erhebung unter rund 1.000 Experten aus Australien, Europa, Indien und den USA in der Planung von KI-Initiativen jedoch nur 46 Prozent. Auch der automatisierte Handel gehört zu diesen leicht zu erreichenden Früchten. Programme zur Bearbeitung von Post-Trade-Allokationsanfragen von Kunden beispielsweise sparen Investmentbankern Zeit für mehr wertschöpfende Aktivitäten.

Verantwortlichkeiten, Team, Vertrauen: Volles Potenzial der KI sichern

Die Reise einer erfolgversprechenden KI-Strategie beginnt mit der Identifizierung einer übergeordneten Instanz – idealerweise gehört diese dem C-Level an und berichtet an den Chief Executive Officer. Der Verantwortliche kann KI-Projekte dediziert vorantreiben. Jedoch haben laut Report nur rund ein Drittel der Organisationen, die KI implementieren, einen eigenen KI-Leiter in ihrem Unternehmen. Auch die Aufstellung eines Teams aus KI-Spezialisten, das sich auf die Konzeption, Programmierung und Implementierung von Projekten konzentriert, ist unerlässlich. So stehen etwa 17 Prozent Zunahme der Kundenkontakte im Inbound-Bereich dank eines dedizierten Teams nur zehn Prozent durch fehlende klare Governance für KI-Initiativen gegenüber. Auch ist die Verfügbarkeit von Daten, um Systeme trainieren und testen zu können, relevant für den Erfolg von KI-Projekten.

Trotzdem kann und darf der persönliche Aspekt nicht zu kurz kommen: Die Unterstützung und das Vertrauen der Mitarbeiter spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von KI-Projekten. Vor allem die Besorgnis der Angestellten über die Auswirkungen der KI auf die Arbeitsplätze steht hier im Vordergrund (61 Prozent). Weitere potenzielle Hürden sind Cybersecurity und Datenschutz, die 63 Prozent der Interviewten als kritischen Aspekt sehen. 64 Prozent betrachten den Mangel an erforderlichen Skills und Talenten innerhalb der Organisation als Problem, und 57 Prozent sträuben sich generell gegen einen Wandel in Richtung KI.

Kommunikation und Vertrauen zählen 

Offene Kommunikation und Vertrauensbildung ist eine Lösung, um diese Probleme zu vermeiden. Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter in jedem Schritt der Reise einbeziehen und Bedenken ernst nehmen. So können sie zeigen, wie KI die Arbeit von Mitarbeitern langfristig verbessert. Hauptziel muss sein, das Vertrauen der Mitarbeiter in die neue Technologie zu erhöhen. Denn: Akzeptanz und Verständnis sind die Grundlage für den erfolgreichen Einsatz von KI.

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