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15.09.2017 | Kulturbau | Im Fokus | Onlineartikel

Das Futurium in Berlin ist fertig

Autor:
Christoph Berger

Die Schlüssel waren bereits übergeben worden, am 16. September 2017 fand dann noch die offizielle Eröffnung des Neubaus an der Spree mit dem verheißungsvollen Namen Futurium statt.

Der Bau des Futuriums im Berliner Regierungsviertel ist abgeschlossen. Am 13. September 2017 fand im Beisein von Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka die feierliche Schlüsselübergabe für das Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Bauherrin des Projekts, statt. Mit "Ein Tag Zukunft" feierte das Futurium am 16. September 2017 dann die bauliche Fertigstellung des Hauses, das zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, Spreebogen und Humboldthafen, Hauptbahnhof und dem Gelände der Charité eingebettet ist. Prinzipiell werden in dem Haus drei Ausstellungsschwerpunkte verfolgt: das künftige Verhältnis des Menschen zur Technik, zur Natur und zu sich selbst.

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Geschäftsmodellentwicklung im Bereich Öffentlich-Privater Partnerschaften

Regulierungen bilden zumeist den Rahmen für Geschäftsmodelle, stellen Grenzen dar und sind zu beachten. Gelegentlich sind Regulierungen aber auch Katalysator für gänzlich neue Geschäftsmodelle oder eine maßgebliche Weiterentwicklung derselben.


Um diese Schwerpunkte darzustellen, beherbergt das Gebäude eine Ausstellung mit lebendigen Szenarien, ein Mitmachlabor zum Ausprobieren und ein Veranstaltungsforum als Ort des Dialogs. Gedacht als ein Ort des Austausches, stehen auf drei Etagen über 3.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Gefaltete Metall-Reflektoren und keramisch bedrucktes Gussglas

Im Obergeschoss soll es eine Ausstellung geben, in der Visionen der Zukunft präsentiert werden. in dem im Erdgeschoss angesiedelten Veranstaltungsforum sollen die Themen mit einem interdisziplinären Programm und künstlerischen Interventionen vertieft werden. Mit mobilen Trennwänden und intelligent agierender Haustechnik können dort die benötigten Veranstaltungsflächen von 50 bis zu 670 Quadratmeter flexibel gestaltet werden. Das Forum ist zudem mit Tageslicht, hellen, akustisch aktiven Oberflächen und einer Vielzahl von ausfahrbaren Projektionsmedien ausgestattet – und es ist vollständig barrierefrei. Schließlich wird im Untergeschoss noch ein sogenanntes Futurium Lab entstehen, in dem Objekte präsentiert werden sollen, die voraussichtlich unsere Zukunft prägen werden: beispielsweise 3D-Drucker und Lasercutter. Der Bereich wurde mit dunkel eingefärbtem Sichtbeton, einem schwarzen Gussasphaltboden und einem Deckenraster aus 126 Leuchtschirmen konzipiert.

Von außen ist zum einen die Form, zum anderen die aus über 8.000 Kassettenelementen bestehende Fassade auffallend. Die jeweils ein Meter großen Elemente bestehen aus unterschiedlich gefalteten Metall-Reflektoren und keramisch bedrucktem Gussglas. Diese erzeugen, je nach Lichteinfall, ein sich immer wieder veränderndes Bild. Zwei große Glasflächen, eine in Richtung Süden, die andere nach Norden ausgerichtet, bieten großzügige Ausblicke.

Ein neuartiger Hybrid-Energiespeicher

Aufgrund der Dachgeometrie wird das komplette Regenwasser aufgefangen, an seinem tiefsten Punkt abgeleitet, in einer Zisterne gesammelt und für die Gebäudekühlung eingesetzt. Das Dach ist außerdem fast vollständig mit solaren Energiekollektoren für Photovoltaik, sie produzieren den Strom, und Solarthermie für die Wärme belegt. Um die Energiegewinne nutzbar zu machen, wurde ein neuartiger Hybrid-Energiespeicher eingesetzt, der durch eine patentierte Makroverkapselung das latente Phasenwechselmaterial Paraffin mit dem Speichermedium Wasser vereint. So werde die achtfache Kapazität von herkömmlichen Wasserspeichern erreicht, heißt es. Auf dem Dach gibt es zudem noch einen öffentlich zugänglichen Skywalk, der einmal komplett um das gesamte Dach läuft.

Was die Außengestaltung betrifft, so gliedern zwei große Vorplätze den Freiraum rund um das Futurium. An den Vorplätzen befinden sich auch die Haupteingänge des Futuriums, die von bis zu 18 Meter auskragenden Vordächern überspannt werden. Ein Punktmuster überzieht die komplette Platzfläche, innerhalb der es Sitzmöglichkeiten, Durchwegungen, bepflanzte Rundbänke sowie Ruhezonen gibt.

Der Entwurf des Futuriums stammt von dem Berliner Architektenduo Christoph Richter und Jan Musikowski in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Juca. Der Bau erfolgte in Öffentlich Privater Partnerschaft, einem Geschäftsmodell, das im Kapitel "Geschäftsmodellentwicklung im Bereich Öffentlich-Privater Partnerschaften" des Springer-Fachbuchs "Digitale Transformation von Geschäftsmodellen" vorgestellt wird: Die BAM Deutschland AG ist privater Partner der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die als Grundstückseigentümerin und Bauherrin das Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung realisierte.

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