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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Für wen und wozu dieses Buch?

Zusammenfassung
„Weiß einer, was das überhaupt ist?“ fragte vor einiger Zeit provozierend der Journalist Mark Siemons im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hinsichtlich des von ihm so genannten „Partythemas Kulturpolitik’“. Anlässlich des seinerzeit aktuellen Amtsantritts eines rot-roten Senats in Berlin und dessen Sparzwängen, die auch vor Kunst und Kultur nicht Halt machen konnten, fordert er ganz grundsätzlich, „eine öffentliche Debatte darüber zu beginnen, was Kulturpolitik’ überhaupt ist und nach welchen Kriterien sie agieren könnte.“ Er beklagt: „Der Nachteil ist, dass niemand weiß, wovon eigentlich die Rede ist. Denn alle sind sich heute darüber einig, dass sich die Politik kein ästhetisches Urteil anmaßen darf und erst recht kein politisches darüber, welche Kunst als förderungswürdig gelten sollte und welche nicht. Die Künste als halbwegs autonome Sphäre der Nichtentfremdung sollen nicht funktiona-lisiert, für außerhalb ihrer Eigengesetzlichkeit liegende Zwecke gebraucht werden. Die Politik, so sagt man gerne, soll nicht selbst Kultur machen, sondern Kultur ermöglichen und dafür das nötige Geld bereitstellen. Die Kultur darf nicht zum Mittel werden. Sie ist doch das Ziel. Es liegt auf der Hand, dass solche gut gemeinten Formulierungen nichts anders als ein Sophismus sind, eine unredliche Verschleierung der Tatsache, dass , Kultur’ keinen homologen Begriff darstellt.“
Armin Klein

1. Was verstehen wir unter „Politik“, unter „Kultur“, unter „Kulturpolitik“?

Zusammenfassung
Bevor die Themenbereiche „Kultur“, „Politik“ und ihre Verbindung — die „Kulturpolitik“ — grundsätzlich behandelt werden, soll das Themenfeld zunächst anhand einiger praktischer Beispiele skizziert werden, die indes schon einige Hinweise auf das in Rede Stehende geben können und sollen.
Armin Klein

2. Rahmenbedingungen der Kulturpolitik

Zusammenfassung
Der langjährige Frankfurter Kulturdezernent und Präsident des Goethe-Instituts, Hilmar Hoffmann, der wie kaum ein anderer die Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland in den siebziger und achtziger Jahren durch seine theoretischen Ausführungen und durch sein praktisches Handeln geprägt hat, schrieb in seinem kulturpolitischen Beststeller Kultur für alle Ende der siebziger Jahre unter der Überschrift Was tut der Kulturpolitiker? u. a.:
  • „Die verschiedenen theoretischen Ansätze zur objektivierenden Bestimmung der Funktion von Künsten und Kultur haben für den Kulturpolitiker alle ihre Legitimation: Sowohl die spezifische Erkenntnisfunktion als auch der Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und zur Enkulturation’ (der Integration in die Gesellschaft), als auch der Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und zur Vermittlung von lebenspraktischen Grundqualifikationen und Kreativität; die Entwicklung der Emotionalität und die kathartische Wirkung genauso wie der Beitrag zur Diskussion gesellschaftlicher Probleme — als auch, ganz gewiss nicht zuletzt, die Bedeutung als Gegenstand des Genusses, wie sie sowohl aus den genannten Funktionen resultiert als auch um ihrer selbst willen besteht. “
Armin Klein

3. Ebenen, Akteure und Organisationsstrukturen der Kulturpolitik

Zusammenfassung
Kulturpolitik findet auf den unterschiedlichsten Ebenen und im Zusammenspiel der verschiedensten Akteure statt. Folgende Übersicht kann den Zusammenhang holzschnittartig skizzieren:
Ebene
Staatliches Handeln
Dritter Sektor
Wirtschaft
 
Setzt Rahmenbedingungen, ist Träger oder fördert
Wirkt auf staatliches Handeln ein, organisiert Macht
Handelt unter Rahmenbedingungen, verändert diese
Weltebene
(UNESCO)
ASSITEJ ICOM
Random House
Europäische Ebene
Europarat/Europäische Union (Generaldirektion X)
ENCATC
CTL/RTL
Nationale Ebene
Außenminister / Beauftragte(r) der Bundesregierung für Angel, d. Kultur
Deutscher Kulturrat Kulturpolitische Gesellschaft
UFA-Filmtheater
Länder-
Ministerium für Wissen-
Landesverband Soziokultu-
 
Ebene
schaft und Kunst
reller Zentren
 
Kommunale Ebene
Gemeinde-/Stadtrat Kulturdezernent
lokaler Vereinsring
örtliches Kino Galerie
Auf der Weltebene gibt es kein gesamtstaatliches Handeln im Sinne einer Weltregierung, die für alle Staaten verbindliche Gesetze erlassen und mit einer entsprechenden Exekutive auch durchsetzen könnte. Gleichwohl gibt es auch im Kultursektor supranationale Zusammenschlüsse, wie beispielsweise die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization), eine der UNO angehörende Sonderorganisation, die die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder in Erziehung, Wissenschaft und Kultur fördern soll. Im Bereich der sog. Non-Governmental-Organizations (NGO’s) bzw. dem sog. Dritten Sektor171 (also zwischen Staat und Wirtschaft) gibt es weltweite Zusammenschlüsse von Kulturorganisationen, wie z. B. die ASSITEJ (Association internationale du Théatre pour l’Enfance et la Jeunesse), die die Entwicklung und Verbreitung des Kinder- und Jugendtheaters fördert oder die ICOM im Bereich der Museen. Und es gibt weltweit operierende kommerzielle Kulturbetriebe, wie etwa Random-House und Bertelsmann.
Armin Klein

4. Kulturtheoretischer Diskurs und kulturpolitische Ziele

Zusammenfassung
Weil — wie im dritten Kapitel ausführlich dargestellt — die juristischen Rahmenbedingungen einen weiten inhaltlichen Gestaltungsspielraum lassen (die Rechtslage spricht nur vom ob, nicht aber vom wie praktischer Kulturpolitik), kommt in diesem Politikbereich der inhaltlichen Diskussion so große Bedeutung zu. Das bedeutet: über das wie, d. h. die angestrebten Ziele der Kulturpolitik — also die policy (vgl. hierzu das erste Kapitel), muss immer wieder neu diskutiert werden. Die relative Offenheit dieses (kultur-)politischen Diskurses hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass in diesen Prozess eine Vielzahl von Gruppierungen und Akteuren eingebunden sind. Es sind also — wie oben dargestellt — keineswegs nur die direkten staatlichen oder kommunalen Gremien (Parlamente, Gemeinderäte, Ausschüsse usw.), die zur kulturpolitischen Zielfindung beitragen. Ebenso formulieren die Künstler und Kulturschaffenden selbst, ihre entsprechenden Verbände ihre Zielvorstellungen, ebenso aber auch Theoretiker aus den Kulturwissenschaften normative Konzepte.
Armin Klein

5. Instrumente der Kulturpolitik

Zusammenfassung
Welche Möglichkeiten bzw. welche Instrumente stehen nun Staat bzw. Gemeinden zur Verfügung, um die im vorherigen Kapitel erläuterten kulturpolitischen Ziele und Konzepte in die Realität umzusetzen, um so die Entwicklung von Kunst und Kultur zu fördern? Ganz grundsätzlich ist dazu zunächst festzustellen, dass der Staat zwar keine Kunst bzw. Kultur schafft, aber ihre Ermöglichung sowohl durch direktes als auch durch indirektes Handeln beeinflussen kann, nach dem Wort von Markus Lüppertz: „Der Staat schafft den Rahmen, die Künstler den Kosmos‟. Das folgende Kapitel gibt einen Überblick über die Förderinstrumente, die dem Staat hierfür zur Verfügung stehen.422
Armin Klein

6. Schluss

Zusammenfassung
„Kulturpolitik — ein Partythema‟? wurde eingangs gefragt. Auch wenn sich in der „Kultur‟ politik das solide, bodenständige „politische Handwerk‟ mit dem oftmals so Schwebenden und so scheinbar Schwerelosen von Kunst und Kultur verbindet (und dabei für Augenblicke in die durchaus verlockende Gefahr geraten kann, das prosaische Irdische zu übersehen), so sollten die vorangegangenen Darstellungen und Überlegungen dennoch gezeigt haben, dass es sich bei der Kulturpolitik um ein eigenständiges, ausdifferenziertes politisches Handlungsfeld handelt.
Armin Klein

Backmatter

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