Skip to main content
main-content

08.01.2015 | Kundenmanagement | Im Fokus | Onlineartikel

So wird in Europa bezahlt

Die Europäer lieben Internet-Shopping. Nach Vorhersagen der Marktforscher von Forrester wächst dieser Markt jährlich im zweistelligen Bereich, wird bis 2018 rund 234 Milliarden Euro schwer sein. Doch wie bezahlen die Europäer für ihre Online-Einkäufe? Eine Übersicht über die Bezahlfavoriten in Europa.

Laut einer Studie des Bezahlsystem-Anbieters Worldpay kann man in ganz Europa aktuell folgendes Ranking bei den Bezahlarten erkennen: Platz eins ist fest in Kartenhand, mit 59 Prozent liegen Kreditkarten und Girokarten ganz vorne. Dahinter folgen E-Wallets wie PayPal mit 13 Prozent und Überweisungen mit acht Prozent. Bei den Überweisungen sind Direktüberweisungen und auch klassische Offline-Überweisungen kombiniert. Lastschriften und Nachnahme liegen mit fünf Prozent gleichauf.

Weitere Artikel zum Thema

Doch dieses Ranking sollte man nicht falsch interpretieren, denn eine einheitliche europäische Vorliebe gibt es nicht, sondern – ganz im Gegenteil – große Unterschiede bei den Bezahlkulturen in den verschiedenen Ländern.

1. Die Klassiker

Die Klassiker beim Online-Bezahlen sind immer noch Kredit- und Girokarten. In Großbritannien, Irland, Dänemark und der Türkei sind das auch mit Abstand die beliebtesten Zahlmethoden; in diesen Ländern werden rund vier von fünf Online-Transaktionen mit Karten abgewickelt. Dass Plastikgeld aber nicht überall in Europa die Nase vorn hat, zeigt die Statistik auch: In Finnland, Deutschland, den Niederlanden sowie Polen und Russland entfallen nicht mehr als ein Fünftel der Online-Zahlungen auf diesen Bereich.

2. Die Konservativen

Es gibt einige Länder in Europa, die sich auch beim Bezahlen im Internet am liebsten an Bekanntes klammern. Paradebeispiel sind die Deutschen, bei denen 22,1 Prozent der Online-Transaktionen per Lastschrift bezahlt werden und 28 Prozent mit klassischer Rechnung. Auch die Schweden schwören auf die Rechnung (26,3 Prozent) und ebenso ist im Bankenparadies Schweiz die Rechnung (21,3 Prozent) sehr wichtig. In Polen steht neben der klassischen Überweisung vor allem die Nachnahme hoch im Kurs (25 Prozent), und in Russland ist diese mit 41,2 Prozent sogar noch stärker vertreten.

3. Die Modernen

Natürlich gibt es auch Länder in Europa, in denen modernere Bezahlmethoden schneller angenommen werden. Die Rede ist hier von E-Wallets und mobilen Bezahlverfahren. Portugal, Griechenland und Italien sind mit festen zweistelligen Prozentzahlen bei den E-Wallets vertreten. Interessant auch: Russen sind Top-Nutzer bei E-Wallets, wobei dort die Präferenzen klar auf lokalen Anbietern liegen. Mit mobilen Bezahlungen wird vor allem in Deutschland, Russland und Polen experimentiert, aber die Nutzung ist noch so gering, dass praktisch alle Länder auf fast gleich niedrigem Niveau liegen.

Zur Person

Ralf Ohlhausen, Chief Strategy Officer bei der auf elektronische Bezahlprozesse spezialisierten PPRO Group 

https://de.linkedin.com/in/ralfohlhausen

 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2014 | OriginalPaper | Buchkapitel

E-Commerce

Quelle:
Praxisorientiertes Online-Marketing

01.07.2013 | Strategie + Management | Ausgabe 7/2013

Europas Chancen nutzen

    Bildnachweise