Nachhaltige Lacke aus Schweinegülle
- 07.04.2026
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Die Farbenfabrik Oellers untersucht gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein, wie zentrale Bestandteile von Lacken aus landwirtschaftlichen Reststoffen gewonnen werden können.
Ministerin Mona Neubaur zeigte sich beeindruckt vom Projektfortschritt in der Lackproduktion.
Simon Erath
Viele Beschichtungsstoffe enthalten weiterhin Bestandteile aus fossilen Quellen. Die Farbenfabrik Oellers arbeitet daher gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein und dem Sondermaschinenbauer 3Win an einem Verfahren, mit dem zentrale Funktionsstoffe für Korrosionsschutzlacke biobasiert erzeugt werden können. Ziel ist es, Lacke aus landwirtschaftlichen Reststoffen herzustellen, ohne Qualität oder Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
Seit 2024 beteiligt sich Oellers an den Forschungsprojekten „P‑REx“ und „BioPhosCoat“ der Hochschule Niederrhein. Dabei werden landwirtschaftliche Abfälle aufbereitet und ihr Potenzial für die industrielle Lackproduktion untersucht. Im Projekt P‑REx wird Phytinsäure mithilfe von Enzymen vor allem aus Schweinegülle extrahiert und der enthaltene Phosphor als Bindemittel nutzbar gemacht. „Aktuell erproben unsere Lackingenieure im hauseigenen Labor, welche Modifikation der Phytinsäure in unseren Lacken die besten Ergebnisse erzielt“, berichtet Geschäftsführer Paul Oellers über den Projektfortschritt.
Ministerin Mona Neubaur zu Besuch
Im Februar informierte sich Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein‑Westfalen, im Rahmen ihrer „NRW Innovation Tour“ über den Stand der Forschungsarbeiten und besuchte die Farbenfabrik Oellers. Die Projekte werden vom Land Nordrhein‑Westfalen und vom Bund gefördert. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen wir Menschen und Unternehmen, die sich trauen, neue Wege zu gehen. Tag für Tag arbeiten kluge Menschen in Laboren, Werkshallen und Büros an konkreten Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit“, so die Ministerin. "Echte Technologieoffenheit, kluge Ideen und starke Partnerschaften sorgen dafür, dass aus Erfindungen marktfähige Lösungen werden – und aus diesen Lösungen Wohlstand und gute Arbeit. Das ist Zukunft, die vor Ort entsteht – und von der alle profitieren."
Innovationstreiber Nachhaltigkeit
Paul Oellers führt das Unternehmen in zweiter Generation und betont die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit der Produkte. Bereits seit Jahren nutzt das Unternehmen nachwachsende Rohstoffe regionaler Zulieferer, etwa Alkydharze oder Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen. Die Projekte P‑REx und BioPhosCoat versteht er als konsequente Weiterentwicklung dieses Ansatzes.