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Düsteres Grau statt leuchtender Farben

  • 02.04.2026
  • Lacke
  • Interview
  • Online-Artikel

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Die anhaltende gesamtwirtschaftliche Schwäche belastet weiterhin nahezu alle Segmente der Lack-, Farben- und Druckfarbenindustrie. Wie aus der VdL‑Pressekonferenz hervorgeht, sinken Absatz und Umsatz erneut, wichtige Industriezweige schwächeln, und auch 2026 ist keine Entspannung in Sicht. JOT sprach mit VdL-Präsident Dr. Harald Borgholte über die aktuelle Situation.

VdL-Präsident Dr. Harald Borgholte erwartet mehr Mut und Entschlossenheit bei der Entbürokratisierung.


JOT: Wie wirkt sich die wirtschaftliche Lage auf die Investitionsbereitschaft aus?

Dr. Harald Borgholte: Viele Unternehmen in der Branche fahren ihre Investitionen zurück oder prüfen, ob sie künftig überhaupt noch in Deutschland investieren. Vor allem größere Firmen haben die Möglichkeit, Produktion ins Ausland zu verlagern. Insgesamt agiert die Industrie deutlich vorsichtiger – manche Investitionen werden verschoben, andere ganz gestrichen.

Welche Marktsegmente sind trotzdem stabil oder sogar vielversprechend?

Wir sehen im Bereich der Bautenlacke ab 2027 neue Chancen – vorausgesetzt, der Baubooster und die angekündigten Vereinfachungen greifen tatsächlich. Wir begrüßen diese Maßnahmen, aber sie müssen erst umgesetzt werden. Schließlich lackieren wir keine Bauanträge, sondern fertige Projekte. Die Effekte kommen daher zeitverzögert. Bereits heute profitieren wir von steigenden Infrastrukturinvestitionen, besonders im Korrosionsschutz und bei der Sanierung der Verkehrsinfrastruktur. Auch höhere Verteidigungsausgaben machen sich bemerkbar, wenn auch in einem kleineren Marktsegment.

Was sorgt aktuell für den größten bürokratischen Druck in der Branche?

Wir brauchen dringend vereinfachte Genehmigungsprozesse. Die Politik kündigt das zwar immer wieder an, doch in der Praxis merken wir davon wenig. Viele Verfahren sind weiterhin extrem kleinteilig. Auch die Vielzahl an Reporting-Pflichten gehört auf den Prüfstand. Außerdem müssen die bereits angekündigten industriepolitischen Maßnahmen wie der Clean Industrial Deal endlich umgesetzt werden. Ich sehe die politische Absicht, die Industrie zu stärken und zu entlasten – und davon bin ich auch überzeugt. Aber jetzt müssen den Ankündigungen endlich Taten folgen. Wir brauchen deutlich mehr Mut beim Bürokratieabbau.

Welche technischen Entwicklungen könnten neuen Schub geben?

Die Lackbranche war in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder von starken Innovationen geprägt – insbesondere durch die konsequente Weiterentwicklung nachhaltiger Lösungen. Dieses Thema wird weiter an Bedeutung gewinnen, denn Umweltaspekte sind fest im Bewusstsein der Verbraucher verankert. Es wäre wünschenswert, wenn nachhaltige Produkte stärker wertgeschätzt und gezielt gefördert würden. Ein zweiter großer Innovationsschub wird aus der Digitalisierung kommen. Produkte und Systeme werden zunehmend digital ergänzt und vernetzt, sodass neue, integrierte Lösungen im Zusammenspiel von Material, Anwendung und digitalen Services entstehen.

Wie versucht der VdL, seine Mitglieder in der aktuellen Lage zu unterstützen?

Der Verband ist auf allen Ebenen aktiv: Gegenüber der Bundesregierung, den Ländern und auch in regionalen Regulierungsstrukturen. Besonders wirkungsvoll ist unsere Initiative, Abgeordnete direkt in ihren Wahlkreisen zu treffen – das zeigt spürbare Effekte und sollte fortgeführt werden. Wichtig ist außerdem, unsere Mitglieder bei der Digitalisierung und bei den wachsenden gesetzlichen Anforderungen zu unterstützen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von standardisierten Lösungen. Deshalb setzen wir in der diesjährigen Mitgliederversammlung einen Schwerpunkt auf KI und Digitalisierung – um zu zeigen, welche Effizienzpotenziale möglich sind, aber auch, wo Risiken liegen.

Den kompletten Artikel lesen Sie in der JOT4/2026. 

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