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06.10.2017 | Landschaftsarchitektur | Im Fokus | Onlineartikel

Eine Stadttribüne erhält Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis

Autor:
Christoph Berger

Ende September 2017 wurden die Preise im 13. Jahrgang des Wettbewerbs Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis vergeben. Mit dem 1. Preis wurde das Projekt "Rheinboulevard, Köln-Deutz" ausgezeichnet.

Der Rheinboulevard sei ein herausragendes Beispiel dafür, wie eine einzige landschaftsarchitektonische Geste einen ganzen Stadtraum nachhaltig verändern könne, heißt es in der Begründung der Jury. Die über 500 Meter sich zum Rhein erstreckende Treppe definiere die Deutzer Rheinseite völlig neu und mache aus der stadtabgewandten Rheinseite eine Stadttribüne mit Blick auf die Kölner Innenstadt. Diese Inszenierung des Flussraums in Verbindung mit einer hohen Aufenthaltsqualität habe den Rheinboulevard schnell zu einem Publikumsmagneten werden lassen und habe das Potenzial zu einem neuen Köllner Wahrzeichen zu werden, ließen die Juroren bei der Preisverleihung weiter verkünden.

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Doch nicht nur aus ästhetischer und baukultureller Sicht überzeugte das Projekt: Auch den integrierten Hochwasserschutz sowie den Umgang mit den historischen Schichten aus der über 2000-jährigen Stadtgeschichte hob das Preisgericht in seiner Laudatio positiv hervor.

Entwicklung eines zwei Hektar großen Geländes

Als Entwurfsverfasser für das auf zwei Hektar angelegte Projekt wird Maik Böhmer vom in Berlin ansässige Landschaftsarchitekturbüro Planorama augeführt. Bauherr war das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln. Die Planungen hatten 2008 begonnen und wurden 2016 abgeschlossen. Vorangegangen war ein europaweit ausgelobter, zweiphasiger Planungswettbewerb, in dem die Berliner mit ihrem Entwurf überzeugen konnten. Das Ziel der Stadt Köln war die Entwicklung und Gestaltung des rechten Rheinufers zwischen Severinsbrücke im Süden und Eingang Rheinpark/Tanzbrunnen im Norden.

Im Kapitel "Wie soll der Landschaftsarchitekt mit Natur umgehen?" des Springer-Fachbuchs "Landschaftsarchitekturtheorie" reflektiert Gesine Schepers das Tun der Landschaftsarchitekten und beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, die Landschaftsarchitekten im Umgang mit der Natur haben. Wie es in dem Siegerprojekt dabei auch der Fall war und auch weiterhin ist, beginnt sie ihren Gedanken damit, dass Flächen von sich aus schon Landschaften darstellen oder aber Teile von Landschaften sind. Wobei nicht-bebaute Flächen auf zweierlei Weise gestaltet werden können: Es kann in die Flächen eingegriffen werden, wie in Köln geschehen, oder man kann in diese Flächen gerade nicht eingreifen und dafür sorgen, dass auch andere es nicht tun. "Eine nicht-bebaute Fläche in diesem Sinne zu gestalten bedeutet also, sie unter Schutz zu stellen. Eine nicht-bebaute Fläche unter Schutz zu stellen ist eine Form der Gestaltung, solange ansonsten, also ohne den Schutz, in diese Fläche eingegriffen würde", schreibt sie.

Neun weitere Auszeichnungen

Bei der Preisverleihung wurden zudem noch in neun Kategorien Auszeichnungen vergeben:

  • Pflanzenverwendung: Prof. Günther Vogt von Vogt Landschaftsarchitekten AG für den Lohsepark in Hamburg
  • Grüne Infrastruktur als Strategie: Bernd Joosten vom Atelier Loidl Landschaftsarchitekten für das Projekt „Zu neuen Ufern“ in Siegen
  • Quartiersentwicklung/Wohnumfeld: Rupert Wirzmüller von Wamsler Rohloff Wirzmüller Freiraumarchitekten für das Projekt „Dachgarten wagnis 4“ in München
  • Partizipation und Planung: Bauchplan für das Projekt „wagnisART – Wohumfeld als partizipativer Prozess“ in München
  • Naturschutz und Landschaftserleben: Harald Fugmann von Fugmann Janotta Partner Landschaftsarchitekten bdla für „Botanischer Volkspark Blankenfeld“ in Berlin
  • Sport, Spiel, Bewegung: Christine Wolf und Rebekka Junge von wbp Landschaftsarchitekten GmbH für „Play_Land – Jugendtreff und Spiellandschaft“ in Oberhausen-Holten
  • Klimaanpassung und Nachhaltigkeit: bbz Landschaftsarchitekten, und Architekt Ernst Scharf für „:terra nova BiospärenBand“ im Rhein-Erft-Kreis
  • Licht im Freiraum: Hiltrud M. Lintel von scape Landschaftsarchitekten GmbH für den „L.Fritz-Gruber-Platz“ in Köln
  • Landschaftsarchitektur im Detail: bbzl Böhm Benfer Zahiri Landschaften Städtebau für den Ottoplatz in Köln-Deutz

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