Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Dieser Sammelband schlägt eine Brücke zwischen klassischen betriebswirtschaftlichen Ansätzen und Überlegungen, die auf formalen Modellen aufbauen, öffnet sich aber auch juristischen Betrachtungen, insbesondere aus dem Steuerrecht und dem Unternehmensrecht. Während sich das Prinzip der Nachhaltigkeit in vielen anderen Funktionalbereichen der Betriebswirtschaft schon vor längerem etabliert hat, wurden einschlägige Ansätze dazu für die Rechnungslegung vor allem in jüngster Zeit veröffentlicht. Renommierte Autoren geben einen vielschichtigen Überblick über den „State-of-the-Art".
Der Inhalt● Corporate Governance und Compliance● Berichterstattung● Bewertung und Kalkulation● Zinseffekte und Diskontierung● Immaterielles Vermögen● Nachhaltigkeit● Steuerliche Aspekte● Wertorientierte Steuerungssysteme● Performancesteuerung

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Otto Altenburger – eine Würdigung

Zusammenfassung
Dieser Beitrag geht auf die Verdienste von Professor Altenburger ein, die er sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als akademischer Lehrer im Laufe der vergangenen vierzig Jahre erworben hat. Einige Bemerkungen zu seiner Persönlichkeit runden diese Überlegungen ab.
Udo Wagner

Berichterstattung über Immaterielles Vermögen und Intellektuelles Kapital – Würdigung der Forschungsbeiträge von Univ.-Prof. Otto A. Altenburger im Rahmen des European Institute for Advanced Studies in Management (EIASM)

Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag würdigt den Einfluss von Univ.‐Prof. Otto A. Altenburger auf die Entwicklung der Berichterstattung über Immaterielles Vermögen und Intellektuelles Kapital in einer Zusammenfassung seiner Arbeiten im Rahmen der EIASM Workshops on Intangibles and Intellectual Capital, die er seit ihrer Gründung begleitet.
Michaela-Maria Schaffhauser-Linzatti

Nachhaltigkeit: Vom Bilanzzweck zur Weltformel

Zusammenfassung
Die aktuelle Diskussion der Nachhaltigkeit in der Betriebswirtschaftslehre hat sich bislang nicht auf die Ursprünge der betriebswirtschaftlichen Nachhaltigkeit in den Bilanztheorien berufen, die als wichtigste Leistung der deutschsprachigen Betriebswirtschaftslehre in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesehen wird. Die neuere Diskussion der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit könnte von einem theoriegeschichtlichen Studium der klassischen Kapitalerhaltungstheorien profitieren und damit Fehlentwicklungen vermeiden.
Franz W. Wagner

Die Umsetzung der CSR-Richtlinie in Deutschland

Der Regierungsentwurf des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes
Zusammenfassung
Durch die Umsetzung der CSR‐Richtlinie 2014/95/EU in Deutschland werden bestimmte große Unternehmen und Gruppen dazu verpflichtet, weiterführende Angaben zu Nachhaltigkeitsaspekten zu veröffentlichen. Dazu soll zum einen die bereits heute bestehende bedingte Berichterstattung zu wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in den (Konzern‑)Lageberichten großer Kapitalgesellschaften durch eine nichtfinanzielle Berichterstattung erweitert werden. Zum anderen soll die Erklärung zur Unternehmensführung der betroffenen Unternehmen um diversitätsbezogene Angaben ergänzt werden. Der vorliegende Beitrag stellt den Regierungsentwurf zum CSR‐Richtlinie‐Umsetzungsgesetz vor und diskutiert offene Fragen und Auswirkungen auf Anwender, Adressaten und Prüfer.
Adolf G. Coenenberg, Christian Fink

Compliance Management Systeme – Definition, Bedeutung und Berichterstattung

Zusammenfassung
Skandale der vergangenen Jahre verdeutlichen, dass Unternehmen fortlaufend mit Compliance‐Verstößen ihrer Mitarbeiter konfrontiert sind. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem, dass Unternehmen aufgrund wirtschaftskrimineller Handlungen neben direkten Kosten hohe Reputationsverluste verkraften müssen, welche die Strafzahlungen oftmals übersteigen und entsprechend negativ auf den Unternehmenswert einwirken. Um die Konsequenzen von Regelverstößen so gering wie möglich zu halten und den nachhaltigen Unternehmenserfolg gewährleisten zu können, sollten Unternehmen ein Compliance Management System (CMS) etablieren, welches ein regelkonformes Verhalten, insbesondere der Mitarbeiter, sicherstellen soll. Zudem sollten sich Unternehmen mit der Frage befassen, wie die Adressaten der Berichterstattung zielführend über die Qualität des implementierten CMS informiert werden können. Hier zeigen erste Auswertungen der Autoren, dass die derzeitige Berichterstattung über CMS sehr unterschiedlich erfolgt und nur wenig reglementiert ist. Angesichts der hohen Wertrelevanz für Unternehmen dürfte aber in naher Zukunft ein intensiver Dialog zwischen Forschung und Praxis zur Gestaltung von und der Berichterstattung über CMS entstehen.
Corinna Ewelt-Knauer, Anastasia Bauer

Länderbezogene Berichterstattung: Basis für eine wirkungsvolle Risikoanalyse?

Zusammenfassung
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit den Vorgaben zur länderbezogenen Berichterstattung in Österreich und deren Bedeutung für eine wirkungsvolle Risikoabschätzung der Verrechnungspreisgestaltung seitens der Finanzverwaltung. Die Würdigung erfolgt anhand von fünf Hauptkritikpunkten. Diese betreffen: (1) die Abgrenzung des Anwendungsbereichs der zur Berichterstattung Verpflichteten, (2) inhaltliche Inkonsistenzen und Informationslücken bei den Angaben, die im Rahmen der länderbezogenen Berichterstattung zu tätigen sind, (3) die Wahl der Datenquellen, auf Basis derer die länderbezogenen Berichte zu befüllen sind, (4) inhaltliche Verschiebungen bei den Schwerpunkten der Verrechnungspreisfestsetzung und ‐prüfung als Folge der in den Berichten enthaltenen Informationen sowie (5) das erhöhte Risiko von Doppelbesteuerungen und Zweifel an der Wahrung der Vertraulichkeit der in den länderbezogenen Berichten angegebenen Daten aufgrund des weitreichenden staatenübergreifenden automatischen Austauschs der Berichte.
Karina Sopp

Verbindlichkeitsrückstellung aufgrund öffentlich-rechtlicher Verpflichtung

Zusammenfassung
Die Bildung von Verbindlichkeitsrückstellungen ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die im jeweiligen Einzelfall geprüft werden und erfüllt sein müssen. Insbesondere müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:
  • wahrscheinliches oder sicheres Vorliegen einer hinreichend konkretisierten Verpflichtung,
  • rechtliches Entstehen bzw. wirtschaftliche Verursachung in der Vergangenheit,
  • Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme.
Diese Kriterien gelten ihrem Wesenskern nach sowohl im Unternehmensrecht wie im Steuerrecht, sodass insbesondere steuerrechtliche Entscheidungen wie die des VwGH vom 30.04.2015, 2011/15/0198 die Möglichkeit bieten, diese im Lichte des Unternehmensrechts zu würdigen. Im vorliegenden Beitrag werden die Voraussetzungen für die Rückstellungsbildung im angesprochenen VwGH‐Erkenntnis näher beleuchtet und daraus Rückschlüsse auf insbesondere die Wahrscheinlichkeit des Eintretens der Verpflichtung gezogen.
Klaus Hirschler

Zur Abzinsung langfristiger Zahlungsverpflichtungen im handelsrechtlichen Abschluss

Zusammenfassung
Langfristige Zahlungsverpflichtungen sind in der Bilanz mit ihren abgezinsten Erfüllungsbeträgen anzusetzen. Hierbei stellt die Ermittlung des marktüblichen Diskontierungszinses ein Problem dar, weil dieser am Bilanzstichtag nur für einen Zeitraum von ca. 30 Jahren zu bestimmen ist. Der Beitrag widmet sich diesem Problem, indem er zuerst die unterschiedlichen Regelungen von UGB, deutschem HGB und IFRS vergleicht, um sie dann an der Bestimmung langfristiger Zinsen zu spiegeln, wie sie für die Unternehmensbewertung nach KFS/BW1 und IDW S 1 und für Solvency II von der Europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA vorgegeben wird. Die letztgenannten Vorgaben modellieren den risikolosen Zins über den mit Marktdaten belegbaren Zeitraum hinaus auf höchst unterschiedliche Weise und könnten de lege ferenda grundsätzlich auch für die Bilanzierung in Frage kommen. Alle Regelungen für die Bilanz, die Unternehmensbewertung und die Versicherungsaufsicht stellen Konventionen dar, deren Vorteilhaftigkeit nur schwierig zu bestimmen ist. Der Gesetzgeber oder Regulierer wird insofern von seiner Wertungsnotwendigkeit nicht befreit. Dass hierbei lobbyistische Einflussnahme versucht wird und erfolgsträchtig sein kann, ist nicht zu verhindern. Nur eine möglichst umfangreiche und transparente Debatte darüber, zu der die Fachwissenschaft mitaufgerufen ist, kann Einordnungen des Ergebnisses erlauben.
Wolfgang Ballwieser

Was sind und wie bestimmt man angemessene Diskontierungssätze?

Zusammenfassung
Zunächst muss festgelegt werden, unter welchen Bedingungen man Diskontierungssätze als angemessen bezeichnen will. Es scheint zweckmäßig, zwei Eigenschaften zugleich zu verlangen. Diskontierungssätze sollen wegen des Stichtagsprinzips tagesaktuell und außerdem „in die Zukunft blickend“ sein. Da insbesondere die an zweiter Stelle genannte Eigenschaft unterschiedlich ausgelegt werden kann, wird der Versuch unternommen, mögliche Mehrdeutigkeiten soweit wie möglich auszumerzen.
Die Gewinnung entsprechender Kapitalisierungszinssätze wird entlang der Leitlinien des Capital Asset Pricing Models diskutiert. Es geht also um angemessene Basiszinssätze, Marktrisikoprämien und Betafaktoren. Um die Diskussion transparent zu halten, wird sie zunächst unter der vereinfachenden Annahme eines Einperiodenmodells geführt. Dabei erweist es sich als besonders schwierig, Marktrisikoprämien und Betafaktoren zu gewinnen, die uneingeschränkt für sich in Anspruch nehmen können, „in die Zukunft blickend“ zu sein.
Abschließend wird der realistischere Fall eines Mehrperiodenmodells erörtert. Es zeigt sich, dass man beim Basiszins auf kaum zu überwindende Grenzen stößt, wenn es um Laufzeiten von mehr als 30 Jahren geht. Zur Frage, wie man Marktrisikoprämien und Betafaktoren ermitteln soll, wenn man es mit mehrperiodigen Zusammenhängen zu tun hat, pflegt die Literatur sogar weitgehend zu schweigen. Insgesamt haben wir die wenig befriedigende Situation, dass Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen, wenn man sich auf die Suche nach angemessenen Diskontierungszinssätzen begibt.
Lutz Kruschwitz

Herstellungskosten und offenbare Unterbeschäftigung

Zur Auslegung von § 203 Abs. 3 (i.V.m. § 206 Abs. 2) UGB i.d.F. RÄG 2014 BGBl. I 2015/22
Zusammenfassung
Otto A. Altenburger hat sich immer wieder mit dem Zusammenspiel von Kostenrechnung und Bilanzierung beschäftigt. Bereits während seiner Zeit als Assistent an der WU Wien waren seine einschlägigen Lehrveranstaltungen hochgeschätzt. Vor nicht allzu langer Zeit hat der Jubilar die Rechnungslegungsreform 2014 aus betriebswirtschaftlicher Sicht gewürdigt und sich dabei abermals mit den Herstellungskosten befasst. Noch immer offen ist in diesem Zusammenhang die Frage, ob auch freiwillige Sozialleistungen, Kosten der betrieblichen Altersversorgung und Abfertigungen an die Auslastung anzupassen sind oder nicht. Dazu bedarf es eines kritischen Blicks auf § 203 Abs. 3 UGB. Otto A. Altenburger wird dieser Beitrag mit den besten Wünschen anlässlich seiner Pensionierung gewidmet.
Arthur Weilinger

Anmerkungen zur AFRAC-Stellungnahme „Einzelfragen zur Rechnungslegung von Privatstiftungen“

Zusammenfassung
Die AFRAC‐Stellungnahme „Einzelfragen zur Rechnungslegung von Privatstiftungen“ enthält diverse Empfehlungen betreffend den bilanziellen Ausweis bestimmter Positionen in Jahresabschlüssen von Privatstiftungen. Einzelne dieser Empfehlungen sind zu befürworten, andere sind zu kritisieren und wieder andere sind durch zwischenzeitig erfolgte Rechtsänderungen überholt. Die Untergliederung des Hauptpostens „Eigenkapital“ in Unterpositionen ist zu begrüßen, insbesondere auch die Abkehr von der Bezeichnung des Eigenkapitals einer Privatstiftung als „Stiftungsvermögen“. Nicht verständlich ist jedoch, weshalb die Unterposition „Bilanzgewinn (Bilanzverlust)“ für Privatstiftungen durch „Ergebnisvortrag“ zu ersetzen sein soll. Die Empfehlung, Zuwendungen an Begünstigte ausschließlich als Minderung des Eigenkapitals darzustellen, erscheint grundsätzlich sinnvoll (wenngleich nicht zwingend). Allerdings ist die Empfehlung, dass Zuwendungen ausschließlich die Eigenkapitalunterposition „Ergebnisvortrag“ kürzen sollen, für Substanzzuwendungen unzutreffend (für diese wäre eine Kürzung der Eigenkapitalunterposition „Stiftungskapital“ sachgerechter). Die Empfehlung, entrichtete Zwischensteuer ausschließlich als (allenfalls abzuzinsende) Forderung gegen die Republik Österreich auszuweisen, ist durch die mit dem AbgÄG 2015 geschaffene neue Rechtslage (wonach Konstellationen möglich sind, die dazu führen, dass entrichtete Zwischensteuern niemals – auch nicht spätestens bei Auflösung der Privatstiftung – gutgeschrieben werden können) überholt. Zwischensteuern sind daher künftig grundsätzlich als Steueraufwand auszuweisen und ein Ausweis als Forderung kommt nur in Frage, wenn die Voraussetzungen für eine konkrete Gutschrift bereits gegeben sind.
Eduard Lechner

Chancen und Risiken der digitalen Transformation für die Rechnungslegung

Zusammenfassung
Die heutige Gestalt des Rechnungswesens geht auf konzeptionelle Überlegungen früherer Dekaden zurück. Auch jüngere Entwicklungen in Finanzberichterstattung und Controlling sind davon nicht ausgenommen. Durch die digitale Transformation haben sich die realwirtschaftlichen Geschäftsmodelle mittlerweile – im Vergleich zu jenen dieser Entstehungszeit – aber fundamental geändert. Altbekannte Verfahren und Instrumente müssen entsprechend angepasst werden. Durch neue Technologien sind hierfür mannigfaltige Möglichkeiten gegeben, welche allerdings auch mit Herausforderungen einhergehen. Vor allem der Mensch, welcher nach wie vor primärer Entscheidungsträger und Nutzer von Informationen des Rechnungswesens ist, sollte in diesem Kontext nicht außer Acht gelassen werden, um Entscheidungs‐ und Steuerungsfehler zu vermeiden.
Barbara E. Weißenberger, Kai A. Bauch

Konvergenzpotential in der Unternehmensberichterstattung

Eine Untersuchung international bedeutender Rahmenkonzepte zur Berichterstattung
Zusammenfassung
Als Reaktion auf die sich schnell ändernden Anforderungen an die Unternehmensberichterstattung und zur Aufrechterhaltung deren Effektivität und Effizienz haben sich in den letzten Jahren verschiedene Initiativen zur Neukonzeption der Unternehmensberichterstattung herausgebildet. Eine davon ist der sog. Corporate Reporting Dialogue, in dem seit geraumer Zeit einige der bedeutendsten normsetzenden (internationalen) Institutionen im Bereich der Unternehmensberichterstattung die Möglichkeiten und Grenzen einer Konvergenz der verschiedenen Berichterstattungstypen sowie deren zugrundeliegenden Normen diskutieren und ausloten. Ziel des Dialogue ist es, der allseits beklagten Fülle und Komplexität der Unternehmensberichterstattung entgegen zu wirken. Ein zentraler erster Schritt derartiger Konvergenzüberlegungen stellt sicherlich die gemeinsame Analyse der bestehenden Rahmenkonzepte dar, denen die momentanen Berichtskonzepte und ‐typen zugrunde liegen. Vor diesem Hintergrund untersucht der folgende Beitrag in einer primär synoptischen Analyse die acht für die Unternehmensberichterstattung international relevantesten Rahmenkonzepte in Bezug auf die darin enthaltenen Ziele, Anforderungen und Prinzipien der Berichterstattung. Diese werden einander vergleichend gegenübergestellt, um einerseits die bestehenden Unterschiede und andererseits das Potential einer Konvergenz der Berichtstypen auf der Ebene der Rahmenkonzepte eruieren zu können. Die Untersuchung ergibt, dass bereits beträchtliche Gemeinsamkeiten zwischen den Rahmenkonzepten bestehen und folglich diesbezüglich das konzeptionelle Konvergenzpotential in der Unternehmensberichterstattung als relativ hoch angesehen werden kann.
Axel Haller, Christian Oefner

Praxisorientierte Gegenüberstellung wertorientierter Kennzahlenkonzepte

Zusammenfassung
Die praktische Umsetzung eines wertorientierten Steuerungskonzepts stellt eine große Herausforderung dar. Zwar mangelt es in der Literatur nicht an Beiträgen zu diesem Thema. Allerdings fehlt bislang ein umfassender Überblick, der über die Erörterung von Stärken und Schwächen einzelner Kennzahlen hinaus auch auf deren Zusammenspiel abstellt. Vor diesem Hintergrund verfolgt dieser Beitrag das Ziel, eine Orientierungshilfe bei der Auswahl eines Kennzahlensystems zu geben, verstanden als kompatibles Bündel einer absoluten und relativen Periodengröße sowie einer Mehrperiodengröße. Anhand praxisorientierter Bewertungskriterien werden drei repräsentative Kennzahlensysteme gegenübergestellt und so weit wie möglich kontextunabhängig beurteilt.
Heinz Ahn, Marcel Clermont, Jan Herold, Torben Schmidt, Anneke Timm

Auch eine Frage der Persönlichkeit? Der Einfluss von CEO-Charakteristika auf Führungs- und Steuerungssysteme

Zusammenfassung
Während in der Management‐ und Strategieliteratur der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen von Führungskräften auf deren Entscheidungen schon länger untersucht wird (Upper‐Echelon‐Theorie), gibt es bisher in der Literatur zum Rechnungswesen und Controlling nur sehr wenige vergleichbare Untersuchungen. Dieser Beitrag gibt einen Überblick zu bisherigen Ergebnissen und analysiert, unter welchen Bedingungen ein Einfluss der Persönlichkeitsmerkmale von Führungskräften auf deren Entscheidungen zum Design und zur Verwendung von Führungs‐ und Steuerungssystemen in Unternehmen zu erwarten ist sowie welche Konstrukte zu Persönlichkeitsmerkmalen sich für entsprechende Untersuchungen anbieten.
Otto Janschek, Gerhard Speckbacher

Zur Performancesteuerung mehrstufiger Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Zusammenfassung
Forschungs‐ und Entwicklungsprojekte besitzen oftmals komplexe Entscheidungsstrukturen, welche sich als Realoptionen beschreiben lassen. Der vorliegende Literaturbeitrag zeigt anhand eines einfachen Grundmodells, wie Performancemaße konstruiert werden müssen, sodass besser informierte Bereichsleiter optimale Entscheidungen im Sinne des Unternehmens bei zweistufigen Forschungs‐ und Entwicklungsprojekten treffen. Aufbauend darauf wird aufgezeigt, wie Performancemaße modifiziert werden müssen, wenn mehrere Bereiche von einem gemeinsamen, zweistufigen Forschungs‐ und Entwicklungsprojekt profitieren.
Thomas Pfeiffer, Christian Schmid

Der Absatzmarkt und sein möglicher Einfluss auf die Beobachtung des Sticky Costs Phänomens

Zusammenfassung
Der Analyse von Fragen asymmetrischen Kostenverhaltens wird in jüngster Vergangenheit eine zunehmende Zahl von Forschungsarbeiten gewidmet. Gestützt auf empirische Methoden wird dabei insbesondere das Sticky Costs Phänomen untersucht. Zentrale Hypothese dabei ist, dass die Kostenänderung bezogen auf eine Umsatzänderung asymmetrisch erfolgt. Im Falle eines Umsatzanstiegs ist diese höher als bei einem Umsatzrückgang. Als zentrale Einflussgrößen dieses in zahlreichen empirischen Arbeiten beobachteten Kostenverhaltens werden in der einschlägigen Literatur Ressourcenanpassungsentscheidungen des Managements, Ressourcenanpassungskosten sowie Zukunftserwartungen des Managements in den Mittelpunkt gerückt. In einem Versuch, mögliche Ursachen besser einzugrenzen, erfolgte bereits der Vorschlag, der Kostenstruktur der untersuchten Unternehmen stärkere Beachtung zu schenken. Der vorliegende Beitrag widmet sich in Fortführung dieser Überlegung dem Einfluss des Absatzmarktes auf die das Kostenverhalten erklärende Größe Umsatz. Eine ökonomische Analyse zeigt den Einfluss der Marktform und wie Änderungen preispolitisch relevanter Parameter oder des Absatzprogramms eines Unternehmens im Zeitablauf unter Anwendung der üblichen Messmethodik zur Beobachtung eines Sticky Costs Phänomens führen können, ohne dass dieses tatsächlich vorliegt. Die Ursachen dafür sowie Möglichkeiten, diese in empirischen Arbeiten zu eliminieren, werden diskutiert.
Christian Riegler, Katrin Weiskirchner-Merten

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise