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Über dieses Buch

Das Projekt entwickelt einheitliche methodologische Grundlagen für eine langfristige Planung, deren Umsetzung die Nachhaltigkeit des individuellen wie des gesellschaftlichen Handelns möglichst verlässlich sichert.

Die Arbeitsplanung folgt dem bewährten Projektgruppenprinzip der „Europäischen Akademie“. Dabei erarbeitet eine interdisziplinär zusammengesetzte Projektgruppe gemeinsam Lösungen zu einem definierten Themenbereich.

Eine inhaltliche Präzisierung des Programms erfolgt zunächst durch die sogenannte Kerngruppe. In dieser sind Experten aus den wissenschaftlichen Disziplinen Nachhaltigkeitsökonomik, experimentelle Ökonomik, Ethik/praktische Philosophie, Politikwissenschaft beziehungsweise Institutionentheorie vertreten.

Zur intensiven Bearbeitung des präzisierten Programms wird die Projektgruppe um Vertreterinnen und Vertreter aus weiteren einschlägigen Disziplinen erweitert. Diese Disziplinen können sein: Soziologie, Rechtswissenschaft, Wissenschaftstheorie und Governanceforschung.

In insgesamt elf Gruppensitzungen und zwei Evaluierungskonferenzen sowie einzelthemenbezogenen Fachgesprächen und Workshops entwickeln die Projektgruppenmitglieder ausgehend von disziplinär erstellten Textvorlagen eine von allen mitgetragene Studie.

Mit dieser Herangehensweise werden zugleich eine Erweiterung des methodischen Instrumentariums der Nachhal-tigkeitsökonomik sowie insgesamt eine Verbesserung des Planens, Entscheidens und Handelns in nachhaltigkeits - ökonomischen Zusammenhängen angestrebt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung: Nachhaltigkeit und Planung

Zusammenfassung
Mit der Ausweitung des Wohlstands der westlichen Industriekulturen und dem allmählichen Wachsen der Wohlstandsinseln in den Schwellenländern werden auch Zumutungen unabweisbar, die mit dem Wohlstandserwerb der Gegenwärtigen für die Lebensbedingungen der Künftigen verbunden sind – Ressourcenverknappung, Umweltbelastung und bedrohte Artenvielfalt, Staatsverschuldung und Klimawandel sind dabei einige der Stichworte, unter denen die Zumutungen diskutiert werden. Um die verschiedenen, aber voneinander nicht unabhängigen Problemfelder unter ein gemeinsames Thema zu stellen, hat sich im politischen, fachlichen und öffentlichen Diskurs die Forderung nach einer nachhaltigen Entwicklung etabliert.
Georg Kamp

2. Welches Akteurs- und Rationalitätsverständnis braucht die Planungstheorie? Methodologische Reflexionen

Zusammenfassung
Berichte über scheiternde Planungen füllen die Nachrichten immer wieder, sei es ein umstrittenes Bahnhofsprojekt, dessen Kosten explodieren, ein Flughafenprojekt, dessen Fertigstellung immer weiter hinausgezögert wird, die längst fällige Umwandlung einer Behörde, die lange nicht vorangeht und dann nur mit erheblichen Nachbeben realisiert werden kann, oder sei es der Umbau der gesamten Energieinfrastruktur, in dem die vielen beteiligten Akteure nicht zu einer gemeinsamen Linie finden. Am Ende kommen natürlich alle diese Vorhaben „irgendwie“ in ihr Ziel, nur eben nicht so, wie geplant, sondern oft nur unter Inkaufnahme von Verspätungen, gesteigerter Kosten und unter Hinnahme z. T. erheblicher Abweichung von den ursprünglich leitenden Zielvorstellungen. Macht man dann die Ursache in schlechter Planung aus (wie es die Kommentatoren solcher Nachrichten fast reflexhaft tun) und knüpft sich daran die Erwartung oder der Vorsatz, das nächste Projekt besser zu planen, dann stellt sich die Frage nach den Maßstäben, an denen man, zur Vermeidung solcher Missstände, die Güte einer Planung ablesen kann.
Georg Kamp

3. Elemente des langfristigen Planungsprozesses: Eine konzeptionelle Übersicht

Zusammenfassung
Jeder Planungsprozess befasst sich mit der Zukunft. Letztlich dient der Planungsprozess dazu, über einen mehr oder weniger genau definierten Zeithorizont bestimmte Zwecke und Ziele zu erreichen oder erreichbar zu halten. Der Zweck der Planung, sowie die damit verbundenen Ziele, werden über die im Planungsprozess zu regulierenden Handlungen und Maßnahmen angestrebt und verwirklicht.
Uwe Sunde

4. Die formalen Zusammenhänge im Prozess langfristiger, nachhaltiger Planung

Zusammenfassung
Während sich Kap. 1 und 2 zunächst grundsätzlich mit der Nachhaltigkeit sowie der Langfristigkeit auseinandergesetzt haben, fokussierte sich der vorhergehende Kap. 3 auf eine Darstellung der grundlegenden Struktur des Prozesses der Planung. So wurde Planung als ein dynamischer Prozess dargestellt, in dem es gilt, unter Beachtung eines Zielkriteriums einen optimalen Pfad zu finden.
Christoph Schneeweiß

5. Langfristiges Planen als Entscheiden unter Ungewissheit: Normative und epistemische Herausforderungen

Zusammenfassung
Als ein wesentlicher Teil des Planungs-Objekt-Prozesses wurde oben (Kap. 4.4.1) die Systemanalyse herausgestellt: Die systemanalytische Erfassung des Objekt- und des Wertsystems ist von zentraler Bedeutung für die Ermittlung und Klärung der Ziele und Zwecke, für die Erstellung von Präferenzordnungen und damit für die Ordnung der Handlungsoptionen, die ergriffen werden können, um im Sinne eines optimalen Plans agieren zu können.
Gregor Betz

6. Planen in komplexen Systemen

Zusammenfassung
Dieser Beitrag betrifft die Psychologie der Langfristplanung in der Politik. Es geht also darum, wie man das Wohl eines Gemeinwesens, die Förderung positiver Umstände und die Vermeidung von Gefahren möglichst auf Dauer sichern kann. Langfristplanung im politischen Bereich ist schwierig, da es sehr schwer ist, den Gang der Entwicklung zu erkennen, und dementsprechend zu wissen, welche Ziele man sich setzen, was man anstreben oder vermeiden sollte. Und wenn man die Ziele kennt, wie kann man sie erreichen? Die Hauptfrage, die wir in diesem Artikel beantworten wollen ist: Wie beeinflussen psychische Faktoren das Planungs- und Entscheidungsverhalten in komplexen Systemen? Dieser Beitrag betrifft die Psychologie der Langfristplanung in der Politik. Es geht also darum, wie man das Wohl eines Gemeinwesens, die Förderung positiver Umstände und die Vermeidung von Gefahren möglichst auf Dauer sichern kann. Langfristplanung im politischen Bereich ist schwierig, da es sehr schwer ist, den Gang der Entwicklung zu erkennen, und dementsprechend zu wissen, welche Ziele man sich setzen, was man anstreben oder vermeiden sollte. Und wenn man die Ziele kennt, wie kann man sie erreichen? Die Hauptfrage, die wir in diesem Artikel beantworten wollen ist: Wie beeinflussen psychische Faktoren das Planungs- und Entscheidungsverhalten in komplexen Systemen?
Dietrich Dörner

7. Ethik der langfristigen Planung

Zusammenfassung
So sehr die gegenwärtigen Debatten um die Risiken wissenschaftlich-technische Entwicklungen, um Artensterben und Ressourcenknappheit, um Finanzkrisen und Staatsverschuldung und anderes mehr auf eine „Zukunftsverantwortung“ fokussiert sind, so einig sich die Gesellschaft in ihrer Verpflichtung zur Gerechtigkeit gegenüber künftigen Generationen auch ist – die Perspektivierung dieser Debatten erweist sich als ein neues, noch junges Phänomen: Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Vorstellung der Zukunft eher bestimmt durch die Erwartung, dass die von der Elterngeneration geleistete Arbeit einen der feindlichen (natürlichen oder menschlichen) Umwelt abgerungenen Mehrwert schafft, der immer auch den Jüngeren zugutekommen würde. Als allenthalben rechtfertigungsbedürftige Ungleichheit erschiene danach die erwartete Besserstellung der nachfolgenden Generationen, und so ist bis in die jüngste Zeit die professionelle Ethik mit dieser Frage ebenso beiläufig umgegangen wie Kant vor zweihundert Jahren, der lediglich vermerkt:
Georg Kamp

8. Planen und Entscheiden als Steuerungsaufgabe und Interaktionsproblem

Zusammenfassung
Die epistemischen Herausforderungen des Planens sind in den vorausgehenden Kapiteln ausführlich behandelt worden. Das folgende soll den Blick auf Aufgaben, Akteure, Systeme und Prozesse der Planung richten. Deren Bedeutung wird aus dem Umstand ersichtlich, dass Planung, selbst wenn sie sich ihrer Sache vollkommen sicher wäre und alle notwendigen Mittel zur Hand hätte, immer noch scheitern könnte – an Mängeln der Planungsorganisation, unzureichender Koordination (teil-) autonomer Akteure, Widerstand von Betroffenen, Missverständnissen und Kommunikationsfehlern, kurz: sozialen Ressourcen und Faktoren, die Werthaltungen, Interessen, Problemwahrnehmungen, Einstellungen zur Aufgabe und insbesondere das Interaktionssystem der am Planungsprozess Beteiligten umfassen.
Roland Czada

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