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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Die Nutzungsdauer langlebiger Gebrauchsgüter als Objekt wirtschaftswissenschaftlicher Erkenntnis

Globale und regionale Herausforderungen an die Unternehmen induzieren stets ökonomische und gesellschaftliche Strukturänderungen und fordern vom Management die Bewältigung immer neuer, strategischer Probleme. So zwingen beispielsweise der weltwirtschaftliche Strukturwandel, Veränderungen der internationalen Arbeitsteilung, Instabilitäten des wirtschaftlichen Wachstums und der Beschäftigung, steigende Rohstoff-, Arbeits- und Energiekosten, wachsendes Sozial- und Umweltbewußtsein u.a.m. zu Anpassungen bei der betrieblichen Leistungserstellung. Bei zunehmender nationaler und internationaler Konkurrenz resultieren daraus in technologieorientierten Industrien Veränderungen in den Produktionssortimenten und bei den Produktionsprozessen. Die innovative Nutzung von Technologien zur Produktion von “intelligenten” Produkten wird dadurch forciert. Innovationen um ihrer selbst willen, also aus Freude an ingeniöser Perfektion, sind aber keine geeignete Strategie zur Lösung der erwachsenen Probleme.
Klaus Bellmann

2. Daten zum Gebrauch von Personen- und Kombinationskraftwagen als weitgehend generalisierbare Informationen über die Nutzung langlebiger Gebrauchsgüter

Die Lebensdauer von Gütern mit konstanter Leistungsfähigkeit wird produzentenseitig oftmals auf der Basis empirisch quantifizierter Dependenzen systematisch geplant. So erfassen beispielsweise die Hersteller von Glühlampen gemäß den geltenden Prüfbestimmungen (DIN 49895) die Streukurven verschiedener Qualitätsmerkmale; hierzu gehört auch die durchschnittliche Lebensdauer dieser Produkte. Die Wirtschaftlichkeit einer Glühlampe ist durch die spezifischen Kosten je abgegebene Lichtmengeneinheit definiert. Da sowohl die abgegebene Lichtmenge als auch die Anschaffungs- und Betriebskosten in Abhängigkeit von der Lebensdauer zu quantifizieren sind, liegt bei Minimierung der spezifischen Kosten ein klassisches Optimierungsproblem vor. Nach der herrschenden Theorie gilt für das Optimum, daß die Betriebskosten während der Lebensdauer gleich den sechsfachen Anschaffungskosten sind. Für Allgebrauchslampen wird daraus eine optimale Lebensdauer von durchschnittlich 1’000 Brennstunden für alle Wattagen ermittelt.1 Auch die Laufleistung von Fahrzeugreifen ist bei Kenntnis der technisch-konstruktiven Zusammenhänge aus Labormessungen mittels derartiger Kalküle optimierbar.2
Klaus Bellmann

3. Die mittlere Nutzungsdauer von Automobilen unter mikro- und makroökonomischen Aspekten

HILD beleuchtet in seinem eingangs genannten Vortrag1 nur die quantitativen Aspekte der Nachfrageentwicklung infolge der Veränderung der Fahrzeuglebensdauer, weil ihm primär an der Verbesserung des prognostischen Instrumentariums gelegen ist. Ökonomisch bedeutender dürften jedoch die qualitativen Konsequenzen einer solchen Entwicklung sein, wie das Forschungsprojekt Langzeitauto2 aufzeigt. Das bedeutet, daß die ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgewirkungen zu analysieren und zu quantifizieren sind, die von der durch nutzungsdauerverändernde Maßnahmen beeinflußten Nachfragemenge induziert werden.
Klaus Bellmann

4. Modellösungen zur Optimierung der mittleren Nutzungsdauer von Automobilen

Die allgemeinen makroökonomischen Ansätze zur Optimierung der Nutzungsdauer langlebiger Gebrauchsgüter haben meist die Gewinnmaximierung, in Einzelfällen — ersatzweise — auch die Absatzmaximierung zum Ziel. Unter dieser Maxime dürften die grundlegenden Gedankengänge anhand von Branchen- und Unternehmensmodellen theoretisch hinreichend begründet sein, sofern die empirisch nicht überprüfbaren Arbeitshypothesen zu techno-ökonomischen Zusammenhängen Zustimmung finden. Die gewinnoptimale Lebensdauer ist unter den getroffenen Annahmen prinzipiell aus dem Cournotschen Theorem ableitbar.1 Allen diesen Ansätzen ist gemein, daß das zeitliche Nutzungspotential des Gutes, mit Nutzungsdauer bezeichnet, die unabhängige Variable im Optimierungskalkül repräsentiert.
Klaus Bellmann

5. Optimierung der Nutzungsdauer von Gebrauchsgütern als generelle ökonomische Strategie

Der vorstehend dargestellte Ansatz zur Optimierung der Nutzungsdauer verkörpert die erste Stufe im Prozeß aufeinanderfolgender und gegebenenfalls iterativ zu wiederholender Optimierungskalküle bei der Planung und Entwicklung eines Produktes. Dem liegt der Gedanke zugrunde, daß vor der Produkt- und Produktionsoptimierung die Definition von Makrovariablen im sozio-ökonomischen Kontext erfolgen muß, um Entwicklungsziele zu erkennen und zu begründen. Das Vorgehen ist dadurch geprägt, daß die Stoff- und Energieflüsse aus systemorientierter Sicht erfaßt und nach monetärer und energetischer Bewertung minimiert werden. Ein produktorientiertes Vorgehen muß unter der eingangs konstatierten Notwendigkeit einer rein Technologischen Planung zwangsläufig zu falschen Schlüssen führen, weil das Denken in Transformationsprozessen unterlassen wird, und infolgedessen Optionen zum Schließen einzelner Transformationsstufen oder -ketten durch Materialkreisläufe unerkannt bleiben. Es stellt sich deshalb die Frage, ob der aufgezeigte Ansatz verallgemeinert und auf andere dauerhafte Gebrauchsgüter übertragen werden kann.
Klaus Bellmann

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