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Über dieses Buch

Warum binden professionelle Organisationen ehrenamtliche Laien in ihre Organisationsstruktur ein? Keineswegs, weil sie damit Kosten sparen können. Dieses Buch zeigt, welchen legitimativen Nutzen Soziale Dienste damit verbinden. Es zeigt auch, mit welchen Strategien sie die Kosten regulieren, die durch das Ehrenamt entstehen. In dieser Arbeit werden erstmals die Kosten-Nutzen-Aspekte des Ehrenamtes theoretisch fundiert und empirisch belegt. Die Erkenntnisse lassen sich auf alle weiteren Non-Profit-Organisationen übertragen

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Ehrenamtsforschung der letzten 30 Jahre kann mit Fug und Recht behaupten, das Phänomen Ehrenamt nicht nur vermessen und interdisziplinär eingeordnet, sondern auch wesentliche Mechanismen weitgehend ‚verstanden‘ zu haben. So wissen wir etwa, welchen Nutzen Engagement für Gesellschaften hat, wie es sich fördern lässt und warum sich Menschen engagieren, wo und wie oft sie das tun. Eine sehr grundlegende Frage wurde bislang jedoch nicht gestellt: Warum binden Organisationen Ehrenamtliche überhaupt in ihre Arbeit ein?
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 2. Soziale Dienste und die historische Verdrängung des ehrenamtlichen Engagements

Zusammenfassung
Unter Soziale Dienste können Organisationen gefasst werden, die sozialpolitisch relevante und personenbezogene Dienstleistungen erbringen.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 3. Ehrenamtliches Engagement: Forschungsstand und -desiderata

Zusammenfassung
Im vorhergehenden Kapitel wurde erläutert, wie das Ehrenamt in den Sozialen Diensten einerseits deutlich an Einfluss verloren und an Bedeutung abgenommen hat. Anderseits lässt sich konstatieren, dass dem Engagement in den Sozialen Diensten, paradoxerweise, weiterhin hohe Wichtigkeit zugemessen wird. Das folgende Kapitel soll die Perspektive weiten und dient der Vermessung des Engagements und seiner Bedeutung.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 4. Theoretische Annäherung an den Nutzen und die Kosten des Ehrenamtes für Organisationen der Sozialen Dienste

Zusammenfassung
Dieses Kapitel dient der theoretischen Annäherung an die Frage, worin der Nutzen des Ehrenamts für die Sozialen Dienste besteht, welche Kosten zu erwarten sind und welche Strategien des Umgangs mit potenziellen Kosten zu erwarten sind. Ziel ist es, diese Fragen für eine empirische Untersuchung analytisch handhabbar zu machen. Das Kapitel teilt sich in zwei Unterkapitel: In Abschn. 4.1 wird mittels eines neoinstitutionalistischen Zugangs (Suchman 1995) sowie des institutionenökonomischen Signalingansatzes (Spence 1973) diskutiert, ob und inwiefern der Nutzen des Ehrenamts für die Sozialen Dienste ein legitimativer sein könnte. Dies knüpft an den Forschungsstand an, in dem vermutet wurde, dass vom Ehrenamt legitimierende Signale ausgehen, die die Organisationen nutzen können. Abschn. 4.2 greift die Fragestellungen nach der Kostenseite des Ehrenamtes und möglicher Umgangsstrategien damit auf. Im Forschungstand wurde konstatiert, dass ein ökonomischer Ertrag und Nutzen ohne die Betrachtung potenziell anfallender Kosten nicht ermittelt werden kann. Anhand der Transaktionskostentheorie wird diskutiert welche organisationalen Konstellationen kostentechnisch vor- und nachteilhaft sind und für welche Organisationen, differenziert nach ihrer Formalstruktur und der Koordinationsweise des Ehrenamtes, welcher Umgang mit Kosten zu erwarten ist. Die Unterkapitel schließen jeweils mit forschungsleitenden Annahmen, die im empirischen Teil der Arbeit geprüft werden.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 5. Methodik

Zusammenfassung
Die Ergebnisse dieser Arbeit basieren auf n = 29 halb-strukturierte Interviews mit Geschäftsführer*innen, Ehrenamtskoordinator*innen und Pressesprecher*innen in n = 12 Organisationen der Sozialen Dienste, die auf Basis eines theoriegeleiteten Samplings ausgewählt wurden. Die Interviews wurden mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die gewählte Methode ist der qualitativen Sozialforschung zuzuordnen. Ziel der Arbeit ist es, soziale Wirklichkeit(en) in den befragten Organisationen zu rekonstruieren.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 6. Zentrale Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse

Zusammenfassung
Das Kapitel der zentralen Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse gliedert sich, analog zum Theoriekapitel (Kap. 4) in zwei Teile: In dem ersten Teil (Abschn. 6.1) werden empirischen Ergebnisse vorgestellt, die zeigen, dass vom Ehrenamt ein großer Nutzen für das Senden legitimitätssichernder Signale der Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit ausgeht und von den Akteuren dazu strategisch eingesetzt wird. Im zweiten Teil (Abschn. 6.2) wird anhand empirischer Ergebnisse gezeigt, dass die Akteure der Sozialen Dienste unterschiedliche Strategien anwenden, um das Transaktionskostenrisiko zu regulieren.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 7. Die Einbindung von Ehrenamtlichen zwischen Legitimationsnutzen und Transaktionskostenregulierung

Zusammenfassung
„Warum binden Soziale Dienste Ehrenamtliche in ihre Organisation ein?“, so lautet die Forschungsfrage dieser Arbeit. Gegenstand dieser Frage ist das organisationale Kosten-Nutzen-Verhältnis des Ehrenamtes. Dieses wurden in dieser Arbeit sowohl erstmals theoretisch umfassend eingeordnet als auch theoriegeleitet empirisch untersucht.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

Kapitel 8. Fazit

Zusammenfassung
Diese Arbeit behandelt die Frage, warum Soziale Dienste Ehrenamtliche in ihre Organisation einbinden. Weder der postulierte Selbstzweck des Engagements und die lange Tradition dies zu tun, noch ein etwaiger ökonomischer Vorteil durch eingesparte Personalkosten, bieten dafür ausreichende wissenschaftliche Erklärungen an.
Stefanie Lünsmann-Schmidt

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