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11.01.2017 | Leadership | Im Fokus | Onlineartikel

... denn sie wissen nicht, was sie tun?

Autor:
Andrea Amerland

Wir entscheiden einfach mal, Probleme lösen wir später – das scheint der Leitspruch deutscher Manager zu sein. Denn wie eine Studie zeigt, fehlen Führungskräften häufig grundlegende Informationen für ihre weitreichenden Entscheidungen. 

Nur rund ein Viertel von rund 250 befragten Führungskräften verfügt über fundierte Berichte oder Informationen, wenn sie über die strategischen Weichenstellungen für ihr Unternehmen entscheiden. Das zeigt die Studie "Unternehmenssteuerung 2016" der Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner. Je höher die Führungskraft gestellt ist, um so wagemutiger werden offenbar die Entscheidungen. Denn Manager finden kaum Zeit, all die Berichte zu lesen, die ihnen vorgelegt werden. Zudem hapert es ihrer Ansicht nach an deren Qualität. 

Empfehlung der Redaktion

2016 | Buch

Anatomie strategischer Entscheidungen

Komplexität im Unternehmen verstehen, analysieren und meistern

Andreas Beisswenger entwickelt aus der Analogie zwischen der Anatomie des Menschen und dem Aufbau von Entscheidungssituationen, die sich beide durch äußerste Komplexität auszeichnen, eine neue Sichtweise auf strategische Entscheidungen. Damit wird ei


Doch wie kommen Manager unter diesen Umständen zu Entschlüssen? Offenbar spielen folgende Persönlichkeitsmerkmale eine große Rolle, so Wolfgang Becker, Patrick Ulrich und Tim Botzkowski über Entscheidungen im Top-Management: 

  • die Intelligenz von Entscheidern
  • kognitive Merkmale wie Rigidität, das Ausmaß der Extrovertiertheit oder Selbstsicherheit
  • informationelles Suchverhalten
  • die Wirkung von Vor- und Expertenwissen

Die Springer-Autoren haben zudem empirisch ermittelt, dass rund 34 Prozent der Probanden überwiegend situativ verschieden entscheiden, 43 Prozent rational und lediglich sieben Prozent sehr rational. Obwohl die meisten Menschen intuitiv davon ausgehen, "dass bessere oder zusätzliche Informationen auch zu besseren Entscheidungen führen", ist es den Autoren zufolge bislang mit betriebswirtschaftlichen Methoden allein nicht erklärbar, warum zwei Personen mit gleichen Erfahrungen und Kenntnissen unterschiedliche Entscheidungen, nämlich einer die richtige und der andere die falsche, treffen.

Entscheidungshilfen ergänzend nutzen

Neben weiteren Persönlichkeitsmerkmalen und Eigenschaften bestimmen offensichtlich irrationale Faktoren den Entscheidungsfindungprozess. Wer sich darauf allein nicht verlassen will, dem bietet Andreas Beisswenger einen ganzen Katalog an Entscheidungshilfen an. Darunter versteht der Springer-Autor Tools und Methoden wie unter anderem die SWOT-Analyse, Lagediagnosen und Prognosen, Potenzialanalysen, Portfolio-Analysen, Erfolgspotenzialanalysen, Früherkennung, Kepner-Tregoe-Technik, Indikatorenorientierte Früherkennung und vieles mehr. Der Autor unterscheidet dabei nach subjektiv und objektiv ausgeprägten Beschreibungs- und Analyseinstrumenten und nach dem Grad der Entscheidungskomplexität, die er in einer Vier-Feld-Matrix visualisiert. 


Strategische Entscheidungen stellen die komplexeste Art von Entscheidungen überhaupt dar. Gerade deswegen sollte die Informationsbasis fundiert sein. Ansonsten sind Managemententscheidungen einfach nur eins: reine Glückssache.

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