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25.06.2019 | Leadership | Im Fokus | Onlineartikel

Starke Führungskräfte nehmen ihre Erfolge wahr

Autor:
Bianca Fuhrmann

Starke Führungskräfte, also diejenigen, die mit Klarheit und Konsequenz führen, wissen: Wer erfolgreich sein will, muss Erfolge wahrnehmen können. Wie dazu die Erfolgswahrnehmung bei sich und den Mitarbeitern geschärft werden kann, zeigen die folgenden drei Schritte.

Führungskräfte kennen das: Im Alltag wird der Erfolg schnell aus den Augen verloren und es gilt fast als normal, wenn Projekte gelingen, Präsentationen gut laufen und die Mitarbeiter voll motiviert bei der Sache sind. Positives Feedback – Fehlanzeige. Loben – wird ebenfalls oft vergessen. Was macht das auf Dauer mit den Menschen, wenn Erfolge so dahinplätschern? Die Erfolge werden nicht mehr wahrgenommen. Sie sind verwöhnt von ihrer scheinbaren Erfolgssträhne und sehen nicht mehr, was sie alles dafür geleistet haben. Ist die Führungskraft dann auch noch perfektionistisch veranlagt, verliert sie besonders schnell die Relation zu ihren Erfolgen, die sie sich sowieso nicht eingestehen kann. Erfolge anzuerkennen, fällt ihr besonders schwer.

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2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Selbstwirksamkeit und Motivation

Wie beeinflusst Selbstwirksamkeit die Motivation von Menschen und welche Maßnahmen fördern die Selbstwirksamkeit? Darum geht es in diesem Kapitel. Maßgeblich für die Motivation ist die Erwartung, dass ein Verhalten tatsächlich gut ausgeführt werden kann.


Wenn Misserfolge den Alltag trüben 

Läuft es mal nicht gut, fehlt meist auch noch der bestärkende Blick auf die vergangenen Erfolge, denn diese werden schon lange nicht mehr im geistigen Tresor abgespeichert. Dabei würde dies die Führungskraft widerstandsfähiger gegenüber Misserfolgen machen. Es würde die Misserfolge in echter Relation zu den Erfolgen stellen und täglich einen Motivationsschub liefern – egal ob es gut oder schlecht läuft. Was kann die Führungskraft also tun, damit die Antennen wieder neu justiert werden?

Schritt eins: Die Selbstwirksamkeitserfahrung sichtbar machen

Hier hilft ein Blick in die Vergangenheit, wo die Führungskraft schon öfters wahrgenommen hat, dass ihre Aktionen erfolgreich verlaufen sind. Sie weiß, dass sie sich bei bestimmten Tätigkeiten oder Fähigkeiten auf sich verlassen kann. Diese Selbstwirksamkeitserfahrung stärkt ihr Selbstbewusstsein und sollte idealerweise in irgendeiner Form von ihr konserviert werden, zum Beispiel durch Notizen, Urkunden, Zertifikate oder Bilder.

Schritt zwei: Die Selbstwirksamkeitserwartung stärken

Das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung entwickelte der Psychologe Albert Bandura. In seinen Studien hat er festgestellt, dass Menschen, die von ihren Fähigkeiten absolut überzeugt sind, ausdauernder, weniger ängstlich und schlussendlich erfolgreicher sind. Sie begegnen Herausforderungen mit einer größeren Selbstsicherheit als diejenigen, die nicht an sich glauben. Hindernisse werden als weniger groß wahrgenommen. Kurzum: Wo ein Wille zum Erfolg ist, lässt der Erfolg meist nicht lange auf sich warten. Selbstzweifel? Fehlanzeige. Damit die Selbstwirksamkeitserwartung wie ein Katalysator wirkt, muss die Führungskraft allerdings bereits die Erfahrung gemacht haben, dass sie in diesem Thema kompetent ist.

Schritt drei: Erfolge täglich ins Bewusstsein bringen 

Um Erfolge wieder wahrzunehmen, braucht es die bewusste Entscheidung, diese sichtbar zu machen. Hierfür hilft es, diese einmal täglich beispielsweise in einem Erfolgstagebuch oder einer Mindmap zu notieren. Es ist empfehlenswert, die Notizen auf Post-its zu machen und diese anschließend an einen gut sichtbaren Ort zu heften – das kann ein privater Kühlschrank sein oder die Innenseite der Garderobentür, die jeden Abend vor dem Nachhauseweg geöffnet wird. Es sollte eine Stelle sein, die zum einen nur für die Führungskraft einsehbar ist und zum anderen jeden Tag ins Bewusstsein tritt. Durch das kontinuierliche Beschäftigen mit den eigenen Erfolgen steigt die Wahrnehmung der persönlichen Erfolge. Bei jeder Betrachtung sollte sich die Führungskraft die Frage stellen, warum sie in diesem Thema erfolgreich war und welche ihrer Fähigkeiten ihr zum Erfolg verholfen haben.

Tipp: Erfolgsbewusstsein der Mitarbeiter schärfen

Wer als Führungskraft ein erfolgreiches Team entwickeln möchte, sollte die drei Schritte auch auf seine Mitarbeiter anwenden. Eine hilfreiche Maßnahme ist beispielsweise, die Erfolgswahrnehmung bei den regelmäßig stattfindenden Teammeetings als festen Agendapunkt zu setzen. Wichtig ist, dabei genügend Zeit auch für die Erfolgsbetrachtung einzuräumen. Es ist eine Investition in die erfolgreiche Zukunft. 

Fazit: Erfolg ist der Zündstoff für stetig gute Leistung

Jeder, ob Führungskraft oder Mitarbeiter, sollte zum einen seinen Willen zum Erfolg schärfen und zum anderen den Blick regelmäßig auf die vergangenen Erfolge richten und sich auf diese Weise eine Art Resilienz-Schutzschild aufbauen. Nur das permanente Bewusstmachen der eigenen Erfolge lässt weitere nachfolgen.

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