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Über dieses Buch

Dieses Buch, das nach dem Ende des INF-Vertrages im Sommer 2019 aktualisiert und erweitert wurde, handelt von den Atombomben in Deutschland. Kein Land war so sehr als atomares Schlachtfeld vorgesehen, keines so vollgestopft mit nuklearen Sprengköpfen wie das geteilte Deutschland im Kalten Krieg. Und der Albtraum ist nicht vorbei: noch immer lagern in der Eifel Atombomben, noch immer wird erwartet, dass deutsche Soldaten sie im Kriegsfall mit ihren Tornado-Jagdbombern abwerfen. In der angespannten Weltlage kehrt das Gespenst der atomaren Abschreckung zurück. In Deutschland wurde mit der Entdeckung der Kernspaltung die Grundlage dafür gelegt, deutsche Wissenschaftler begannen, für Adolf Hitler daraus eine Bombe zu machen, deutsche Exilanten schafften es dann in den USA. Die Stationierung von Atomwaffen auf deutschem Boden wurde zu einer der großen Konflikte der Nachkriegszeit. Auch in der überschaubaren Zukunft wird Deutschland an der nuklearen Teilhabe festhalten, die Atombomben werden modernisiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Statt eines Vorworts

Zusammenfassung
»Die Menschheit steht vor zwei simultanen existenziellen Bedrohungen, von denen jede ein Grund für extreme Sorgen und unmittelbare Aufmerksamkeit ist. Die wichtigen Bedrohungen – Atomwaffen und der Klimawandel – wurden im vergangenen Jahr verschärft durch einen verstärkten Informationskrieg, um die Demokratie rund um die Welt zu untergraben, der das Risiko von diesen und anderen Bedrohungen erhöht und die Zukunft der Zivilisation in eine außerordentliche Gefahr bringt.
Werner Sonne

TEIL 1

Frontmatter

Kapitel 2. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Zusammenfassung
Es ist ein grauer, verregneter Tag. Über die Eifelhöhen fegt ein kalter Wind. Aus den Wolken sinken im Landeanflug zwei Tornado-Jagdbomber mit dem Eisernen Kreuz der deutschen Luftwaffe auf ihren Tragflächen herab.
Werner Sonne

Kapitel 3. Schwarz-Gelb gegen die Bombe – aber nicht wirklich

Zusammenfassung
Er hatte ein politisches Wunder vollbracht: 14,6 Prozent! Das war das Ergebnis für die FDP an diesem Wahltag am 27. September 2009 – das beste Resultat in der Geschichte der Liberalen. Der dynamische FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hatte die Partei nach oben geboxt. Nach vier Jahren waren die Bürger der großen Großen Koalition müde, die unter der Führung von Angela Merkel das Land seit 2005 regierte und auch über die Verteidigungspolitik und Deutschlands Haltung zur atomaren Position der Allianz waltete.
Werner Sonne

Kapitel 4. Die Bombe, die noch mehr können soll

Zusammenfassung
Der 4. April 2010 war für sie ein Jubiläum: »50 Jahre Ostermärsche haben ihren Ursprung im Widerstand gegen Atomwaffen! « Die Friedensbewegung machte an diesem Osterwochenende wieder einmal in Büchel mobil. Nach einem halben Jahrhundert sollte in dem Eifeldorf erneut für die Forderung nach dem völligen Abzug der Atomwaffen demonstriert werden, um Fünf vor Zwölf vor dem Zaun des Fliegerhorstes des Jagdbombergeschwaders 33, 47 Organisationen beteiligten sich. »Bye, Bye, nuclear bombs« konnte man auf einem der Aufkleber lesen.
Werner Sonne

Kapitel 5. Ein Machtwort der Kanzlerin

Zusammenfassung
Die Order kam von ganz oben, direkt aus dem Kanzleramt. Kanzlerin Angela Merkel persönlich sprach ein Machtwort. Und das kostete einem der hochrangigsten Generale der Bundeswehr den Job.
Werner Sonne

Kapitel 6. Wer hat den Schwarzen Peter – Moskaus A-Waffen

Zusammenfassung
Von Immanuel Kant erzählte man sich in der alten deutschen Universitätsstadt Königsberg, er sei bei seinen Spaziergängen so pünktlich gewesen, dass man die Uhr danach stellen konnte. Die Gedanken des Philosophen kreisten um die großen Themen wie Freiheit, Moral und Vernunft. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die zerstörte Stadt, die das Herz des alten deutschen Ost-Preußens war, an die Sowjetunion und war ein fester Bestandteil des großen kommunistischen Reiches, umgeben von den baltischen Sowjetrepubliken.
Werner Sonne

Kapitel 7. NATOs Abschreckung – ohne Trump leere Drohung

Zusammenfassung
Lange hat er seine deutschen Wurzeln verleugnet, nun aber steht er dazu, und inzwischen ist der kleine Ort mit der großen Geschichte, die bis zu den Römern zurückreicht, von vielen Medien abgeklappert worden, weil 1885 von Kallstadt aus Frederick Trump nach Amerika aufbrach. Er war der Großvater des heutigen 45. Präsidenten der USA, Donald Trump. Ihn hat der junge Donald nicht mehr erlebt, wohl aber seine ebenfalls deutsche, aus demselben Ort stammende Großmutter Elisabeth, die erst 1966 in New York starb.
Werner Sonne

Kapitel 8. Proliferation – das nukleare Schreckgespenst

Zusammenfassung
Jedes Jahr schreibt das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) den Zustand des nuklearen Rüstens auf der Welt fort. Es gilt seit 1969 als die wohl zuverlässigste unabhängige Quelle und listet regelmäßig die Atomwaffenbestände auf. Im Juni 2019 stellt SIPRI mit Blick auf die Entwicklung im Jahr zuvor fest, die Gesamtzahl der nuklearen Sprengköpfe auf der Welt »nehme weiter ab«.
Werner Sonne

Kapitel 9. Abrüstung nein danke – jedenfalls nicht jetzt

Zusammenfassung
Die Sitzreihen an diesem Abend des 23. März 2017 waren nur sehr spärlich besetzt.
Werner Sonne

Kapitel 10. Wieder große Koalition – und wieder weiter so mit der Bombe

Zusammenfassung
Es endete mit einem Paukenschlag. »Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren«, beendete der FDP-Vorsitzende Christian Lindner den Versuch für ein einzigartiges Experiment: der Bildung einer »Jamaika«-Koalition aus Christdemokraten, Liberalen und Grünen auf Bundesebene.
Werner Sonne

TEIL 2

Frontmatter

Kapitel 11. Ein Faustischer Pakt – Hitlerdeutschlands Versuch, an die Atombombe zu kommen

Zusammenfassung
Als Otto Hahn seine Wohnung in der Hessischen Straße in Berlin bezog, gab es im Haus noch kein elektrisches Licht. Der Mann, der die Atomspaltung entdecken sollte und damit die Grundlage für den nuklearen Albtraum schuf, arbeitete zu Hause im Schein einer Petroleumlampe. »Zum Hinaufsteigen in meine sehr hoch gelegene Wohnung bedurfte es in der Nacht immer einer Anzahl von Streichhölzern«, erinnerte er sich später an seine Anfänge als junger Wissenschaftler am Chemischen Institut der Universität im Jahre 1906, das von dem Nobelpreisträger Emil Fischer geleitet wurde, der damals den noch üblichen Titel eines Geheimrates trug.
Werner Sonne

Kapitel 12. Albert Einstein und die Bombe

Zusammenfassung
Er hatte es schon früh kommen sehen. Er war der Prominenteste unter den deutschen jüdischen Forschern, mit deren erzwungenem Exodus die deutsche Wissenschaft einen bis heute spürbaren Aderlass erlebte. Albert Einstein war der Star unter den deutschen Wissenschaftlern, lange schon vor der Verleihung des Nobelpreises 1921 hatte er seine Hauptwerke vorgelegt, die ihn für immer in den Olymp der Physik heben sollten, zuerst die Spezielle Relativitätstheorie und darauf die Formel E = mc2, wonach die Energie eines Körpers das Produkt aus seiner Masse und dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit ist, und dann 1915 die Allgemeine Relativitätstheorie.
Werner Sonne

Kapitel 13. Die Partei hat immer recht

Zusammenfassung
Es war ein Spionagethriller, wie sich auch Erfolgsautor John le Carré das kaum spannender hätte ausdenken können: Verrat im innersten Zentrum des wohl größten Rüstungsprojektes der Geschichte, konspirative Treffen in unterschiedlichen Städten auf zwei Kontinenten, das Knacken von Geheimkodes nach jahrelangen Versuchen, Überläufer, der Verrat an den Verrätern, und am Ende eine sowjetische Atombombe, die das nukleare Monopol für immer beendete.
Werner Sonne

Kapitel 14. Wie Adenauer lernte, die Bombe zu lieben

Zusammenfassung
Gail Halvorsen steht in Berlin im November 2016 mit seinen 96 Jahren immer noch aufrecht auf der Bühne beim Abend des Bundesverbandes der deutschen Luftverkehrswirtschaft. Sein Lächeln ist verbindlich, seine Augen sind wach. Um den Hals trägt er stolz das Bundesverdienstkreuz.
Werner Sonne

Kapitel 15. Keine Experimente – wie Adenauer die atomare Bewaffnung durchsetzte

Zusammenfassung
Cowboy und Indianer zu spielen war für uns Nachkriegskinder ein weit verbreitetes Vergnügen. Irgendwie war es aus Amerika herübergeschwappt, und wir rannten mit Federschmuck und breitkrempigen Hüten herum, hatten, selbstgebastelt, Pfeil und Bogen und gerne auch Spielzeugpistolen, die mit kleinen, mit Pulver gefüllten Papierstreifen geladen wurden, die ein schwaches Peng-Peng erzeugten, harmlos und gefahrenfrei.
Werner Sonne

Kapitel 16. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott – der Sputnik-Schock und die Folgen

Zusammenfassung
Es war nur ein Beep-Beep-Beep, sonst nichts. Aber man konnte es überall über Kurzwelle hören und es sollte die Welt verändern.
Werner Sonne

Kapitel 17. Ja, wir waren unpolitisch – vom Umgang mit der Bombe

Zusammenfassung
Als Gerd Vöckler als junger Rekrut 1958 zur Bundeswehr kam, war für ihn die Atombombe im militärischen Alltag noch weit weg. Er hatte als Jugendlicher die Berliner Luftbrücke erlebt, nun wollte er raus aus der geteilten Stadt. Die Bundeswehr war im Aufbau, die meisten Offiziere hatten noch in Hitlers Wehrmacht gedient, einer seiner Vorgesetzten war nach zehn Jahren in sowjetischer Kriegsgefangenschaft fast nahtlos wieder in die neuen deutschen Streitkräfte eingetreten, entsprechend war die Atmosphäre stark vom Geist der alten Wehrmacht geprägt, die Ausbildung verlief traditionell.
Werner Sonne

Kapitel 18. Am Rande des Abgrunds

Zusammenfassung
Er war jung, er hatte Charisma, er war intelligent, er passte mit seiner eleganten Frau auf jede Illustrierten-Titelseite und er wollte Amerika zur New Frontier führen, jener mythisch überhöhten Frontlinie, die nicht als Grenze, sondern als Aufbruch verstanden wurde, »nicht eine Sammlung von Versprechungen, sondern eine Sammlung von Herausforderungen«. Das war das Motto des neuen 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten: »Es fasst zusammen, nicht was ich dem amerikanischen Volk anbieten will, sondern was ich beabsichtige ihm abzuverlangen«, rief er beim Parteitag der Demokraten aus, die ihn nominierten. Aus diesem Wahlversprechen machte der mit knapper Mehrheit gewählte John F. Kennedy dann in seiner Rede zur Amtseinführung am 20. Januar 1961 den Satz, der weltweit junge Menschen herausforderte und begeisterte: »Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst.«
Werner Sonne

Kapitel 19. Ein Abgrund von Landesverrat

Zusammenfassung
Bundeskanzler Adenauer ging in diesen Herbsttagen seiner Lieblingsbeschäftigung nach. An seinem Ferienort Cadenabbia in Italien spielte der alte Herr Boccia. Bei Bonn jedoch wurde Krieg gespielt – und natürlich stand die Atombombe dabei im Mittelpunkt.
Werner Sonne

Kapitel 20. MLF – und wieder wird nichts aus deutscher Teilhabe

Zusammenfassung
Noch einmal ging es darum, den Finger auf den atomaren Drücker zu bekommen. Das Zauberwort dafür hieß Multilateral Force (MLF). Es sollte auf den Weltmeeren eine schwimmende nukleare Streitmacht werden und die Deutschen sollten endlich gleichberechtigt dabei sein.
Werner Sonne

Kapitel 21. Der Harmel-Bericht – die neue NATO

Zusammenfassung
In der NATO ging die Angst um, ausnahmsweise nicht vor dem russischen Bären, sondern vor sich selbst. Die Allianz mit ihren damals 15 Mitgliedern war erkennbar in der Krise. Frankreichs Präsident de Gaulle, angetrieben durch seine inzwischen erfolgreichen atomaren Großmachtpläne, hatte Ernst gemacht und 1966 der NATO buchstäblich den Stuhl vor die Tür gesetzt.
Werner Sonne

Kapitel 22. Apokalypse im Bunker

Zusammenfassung
Auf der Tagesordnung stand die nukleare Apokalypse. Aber es musste doch alles seine Ordnung haben, nach den strikten Vorgaben des öffentlichen Dienstes. Den Teilnehmern empfahl ein Merkblatt der Bundesregierung, mit einem roten Stempel als »Geheim« eingestuft, Schuhe mit Gummisohlen zu tragen, eine Sonnenbrille zum Schutz vor der Neonbeleuchtung mitzubringen, sowie zum Zeitvertreib auch »Brett- oder Kartenspiele «. Und: »Bettwäsche liegt zur Selbstbedienung in den Kleiderschränken bereit.«
Werner Sonne

Kapitel 23. Ein Abendgebet mit Folgen – die Nachrüstung

Zusammenfassung
Es waren Fotos, die die Weltgeschichte verändern sollten. Nicht etwa hoch aus dem All aufgenommen, sondern von der Erde, in unmittelbarer Nähe, irgendwo in der Sowjetunion. Es musste also einen Spion geben, der mit seiner Kamera ziemlich dicht dran war an diesem hoch geheimen Waffensystem.
Werner Sonne

Kapitel 24. Massenproteste wie nie – und doch umsonst

Zusammenfassung
Die kleine Stadt am Rhein war von Konrad Adenauer in die Rolle der Bundeshauptstadt befördert worden, aber eigentlich war sie eher beschaulich und rheinisch-behäbig geblieben, mit der Universität in ihrem Zentrum. Aber an diesem 10. Oktober 1981 schien sie überzuquellen, konnte die Stadtmitte die Abertausende kaum fassen.
Werner Sonne

Kapitel 25. Die DDR und die Bombe

Zusammenfassung
Der Mann in der Uniform eines Korvettenkapitäns der Marine der Nationalen Volksarmee der DDR stellte sich als Mann mit einer besonderen Aufgabe vor: »Vor Ihnen sitzt der künftige Oberbürgermeister von Köln.« Seine verblüfften Untergebenen, auf deren Unterrichtsplan an diesem Tag politische Schulung stand, waren zwar ebenfalls in der Uniform der NVA, aber auf ihren Schulterklappen trugen sie einen Spaten. Das war das klare Zeichen dafür, dass der Träger dieses Abzeichens ein Klassenfeind war.
Werner Sonne

Kapitel 26. Die doppelte Null – weg mit allen Mittelstreckenraketen

Zusammenfassung
Als an diesem 11. März 1985 in Moskau der erst 54-jährige Michail Gorbatschow den Machtkampf gegen seinen erzkonservativen Rivalen gewann und als Generalsekretär die Führung der Sowjetunion übernahm, ahnte noch niemand, dass er wenige Jahre später in der übrigen Welt, vor allem in der Bundesrepublik, gefeiert werden würde wie ein Popstar, dass er den Kalten Krieg beenden, den Friedensnobelpreis bekommen, die deutsche Einheit mit ermöglichen und der Beseitigung einer ganzen Kategorie von Atomwaffenträgern zustimmen würde – bis dahin einmalig in der Geschichte der nuklearen Abrüstung.
Werner Sonne

Kapitel 27. Terrorgefahr – die schmutzige Bombe

Zusammenfassung
Am 10. August 1994 landete die Boeing 737 der Lufthansa planmäßig in München, direkt aus Moskau kommend. So viel steht fest. Unbestritten ist auch, dass ein Kolumbianer namens Justiniano Torres Benítez mit an Bord war – und dass er in seinem Gepäck eine Ware mit sich führte, die diesen Flug zu einer der spektakulärsten Schmuggelaffären im internationalen Handel mit nuklearen Stoffen machte.
Werner Sonne

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