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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Verteilungsfragen haben in der wissenschaftlichen Behandlung, aber auch in der politischen Diskussion, merklich an Bedeutung gewonnen. Die Begründungen für dieses gesteigerte Interesse an Verteilungsphänomenen sind mehrfach und miteinander verwoben. Für die gesteigerte verteilungspolitische Auseinandersetzung lassen sich zwei Bereiche iden- tifizieren, welche kausal miteinander verbunden sind: Die Frage nach der Feststellung von ökonomischer Ungleichheit und die Frage inwieweit es staatlichen Umverteilungsprozessen gelingt, ökonomische Ungleichheit zu verringern.
Robert Holzmann

2. Problemfelder der Einkommensanalyse

Zusammenfassung
Die Verwendung des Einkommens in Verteilungsanalysen ist — auch bei Annahme vollständiger Märkte — mit einer Vielzahl konzeptueller Fragen versehen. Durch die Beurteilung von Verteilungszuständen anhand von “Lebenseinkommen” können einige dieser Fragen befriedigender gelöst werden als in der herkömmlichen Behandlung. Einige Probleme bleiben bestehen, einzelne neue kommen hinzu. Dem Aufzeigen von wesentlichen Fragestellungen, anhand der Problemfelder Einkommensbegriff, Einkommenseinheit und Einkommensperiode, sowie einigen bisherigen Lösungsansatzen, soll dieser Abschnitt dienen. Die Diskussion deckt aber bei weitem nicht samtliche Facetten ab, die bei einer Beurteilung von Lebenseinkommen relevant sein können. Die inhaltliche Aufarbeitung orientiert sich zunachst an herkömmlichen Fragestellungen, um damit einen Einblick in die konventionelle Behandlung der Problemfelder zu geben. Durch einzelne Erweiterungen und Ergänzungen, sowie gezielte Querverweise, vor allem auf den Lebenszyklusansatz, soli aber auch jener neue Ansatz für die Bewertung von Lebenseinkommensverteilungen vorbereitet werden, welcher in den folgenden Abschnitten entwickelt und dargestellt wird.
Robert Holzmann

3. Lebenseinkommen, Lebenszyklusmodell und Marktbeschränkungen

Zusammenfassung
Der woh1fahrtsokonomis chen Beurteilung von Lebenseinkommen anhand relativer1 Gleichheitsmaße2 entspricht die Annahme einer Sozialen Wohlfahrtsfunktion des Bergson-Samuelson-Typs (Siehe Abschnitt 4): W = W(v1…vN) = W(V(x1),…V(xN))
Robert Holzmann

4. Gleichheitsmasse Als Wohlfahrtsindikatoren

Zusammenfassung
Die quantitative Erfassung der Ungleichheit von (Lebens-) Einkommen kann grundsätzlich über eine Vielzahl bekannter und weniger bekannter (Un-) Gleichheitsmaße erfolgen. Als Gleichheitsmaße G(x) können jene Indices bezeichnet werden, welche bei vollständiger Gleichheit aller Einkommen den höchsten Wert (≙1) ausweisen und mit dem entsprechenden Ungleichheitsmaß I(x) in einfacher Definitionsbeziehung stehen: I (x) + G (x) = 1. Aus Darstellungsgründen wird in der Folge der Begriff Gleichheitsmaß verwendet.
Robert Holzmann

5. Lebenseinkommen und Verteilungsbetrachtung: Ein Neuer Ansatz

Zusammenfassung
Die bisherige Analyse und deren Ergebnisse bilden die Grundlage um für die Frage der Bewertung von Lebenseinkommensverteilungen einen neuen Ansatz zu formulieren. Dieser wohlfahrtsfundierte Ansatz geht von einer ökonomischen Definition des Lebenseinkommens aus und berücksichtigt hierbei die Existenz von unvollständigen Märkten. Mittels dieser Lebenseinkommensdefinition läßt sich auch die Frage behandeln, welche die konventionelle Lebenseinkommensdefinition (1.1) bisher verunsichert hat, nämlich die nach der heranzuziehenden Diskontrate. Unter Verwendung dieser ökonomischen Lebenseinkommensdefinition kann ein Maßkonzept entwickelt werden, welches den Wohlfahrtseffekten von Marktunvollkommenheiten und Disparitäten der Nutzenpositionen Rechnung trägt, dabei durch seine Disaggregationsfähigkeit in beide Einzeleffekte wertvolle Einsicht in die unterschiedlichen Aspekte von Lebenseinkommensungleichheit liefert.
Robert Holzmann

6. Die Quantitative Bedeutung von Intra- und Interpersonellen Aspekten in Lebenseinkommensverteilungen: Eine Simulationsanalyse

Zusammenfassung
Die im vorherigen Abschnitt entwickelte ökonomische Definition von Lebenseinkommen und das darauf aufbauende wohlfahrtsfundierte Maßkonzept zur Bewertung von Lebenseinkommensverteilungen kann auch ohne quantitative (empirische) Auffüllung als qualitatives Analyseinstrumentarium verwendet werden. Die Trennung in intra- und interpersonelle Aspekte in der Beurteilung von Lebenseinkommensverteilungen erlaubt eine neue Sichtweise in der Beurteilung von verteilungspolitischen Maßnahmen. Staatliche. Transferprozesse können danach nicht nur durch eine Verringerung der Einkommens (≙ Nutzen) disparität zwischen Individuen potentielle Wohlfahrtsverluste mindern, sondern auch über eine Anpassung des individuellen Einkommenspfades an den individuellen optimalen Konsumpfad. Soferne der untere (Lebenseinkommens) Bereich vergleichsweise stärker an der Realisation des optimalen Konsumpfades gehindert ist und dadurch relativ höhere Nutzeneinbußen in Kauf nehmen muß, kann eine staatliche Verteilungspolitik, welche die intrapersonelle Ungleichheit mindert, auch gleichzeitig die interpersonelle Ungleichheit senken. Auf solche und weitere verteilungspolitische Schlußfolgerungen dieses Ansatzes wird im Anschluß an die Simulationsergebnisse in Abschnitt 7.2 eingegangen werden. Für eine grundsätzlich neuartige Beurteilung staatlicher Transferprozesse wesentlich ist jedoch auch die Information über die potentielle quantitative Bedeutung der intrapersonellen im Vergleich zur interpersonellen Gleichheit.
Robert Holzmann

7. Schlussbetrachtungen

Zusammenfassung
Eine durch die Arbeit verlaufende Argumentationslinie galt dem Aufzeigen der Vorteile, welche eine Verwendung von Lebenseinkommen anstelle von Periodeneinkommen für individuelle Wohlfahrtsvergleiche haben kann. Zur Vermeidung von Mißverständnissen sei jedoch betont, daB damit die Analyse von Periodeneinkommen, respektive deren Komponenten wie Arbeitseinkommen, imputierte Einkommen, Kapitaleinkommen usw. nicht als hinfallig betrachtet werden kann und soil, insbesondere wenn solche Analysen der Behandlung anderer Fragestellungen als jener interpersoneller Wohlfahrtsvergleiche dienen. Eine solche periodenbe- zogene Fragestellung ist etwa das Phänomen der Armut, deren Definition, deren Probleme, deren Beseitigung; ein in dieser Arbeit bewußt ignorierter, durchaus woh1fahrtsre1evanter Aspekt, der neuerdings von theoretischer als auch von empirischer Seite viel Aufmerksamkeit erhalten hat (SEN 1976, VAN PRAAG et al. 1982). Einen anderen Anwen- dungsbereich fiir periodenbezogene Betrachtungen stellen Analysen zur konjunkturellen Sensitivitat von Einkommen dar; welche Querschnitts- einkommensbereiche profitieren, welche verlieren durch Instabilityten am Arbeitsmarkt, am Output-Markt usw. (BEACH 1976, 1977, HOLZMANN- VETSCHERA 1981). Studien zur intrabetrieblichen Lohnstruktur, zum in- terbetrieblichen oder -branchenmaßigen Lohnvergleich, zur geschlechts- spezifischen Lohndiskriminierung usw. stellen einige weitere Beispiele fiir notwendige und sinnvolle periodenbezogene Einkommensbetrachtungen dar, wenngleich in Einzelfälien Misinterpretationen der Daten und Ergebnisse vermieden werden konnten, wenn zeitablaufsbezogene Uberlegun- gen miteinflieBen wiirden. So ist die Tatsache, daß Frauen niedrigere Lohnsatze als Manner aufweisen, nicht hinreichend für geschlechtsspe- zifische Lohndiskriminierung am Arbeitsplatz, da diese auch durch un- terschiedliche Ausbildung, Arbeitserfahrung usw., kurz zeitablaufsbezogene Charakteristika erklart werden konnte.
Robert Holzmann

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