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Über dieses Buch

Die globalisierte Ökonomie hat zu einer abnehmenden Handlungsfähigkeit von Nationalstaaten im Hinblick auf die Steuerung grenzüberschreitender,gesellschaftlicher und ökologischer Probleme geführt. Angesichts der mangelnden Effektivität staatlicher Legislativ- und Exekutivmöglichkeiten schließen sich zunehmend Akteure aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammen und verhandeln Normen und Implementationsmaßnahmen. Als Fallstudie wird das ISO 26000-Verfahren zur Standardisierung von Corporate (Social) Responsibility analysiert. Die Ergebnisse zeigen auf, welcher Handlungsbedarf im Hinblick auf die praktische Durchführung von Multi-Stakeholder- Governance als auch hinsichtlich der Fortentwicklung der normativen Theorie besteht.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Theoretische Einführung und begriffliche Grundlagen

Zusammenfassung
Durch globalisierte Märkte und die zunehmende Exterritorialität von Unternehmen hat ein erheblicher Teil des politischen Instrumentariums, das nach dem Zweiten Weltkrieg zur Steuerung des modernen Kapitalismus entwickelt worden ist, seine Wirkung verloren. Entsprechend konstatiert Mückenberger: „die ökonomische Globalisierung [hat] den Nationalstaaten das Gesetz des Handelns weitgehend entzogen.“ Internationale unternehmerische Aktivitäten entziehen sich mehr und mehr nationalstaatlicher Einflussmöglichkeiten, wodurch Kongruenz- und Konkurrenzprobleme entstehen. Erstere bestehen „immer dann, wenn die Reichweite gesellschaftlicher Probleme nicht deckungsgleich ist mit dem Wirkungsbereich staatlicher Politik“. Dies gilt beispielsweise im Bereich der Internationalisierung der Kapitalmärkte, aber auch für Teile der Umweltpolitik, wie etwa den Bereich Klimaschutz. Konkurrenzprobleme entstehen durch zwischenstaatliche Steuergefälle, unterschiedliche Rechtssysteme und sogenanntes „Regime-shopping“ der Konzerne mit Blick auf Länder mit niedrigen Lohnniveaus und zuweilen minimalen Sozial- oder Umweltstandards.
Sarah Jastram

2. Legitimation jenseits von Nationalstaaten

Zusammenfassung
Der Begriff der Legitimation nimmt im Rahmen der vorliegenden Arbeit einen zentralen Stellenwert ein, da Legitimation, wie das vorangegangene Kapitel (etwa Abschnitt 1.3.3) gezeigt hat, die Chance der Effektivität von Normen erhöht.
Sarah Jastram

3. Methodologie

Zusammenfassung
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde eine theoriegestützte, qualitative empirische Analyse des ISO 26000-Normbildungsverfahrens durchgeführt. Die Daten wurden mittels teilnehmenden Beobachtungen, Experteninterviews und Dokumentenanalysen erhoben, mithilfe einer systematischen Inhaltsanalyse ausgewertet und anschließend trianguliert. Bevor das methodische Vorgehen näher erläutert wird, sollen zunächst einige wissenschaftstheoretische Grundfragen diskutiert werden.
Sarah Jastram

4. Fallstudie ISO 26000

Zusammenfassung
Das nun folgende Kapitel stellt den empirischen Teil der vorliegenden Arbeit dar. Auf Basis des in Abschnitt 2.4 entwickelten theoretischen Kriterienkataloges wurde das ISO 26000-Normbildungsverfahren untersucht, um empirische Daten zur Legitimität und den Chancen und Herausforderungen von Netzwerk-Governance zu liefern. Darüber hinaus sollen die Daten dazu dienen, der eingangs referenzierten Basisannahme zur Zivilisierung und Demokratisierung der Weltordnung durch Netzwerke nachzugehen und damit insgesamt einen Beitrag zur empirischen Global Governance- Forschung zu erbringen.
Sarah Jastram

5. Gesamteinschätzung und Schlussfolgerungen

Zusammenfassung
Die Legitimität von Netzwerk-Governance wird, wie unter Abschnitt 1.4 und 2.1 erläutert wurde, in der aktuellen Literatur kontrovers diskutiert. Befürworter vermuten verbesserte Chancen für die zivilgesellschaftliche Artikulation von Voice, Partizipation und Interessensvertretung auf der globalen Ebene und dadurch einen Beitrag zur Zivilisierung der Weltordnung. Kritiker bemängeln ein demokratisches Defizit aufgrund mangelnder Transparenz und informeller Strukturen, begrenzter Zugangsmöglichkeiten und Repräsentativität sowie fehlender Wahlmöglichkeiten durch die Kreise der Betroffenen.
Sarah Jastram

6. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Die Ausgangspunkte der vorliegenden Dissertation waren die zunehmende Exterritorialität unternehmerischer Wertschöpfung einerseits und auf der anderen Seite eine abnehmende Effektivität staatlicher Legislativ- und Exekutivmaßnahmen in Bezug auf negative sozial-ökologische Aspekte der globalisierten Ökonomie. Untersucht wurden vor diesem Hintergrund neuartige Governance-Modi, die, hier in Gestalt von transnationalen Netzwerken, Normen bilden, um die auftretenden Regulierungsvakuen zu adressieren.
Sarah Jastram

Backmatter

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