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07.02.2019 | Lehmbau | Im Fokus | Onlineartikel

Prototyp eines Lehmhauses

Autor:
Christoph Berger

Auf der Messe Bau 2019 in München wurde das Modell für den Prototyp eines Lehmhauses vorgestellt, dessen tragendes Mauerwerk aus industriell gefertigten Lehmsteinen besteht. Dies ist für dauerhafte Wohngebäude bis Gebäudeklasse 4 möglich.

Im Frühjahr 2019 wird in der sächsischen Stadt Meißen der Prototyp eines Hauses mit Lehmmauerwerk gebaut. Dabei wird es sich um ein zweigeschossiges Wohnhaus mit tragenden Lehmwänden handeln. Gedämmt wird das 24 Zentimeter Mauerwerk von außen mit Hanf – die Dämmschicht wird 22 Zentimeter betragen. In der Projektbeschreibung heißt es weiter, dass die Fassade mit einem Wetterschutz aus Lärchenholz verkleidet werden soll. Für die Geschossdecken ist Stahlbeton vorgesehen. Die Fenster werden mit Lehmplatten als Faschen akzentuiert. Mit dem Prototyp sollen die Vorteile der Bauweise demonstriert und die Grundsätze unter praktischen Bedingungen getestet werden.

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Die Idee für das Haus und verantwortlich für dessen Umsetzung ist Prof. Dr.-Ing. Wolfram Jäger. Der Entwurf stammt von Stern Zürn Architekten aus Basel. Hervorgegangen ist das Projekt aus dem von der Forschungsinitiative Zukunft Bau des BBSR geförderten Projekt "Entwurfsgrundsätze modernen Lehmmauerwerks (EGsL)". Angesiedelt ist dieses an der Fakultät Architektur, Lehrstuhl für Tragwerksplanung, der TU Dresden. Auf der Bau 2019 im Januar in München war ein Modell des Prototyps bereits ausgestellt.

Einsatz industriell gefertigter Lehmsteine

Zu Anforderungen an Gebäude aus Lehmbaustoffen schreibt Dr.-Ing. Horst Schroeder im Kapitel "Konstruktionen aus Lehmbaustoffen – Planung, Bauausführung und Bauüberwachung" des Springer-Fachbuchs "Lehmbau": "Gebäude aus Lehmbaustoffen müssen wie alle anderen Bauwerke allgemeinen konstruktiven, funktionellen und gestalterischen Anforderungen genügen und die Bedürfnisse der Nutzer voll erfüllen. Die Gebäudehülle muss eine optimale Verbindung zwischen den äußeren Umweltbedingungen und den Arbeits- und Lebensbedingungen im Haus sicherstellen."

Für den Bau des Prototyps in Meißen kommen industriell gefertigte Lehmsteine zum Einsatz, stranggepresste großformatige Lehmsteine. Diese werden mit Lehm-Dünnbettmörtel vermauert – Dünnbettmörtel werden im Kapitel "Mauerwerk und Putz" des Springer-Fachbuchs "Wendehorst Bautechnische Zahlentafeln" erläutert. Bei den Lehmsteinen handelt sich um ungebrannte Steine aus der Serienfertigung, die lediglich mit der Abwärme aus dem Brennprozess getrocknet werden. Die industrielle Aufbereitung und Verarbeitung des Rohstoffs Lehm garantiere eine äußerst gleichmäßige Produktion und gestatte eine genaue Festlegung des Teilsicherheitsbeiwertes von Lehmmauerwerk, heißt es.

Die Nassräume im Wohnhaus werden horizontal und vertikal konzentriert und entsprechende Präventivmaßnahmen wie Noteinlauf und Abdichtung vorgesehen. Als erste Schicht auf den Decken kommen zudem gebundene Steine zum Einsatz, sodass es auch während der Bauzeit aufgrund von stehender Nässe auf der Decke nicht zu Beeinträchtigungen kommt.

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