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Über dieses Buch

In diesem Buch fasst Prof. Fouckhardt konkrete Tipps für motivierende Lehre und konzentriertes Lernen aus seiner jahrzehntelangen Lehrerfahrung zusammen: Gute Lehre hat mit Detailarbeit zu tun, mit Motivierung, guten Überleitungen, flexiblem Einsatz von Hilfsmitteln und Mut zum Fordern von Leistung. Gutes Lernen und Studieren beinhalten viel Konzentration und Übung, das Annehmen der Aufgabe, statt zu versuchen, sie zu umgehen. Denn nur Themengebiete, die man sich selbst erschließt, kann man auch wirklich verstehen.

Nach zehn Tipps für gute Vorträge und Lehre sowie gutes Lernen geht der Autor auch auf Aspekte der Online-Lehre ein. Den Abschluss des Buches bilden Kommentare des Autors zu ausgesuchten Themen – vom Tafelanschrieb über Hubschraubereltern zu dem manchmal nicht offensichtlichen, aber doch wichtigen Sinn des Lernens und Übens sowie dem Verkennen der Langwierigkeit des Lernens.

Dieses Buch richtet sich einerseits an Schüler, Schülerinnen und Studierende, die wissen möchten, wie sie besser und effektiver lernen können. Andererseits spricht es Dozentinnen und Dozenten an, denen ihre Schüler/innen oder Studierenden und die Lehre am Herzen liegen. Kurzweilig und unterhaltsam, mit realen Beispielen gefüttert, regt das Buch zur Reflexion des eigenen Lehr- und Lernverhaltens an.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Details der Darstellung sind wichtig

Zusammenfassung
Verwirren ist einfach, erklären ist schwierig. Vortragende und Dozierende müssen sich in die Zuhörerschaft versetzen; das ist das A und O. Auch das Vortragen sollte immer wieder geübt werden, selbst bei viel Berufserfahrung.
Henning Fouckhardt

Kapitel 2. Überleitungen liefern den roten Faden

Zusammenfassung
Einzelne Wörter und Sätze können über den Lehr-/Lernerfolg entscheiden, d. h. Verwirrung oder Klarheit schaffen. Scheinbar Selbstverständliches muss auch erwähnt werden. Gedankliche Überleitungen (das Metawissen) zwischen Aussagen und Themen müssen explizit erwähnt werden; sie sind für das gute Verständnis extrem wichtig. Und Redundanz ist wichtig.
Henning Fouckhardt

Kapitel 3. Für die Hilfsmittel gibt es kein Patentrezept

Zusammenfassung
Es gibt nicht die eine einzige richtige Methode, mit der gute Lehre funktioniert. Oft hängt die beste Methode vom Thema ab, was die Arbeit der Dozierenden noch erschwert. Das Schreiben an die Tafel ist mit großer Vorsicht zu genießen; es muss wohldosiert sein. Die neuen Medien können helfen, sind als Lehr- und Lernhilfen aber nicht per se besser als herkömmliche Maßnahmen. Für bestimmte Aufgaben sind die neuen Medien vorteilhaft; aber sie können bei anderen Aufgaben sogar vom Wesentlichen ablenken. Vielfalt in der Darstellung kann zu viel sein. Einfalt ist schlecht. Mehrfalt ist meistens der beste Weg.
Henning Fouckhardt

Kapitel 4. Projektarbeit, das wär’s ...

Zusammenfassung
Viel mehr Projektarbeit wäre sinnvoll, ist aber wegen zu geringer Betreuungsverhältnisse oft nicht sinnvoll möglich. Jede Aufgabe für eine Projektarbeit muss sehr wohl überlegt und dosiert sein: schwierig und interessant, aber in der vorgegebenen Zeit machbar. Es sollte nicht zu wenig vorgegeben werden, aber auch nicht zu viel. Sackgassen sind zu ermöglichen; von ihnen können die Studierenden viel lernen. Das Erlernen und Einüben vielfältiger Kompetenzen sind wichtig. Aber die Kompetenzen nützen nichts, wenn keine Basis an Wissen, Methodenkenntnissen und fachlichem Verständnis von Zusammenhängen vorhanden ist. Nicht jeder Mensch, der toll reden kann, hat auch etwas zu sagen!
Henning Fouckhardt

Kapitel 5. Eine Vorlesung liefert Unbe-schreib-liches

Zusammenfassung
Das „Durcharbeiten“ von Büchern ist wichtig für das Erfassen von Zusammenhängen. Durcharbeiten bedeutet wesentlich mehr als nur Lesen (womöglich noch oberflächlich). Durcharbeiten ist Vor- und Zurückblättern, wenn man etwas nicht versteht, noch ein zweites oder gar drittes Buch zu der problematischen Thematik zu konsultieren oder andere Leute zu fragen, wie sie diese Textpassage verstehen. Es sind kleine Rechnungen, um eine Formel zu erfassen. Das ist Studieren. Vorlesungen sind Hilfe zum Selbstlernen. Kleine Zusatzbemerkungen, Analogien, Vergleiche, die in keinem Buch stehen, können das Verständnis erleichtern. Allerdings müssen die Studierenden diese Zusatzbemerkungen auch zu hören bereit sein.
Henning Fouckhardt

Kapitel 6. Probleme lösen lernen, Techniken erwerben, üben

Zusammenfassung
Erfolg hat ganz überwiegend mit sehr viel Übung zu tun. Kompetenz und Verständnis kommen nicht von alleine. Es macht nicht irgendwann „klick“, und alles ist klar. Man kann nur auf viele kleine Klicks hoffen und auch nur dann, wenn man kontinuierlich arbeitet und übt. Scheinbar unwichtige Themen können im Berufsleben sehr wichtig sein. Aber selbst wenn dem nicht so wäre, sind sie schon deshalb wichtig, weil man damit sein Gehirn trainieren kann. Die Suche nach dem Weg des geringsten Widerstands ist der schlechteste Ansatz zum Studieren.
Henning Fouckhardt

Kapitel 7. Prüfungen sind doch wichtig

Zusammenfassung
Prüfungsvorbereitungen sollten genutzt werden, um Verknüpfungen herzustellen, die sonst verborgen bleiben würden. Prüfer/innen möchten Verständnis bei den Kandidatinnen/Kandidaten erkennen können. Das ist nicht nur für den Ausgang der Prüfungen wichtig, sondern betrifft auch den Kern eines Studiums: fachliches Verständnis zu erlangen. Prüfungsergebnisse sollten auch immer als Möglichkeit zur Selbsteinschätzung gesehen werden. Ständig schlechte Prüfungsergebnisse deuten darauf hin, dass jemand falsch lernt/studiert oder etwas für ihn/sie Falsches.
Henning Fouckhardt

Kapitel 8. Setzen Sie sich dem Studium aus!

Zusammenfassung
Mindestens die Hochschulausbildung ist die Grundlage für das Berufsleben. Der Tagesablauf sollte also nach dem Studium gerichtet werden und nicht umgekehrt! Ein hohes Engagement und ein hoher Einsatz beim Lernen und Üben sind unbedingt notwendig für den Lern- oder Studienerfolg. Dafür sind auch eine hohe Konzentration (wenig Ablenkung) und allgemein gute Arbeitsbedingungen unerlässlich.
Henning Fouckhardt

Kapitel 9. Fokussierung ist wichtig

Zusammenfassung
Für den Studienerfolg ist die innere Bereitschaft, sich zu konzentrieren und zuzuhören, von zentraler Bedeutung. Diese Bereitschaft muss man erst entwickeln; sie ist nicht automatisch vorhanden. Und diese Bereitschaft ist nur möglich, wenn man von dem Fach angesprochen wird und wenn man bereit ist, die Extrameilen dafür zu gehen. Das hat sehr viel mit einer konstruktiven Geisteshaltung zu tun. Man suche sich gerade die schwierigen Themen! Man bearbeite ein Problem wie ein Terrier seinen Knochen! Ist ein Knochen durchgebissen, sucht man sich den nächsten zum Lernen und Üben.
Henning Fouckhardt

Kapitel 10. Studierende abholen

Zusammenfassung
Lob ist wichtig, aber nicht ohne Grund - nicht, wenn sich jemand keine Mühe gibt! Fordern durch Dozierende heißt fördern. Denn das bedeutet auch, Lernende ernst zu nehmen, ihnen etwas zuzutrauen.
Henning Fouckhardt

Kapitel 11. Aspekte der Online-Lehre und Digitalisierung

Zusammenfassung
Digitalisierung der Lehre, wohldosiert und (immer wieder) gut vorbereitet, kann helfen. Aber sie ist nicht das Allheilmittel, als das sie gerne verkauft wird!
Henning Fouckhardt

Kapitel 12. Kommentar 1 – Tafelanschrieb

Zusammenfassung
Der häufige Tafelanschrieb birgt die Gefahr, dass Aufmerksamkeit und Spannung bei den Studierenden verloren gehen. Die Langsamkeit des Tafelanschriebs hat zwar Vorteile, wird im Extrem aber auch Aufmerksamkeit vernichten. Ohne Tafelanschrieb, d. h. bei häufiger Verwendung der Projektion, müssen sich die Dozierenden extrem zwingen, Schritt für Schritt zu erläutern. Selbst dann wird das Tempo immer noch größer sein als bei einem üblichen Tafelanschrieb. Das ist vorteilhaft, weil mehr Stoff durchgenommen werden kann, beinhaltet aber auch die offensichtliche Gefahr von Erklärungen, die nicht ruhig und sorgfältig genug vorgetragen werden.
Henning Fouckhardt

Kapitel 13. Kommentar 2 – Hubschraubereltern

Zusammenfassung
Das Thema Hubschraubereltern ist viel ernster, als man meinen könnte, weil sie ihren Kindern nur scheinbar helfen, tatsächlich aber für die Zukunft sehr viel verbauen. Denn sie verhindern, dass ihre Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen. Das bedeutet zum einen, dass sich Eltern immer wieder zurücknehmen, ihre Ängste, Bequemlichkeiten, Egoismen sowie den Wunsch nach Selbstdarstellung weitestgehend zurückhalten sollten, wenn es um die Interaktion ihrer Kinder mit der Außenwelt geht. Das bedeutet aber auch, dass Jugendliche versuchen sollten, sich von ihren Eltern zu emanzipieren, gegen den Wunsch ihrer Eltern vielleicht lieber Kunstgeschichte als Physik zu studieren oder ein Handwerk zu erlernen, egal was sich ihre Eltern für sie vorgestellt haben. Aber auch Hubschrauberlehrende, die ihren Schülerinnen/Schülern oder Studierenden zu viel abnehmen, sind kontraproduktiv.
Henning Fouckhardt

Kapitel 14. Kommentar 3 – „Wozu soll das gut sein?“

Zusammenfassung
Transparenz, gepaart mit Mitbestimmungsmöglichkeiten, ist heute eine wichtige Forderung, und das ist gut so. Dozierende sollten viel häufiger und konsequent erwähnen, warum sie eine Thematik behandeln. Eine erlaubte Erklärung mag an der einen oder anderen Stelle dann aber auch sein, dass das zum Allgemeinwissen und zur Kultur gehört. Die Lernenden sollten erstens bereit dazu sein, diese Bemerkungen zu hören und aufzunehmen, um ihres eigenen Verständnisses willen. Und zweitens sollten sie auch ein wenig Vertrauen zu ihren Dozentinnen/Dozenten aufbringen. Diese haben sich Gedanken gemacht, warum sie ein uncooles Thema durchnehmen, obwohl sie mit einem coolen doch viel mehr Punkte sammeln könnten. Niemandem zu glauben oder zu vertrauen, ist nicht die richtige Konsequenz aus dem Wunsch nach Transparenz und Mitbestimmung!
Henning Fouckhardt

Kapitel 15. Kommentar 4 – Instant Gratification

Zusammenfassung
Übung macht den Meister! Diese Regel kann auf jede Person übertragen werden, die eine komplexe Tätigkeit oder Fähigkeit erlernen möchte: ein Handwerk, eine Sportart, Tanzen, das Spielen eines Musikinstruments, eine Fingerfertigkeit wie Jonglieren, eine Naturwissenschaft usw. Ohne Fleiß kein Preis!
Henning Fouckhardt

Backmatter

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