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31.05.2017 | Leichtbau | Nachricht | Onlineartikel

Leichtbauunternehmen müssen sich stärker vernetzen

Autor:
Thomas Siebel

Eine Stärke der deutschen Wirtschaft ist die Entwicklung innovativer Leichtbaukomponenten. Doch ist auch die Produktion von Leichtbaustrukturen eine Stärke? Wie sich die Produktionsweisen verändern und wie deutsche Unternehmen weiterhin innovativ bleiben, haben Experten auf dem 4. Technologietag Hybrider Leichtbau in Stuttgart diskutiert.

"Wir reden immer über Technik, wir müssen aber auch darüber reden, wie wir die Produktion organisieren", leitete Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer von Leichtbau BW, die Podiumsdiskussion des 4. Technologietag Hybrider Leichtbau in Stuttgart ein. Leichtbau werde, so Seeliger, in erster Linie als Produktoptimierer verstanden. Wenig Beachtung finde hingegen die Tatsache, dass sich mit steigender Bedeutung des Leichtbaus für die Wirtschaft auch die Produktionsweisen stark veränderten. Im Folgenden diskutierten die Teilnehmer sogar die Frage, ob Deutschland überhaupt der richtige Standort sei, um Leichtbaukomponenten zu produzieren.

Innovationen statt Massenproduktion

Die Qualität von Produkten deutscher Unternehmen sei weltweit einzigartig, befand Dr. Lihe Chen vom Deutsch-Chinesischen Leichtbauzentrum. Jedoch sei es sinnvoll, wenn deutsche Unternehmen die hier entwickelten Produkte auch nah am Kunden produzierten. Dass die Produktion von Leichtbaukomponenten bereits heute der Kundennachfrage folgt, bekräftigte Philipp Ruez, der bei ElringKlinger die globale Entwicklung des Leichtbaugeschäfts verantwortet. Sein Unternehmen plant bereits einen neuen Produktionsstandort in den USA, da der Transport der teils großen Komponenten schlichtweg unwirtschaftlich sei. Konsens in der Runde war, dass in Deutschland auch künftig keine Produktion für den Massenmarkt entstehen werde. "Sobald Prozesse bei uns einen bestimmten Reifegrad haben, wandern sie ins Ausland", resümierte Werner Balandat, Leiter des Produktionsmanagements bei ZF Friedrichshafen. Stattdessen müsse sich die deutsche Wirtschaft auf ihre Innovationskraft konzentrieren, so Balandat weiter, doch dies zwinge Unternehmer zum Umdenken.

Unternehmen müssen agiler werden

Innovation entstehe durch Produktionsverbünde und durch die Zusammenarbeit mit ebenfalls innovativen Zulieferern. Balandat appellierte, Geschäftsanbahnungen nicht durch komplizierte Vertragswerke zu hemmen, stattdessen sollten Partnerschaften schon durch einfache Verabredungen geschlossen werden. Die wichtige Rolle auch kleiner Zulieferer in innovationsstarken Produktionsverbünden unterstrich auch Dr. Cyrus Bark, Geschäftsführer des mittelständischen Unternehmens C&C Bark, das sich mit Magnesiumdruckguss beschäftigt. Sie seien vor Ort ansprechbar, flexibel, verstünden sich als Entwicklungsdienstleister und engagierten sich selbstverständlich auch über die eigene Wertschöpfungskette hinaus. So würden in Kundenprojekten oftmals auch die eigenen Zulieferer, zum Beispiel Anlagenhersteller, einbezogen. Erfolgreich sind laut Bark Unternehmen, wenn sie innovativ sind – unabhängig von der Unternehmensgröße. Und der Schlüssel zu Innovationen liege in der guten Vernetzung mit vielfältigen Partnern.

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