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28.02.2017 | Leichtbau | Nachricht | Onlineartikel

Evonik stellt neues UD-Tape auf der JEC vor

Autor:
Angelina Hofacker

Evonik hat endlosfaserverstärkte Bänder, sogenannte UD-Tapes, mit thermoplastischen Matrices zur Marktreife entwickelt. Diese sollen neue Wege zur Bauteilauslegung im Leichtbau eröffnen.

Endlosfaserverstärkte Kunststoffe bieten eine vielversprechende Lösung für den Leichtbau, wissen die Experten von Evonik. Denn in einem sogenannten UD-Tape können Glas- oder Kohlenstofffasern, die in eine thermoplastische Matrix eingebettet sind, ihre Eigenschaften vereinen, sodass neuartige Konstruktionswerkstoffe für neue Wege der Bauteilauslegung zum Beispiel für den Fahrzeugbau entstehen.

Seit einigen Jahren werden thermoplastische Matrices von Evonik bereits von Tape-Herstellern eingesetzt, berichtet das Unternehmen. Nun stelle Evonik sowohl Glas- als auch Kohlenstofffasertapes mit Polyamid 12 sowie speziellen Hochtemperaturpolyamiden selbst her. Auf Anfrage sollen auch Tapes mit anderen thermoplastischen Matrices, beispielsweise Polyamid 6 oder PEEK, gefertigt werden. Die Tapes mit der Bezeichnung Vestape seien in den Breiten 80 und 150 mm auf Rollen verfügbar.

Neue Konstruktionswerkstoffe eröffnen Freiräume

Mehrere Lagen UD-Tape in einem Laminat bilden sogenannte Organobleche oder Organosheets, die Evonik zufolge die mechanischen Eigenschaften gleich dicker Metallbleche deutlich übertreffen. Organobleche können thermogeformt werden und somit verschiedene Bauteilgeometrien annehmen. Dieses Potenzial nutzt inzwischen unter anderem auch die Autoindustrie, um das Gewicht von Fahrzeugen zu reduzieren. Ein aktuelles Beispiel beschreibt beispielsweise der Automobilzulieferer Johnson Controls im Fachartikel "Leichtbau bei Fahrzeugsitzen mit Stahl und Verbundwerkstoffen" in der ATZ 11/2016. Wie die Entwickler berichten, besteht die tragende Lehnenstruktur des konzipierten Fahrzeugsitzes zu großen Teilen aus CFK-Werkstoffen und die Sitzschale wird unter Nutzung von hochfestem Stahl und Organoblechen gefertigt.

Zusätzlich bieten Organobleche die Möglichkeit, weitere Funktionen oder Komponenten zu integrieren, indem die Bauteile in einem Spritzgießwerkzeug mit einem Kunststoff überspritzt werden. Mit einer Matrix aus speziell entwickelten Hochleistungspolymeren mit hoher Glasübergangstemperatur und damit verbundener guter Wärmebeständigkeit, die optimal auf hochfeste Endlosfasern abgestimmt sind, können laut Evonik Bauteile auch in temperaturbelasteten Bauräumen eingesetzt werden.

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