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07.02.2018 | Leichte Lkw + Transporter | Nachricht | Onlineartikel

Mercedes Sprinter bleibt vielseitig und wird intelligenter

Autor:
Mathias Heerwagen

​​​​​​​Mercedes-Benz Vans hat in Duisburg die neueste Generation des Sprinter präsentiert. Vielseitig, vernetzt und mit neuer Antriebsvariante soll er den Erfolg der beiden Vorgängergenerationen fortführen.

Form follows function, der Design-Grundsatz gilt in der Automobilindustrie nirgendwo mehr als im Segment der Transporter. Ein Kastenwagen bleibt immer ein Kastenwagen, ein Arbeitsgerät, und so ist man bei der Weltpremiere des neuen Mercedes-Benz Sprinter fast schon etwas enttäuscht, als kein futuristisches Gefährt in die Halle rollt, sondern ein klassischer Transporter. Genauso gut hätte es ein Facelift sein können. Äußerlich zeigt sich die neue Generation des Sprinter zwar frischer und moderner, große Designexperimente verkneifen sich die Stuttgarter jedoch. Schließlich ist laut Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, der Sprinter die Ikone, der Kern der Marke, Treiber von Veränderung und technologischer Innovation.

Wie wichtig das Fahrzeug für Mercedes-Benz ist, verdeutlichen die Zahlen: 3,4 Millionen Transporter sind seit 1995 vom Band gelaufen, 2017 lag der Absatz bei 200.000 Einheiten. Während im Pkw-Bereich gefühlt alle zwei Jahre eine neue Generation vom Band läuft, ist es seit der Markteinführung 1995 erst die dritte Generation des Sprinter. Die Änderungen und Neuheiten stecken also unter dem Blech.

Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme

An Assistenzsystemen bietet der Sprinter beinahe alles, was das Mercedes-Regal hergibt: Abstands- und Bremsassistent, Spurhalte- und Totwinkelassistent, Assistenzsysteme für Seitenwind, Verkehrsschilder, die Scheibenreinigung oder den Einsatz des Fernlichts, einen Aufmerksamkeitsassistenten, zusätzlich einen Parkassistenten mit 360-Grad-Kamera. Als bislang einziger Hersteller bietet Mercedes-Benz im Transportersegment serienmäßig eine geschwindigkeitsabhängige elektrische Servolenkung (EPS) für Fahrzeuge bis 5,5 Tonnen an. Das EPS unterstützt den Sprinter-Fahrer unter anderem im Haltemoment bei Seitenwind und Fahrbahnneigung.

Hohe Vielseitigkeit serienmäßig

Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, preist die Vielseitigkeit und Flexibilität: über 1700 Grundvarianten ergeben sich aus den vielen verschiedenen Antriebsarten, Radständen, Getriebevarianten, Dachhöhen und Motorisierungen. Vom einfachen Baustellenfahrzeug mit zwei Sitzplätzen bis zum hochwertig ausgestatteten Shuttle-Van mit Platz für 19 Passagiere plus Fahrer ist der neue Sprinter vielseitig wie sein Vorgänger. Der Laderaum fasst maximal 17 Kubikmeter, das zulässige Gesamtgewicht reicht bis 5,5 Tonnen.

In Sachen Motorisierungen bleibt es beim aktuellen Stand. Der Sprinter ist lieferbar mit 3,0-l-Sechszylinder mit 140 kW (440 Nm Drehmoment) oder mit einem der drei 2,1-l-Vierzylinder-Dieselmotoren mit wahlweise 84, 105 oder 120 kW in der Variante mit Heckantrieb. Für den Sprinter mit Vorderradantrieb stehen die Leistungsstufen mit 84 und 105 kW zur Verfügung; die stärkste Version mit 130 kW steht exklusiv dem Segment der Reisemobile zur Verfügung. Als Getriebevarianten stehen für den Vorderradantrieb eine neue 9-Gang-Wandlerautomatik oder das ebenfalls neu entwickelte 6-Gang-Schaltgetriebe zur Wahl. Wer einen Sprinter mit Heck- oder Allradantrieb ordert, kann auf eine 7G-Tronic-Automatikgetriebe zurückgreifen.

Sprinter jetzt auch mit Vorderradantrieb

Der erstmals verfügbare Vorderradantrieb spart 50 Kilogramm Gewicht (und erhöht die Nutzlast dementsprechend), gleichzeitig wird der Ladeboden um 8 Zentimeter abgesenkt, was bei gleicher Aufbauhöhe für mehr Ladevolumen sorgt. Mit dem Vorderradantrieb zielt Daimler auch auf das stark wachsende Segment der Reisemobile, denn nun können die Stuttgarter den Sprinter auch als reinen Triebkopf anbieten und den Aufbauherstellern mehr Freiheiten bieten. Vorteilhaft dürfte in diesem Bereich auch die elektrische Parkbremse sein, denn durch den Entfall des Handbremshebels wird der Durchgang von der Fahrerkabine zum Wohnbereich erleichtert. Dass im Reisemobilmarkt viel Potenzial steckt, verdeutlichen die Zahlen: Allein in Deutschland verdoppelte sich der Umsatz mit Neufahrzeugen in diesem Segment von 2009 bis 2016 von knapp unter zwei auf über vier Milliarden Euro.

Erfreulich auch für andere Ausbau- und Aufbauhersteller: bei der Entwicklung wurde darauf geachtet, dass wichtige Maße und Ankerpunkte unverändert blieben. Komplexe Ausbaulösungen können so nach wie vor ohne zeitlichen Verzug montiert werden.

Effizientes Flottenmanagement

Da Transporter häufig Teil einer größeren Flotte sind, ist ein effizientes Flottenmanagement wichtig. Durch das neue Kommunikationsmodul Mercedes Pro Connect ist der Sprinter permanent mit dem Internet verbunden. Flottenmanager können so beispielsweise verschiedene Fahrzeugdaten abrufen und darauf vom Büro aus reagieren. Er kann den Tankfüllstand abrufen, sieht, ob zu wenig Wischwasser im Fahrzeug ist oder wo sich der Fahrer gerade auf welcher Route befindet. Ändert sich kurzfristig die Auftragslage, berechnet ein Algorithmus die passenden neuen Routen. Zum Marktstart von Mercedes Pro Connect als Werkslösung werden in 19 europäischen Ländern acht Pakete mit zentralen flotten-, fahrzeug-, fahrer- und standortbasierten Diensten eingeführt.

Neues Multimediasystem

Das neue Multimediasystem MBUX wurde wenige Tage vor der Sprinter-Premiere in der neuen A-Klasse präsentiert, der Transporter ist erst das zweite Modell im Konzern, in dem es zum Einsatz kommt. Laut Dieter Zetsche wird MBUX die Art grundlegend verändern, wie wir mit den Fahrzeugen interagieren oder zu neuen Zielen navigieren. Das System verfügt über ein 10,25-Zoll-Display mit HD-Auflösung und wird wahlweise über die touchfähigen Lenkrad-Bedienelemente, über den Touchscreen oder eine neu entwickelte Sprachbedienung gesteuert. Das Zentraldisplay bildet das kommunikative Zentrum für alle Informationen, die hier zusammengefasst werden. Mercedes Pro Connect-Dienste wie die dynamische Routenführung "LiveTraffic" werden durch intelligente Algorithmen verfeinert: Das Telematiksystem lernt anhand des bisherigen Verhaltens den Nutzer kennen und macht ihm passende Vorschläge wie beispielsweise Ziele, Kontakte oder Radiosender. Über eine USB-Schnittstelle können persönliche POI (Points of Interest) ergänzt werden. Darüber hinaus lassen sich unter anderem zusätzliche Informationen wie Kraftstoffpreise an verschiedenen Tankstellen in der näheren Umgebung oder Wetterdaten anzeigen.

Sprinter mit Elektroantrieb erst ab 2019

Natürlich kommt Daimler am Thema Elektromobilität auch im Transportersegment nicht vorbei. Vor allem im gewerblichen Liefer- und Zustellverkehr in den Städten werden alternative Antriebe in Zukunft wichtiger denn je. Während die Verbrenner-Varianten ab Juni beim Händler stehen, müssen sich Interessenten des E-Sprinters aber noch bis 2019 gedulden. Technisch basiert der Elektroantrieb aber auf dem des E-Vito, Motor und Batteriepaket seien identisch. Möglich sei eine optionale Erweiterung der Batteriepakete von drei auf vier, was für zusätzliche Reichweite sorgt.

Ein Transporter ist ein Nutzfahrzeug, mit dem Geld verdient wird – dementsprechend zuverlässig muss es sein. Mehr als neun Millionen Kilometer absolvierten die Prototypen, um eine hohe Produktqualität zu gewährleisten. Um den Wert auch als Gebrauchtfahrzeug zu erhalten, wurden der Unterboden und die Seitenwände zusätzlich verzinkt, eine optionale Unterbodenverkleidung schützt vor Steinschlag. 


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