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Über dieses Buch

​Gibt es heute noch tragfähige, dauerhafte Partnerschaft? Und wenn ja, worauf beruht sie und wie kann man sie aufbauen? Wenn Paare Gestaltungshilfen für die Liebe suchen, brauchen sie mehr als Fachwissen über gelingende Liebe. Denn es ist schwierig, psychologische Erkenntnisse in einer Paarbeziehung umzusetzen. Starke Einflüsse machen gute Absichten zunichte: die Wirkung alltäglicher Stressfaktoren, emotionale Reaktionsmuster aus der Herkunftsfamilie und liebesfeindliche Einflüsse des modernen Lebens. Mit zahlreichen Fallbeispielen, basierend auf paarpsychologischen Studien und Konzepten vermittelt dieses Sachbuch in anschaulichem Stil, unter welchen Bedingungen Beziehungen tragfähig werden und wie ein Paar diese Bedingungen herstellen kann. ​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung Was wir über die Liebe wissen

Zusammenfassung
Was Forscher über die Liebe wissen, deckt sich in vielem mit dem, was einem der gesunde Menschenverstand sagt. Das Thema Partnerschaft ist darüber hinaus in den Medien sehr präsent, die uns mit neuen Statistiken und Einsichten versorgen. Häufig bleibt dabei nur ein Problem: Unser Wissen über die Liebe ist in der eigenen Partnerschaft schwer umzusetzen. Wer wüsste nicht, wie man konstruktiv streitet? Trotzdem laufen viele Konflikte nach einem Muster ab, das mehr durch Gefühle als von der Einsicht bestimmt wird. Wer wüsste nicht, dass Blumen, Zärtlichkeit und Lob die Liebe stärken? Trotzdem halten uns verschiedene Einflüsse davon ab, der Liebe den Stellenwert zu geben, den sie verdient. Vor allem wegen der Kluft zwischen Theorie und Praxis lohnt es sich, ein wenig genauer anzusehen, was in Paarbeziehungen abläuft. Erst durch ein tieferes Verständnis und den Aufbau einiger Schlüsselkompetenzen bekommen Menschen Einfluss auf das, was im Liebesalltag automatisch abläuft.
Jörg Berger

2. Kommunikation: Verstehen und Widerspruch

Zusammenfassung
Verstehen und Widerspruch sind Pole der Kommunikation, die einander entgegenstehen. Verstehen erfordert eine innere Haltung, die weich und berührbar ist. Widerspruch dagegen erfordert Festigkeit. Verstehen akzeptiert und geht entgegen, Widerspruch weist zurück und bewahrt Abstand. Manchmal kommt es besonders auf das Verstehen an, manchmal auf einen entschlossenen Widerspruch. Partnerschaften sind tragfähig, wenn sich Paare zwischen Verstehen und Widerspruch frei bewegen können.
Jörg Berger

3. Emotionen: Gefühle kontrollieren und Gefühle zeigen

Zusammenfassung
Gefühle führen ein Paar zusammen, Gefühle führen es in Bewährungsproben. Eine tragfähige Beziehung beruht auf einem Gleichgewicht der Gefühle. Beide zeigen ihre Gefühle, kontrollieren sie aber auch, wo sie Schaden anrichten könnten. Wer Gefühle zeigen kann, fühlt sich lebendig und glücklich. Wer Gefühle ausdrückt, vermittelt auch ihre Botschaft. Zorn signalisiert zum Beispiel, dass einer dem anderen etwas Unangenehmes zugemutet hat oder an etwas hindert, was wichtig wäre. Wenn der Partner den Zorn versteht, kann er die Zumutung abmildern oder dem anderen helfen, zu seinem Ziel zu gelangen. Damit hat der Zorn seine Aufgabe erfüllt und legt sich. Jedes Gefühl hat dabei seine eigene Botschaft, sei es Freude, Stolz, Neid, Traurigkeit, Ekel, Scham, Enttäuschung oder Angst.
Jörg Berger

4. Bindung: Bindung aufbauen und Freiheit bewahren

Zusammenfassung
Die Zweijährige blickt sich in der fremden Wohnung um. Sie strampelt, lässt sich vom Schoß der Mutter auf den Boden heben und erkundet die Umgebung. Sie tastet sich am schulterhohen Couchtisch, dann an den Regalen entlang und ist schon fast durch die Wohnzimmertür verschwunden, da blickt sie sich um und läuft zu ihrer Mutter zurück. Die Mutter wuschelt der Tochter durchs Haar und lässt ihre große Hand auf der kleinen Schulter ruhen. Schon bald löst sich das Kind wieder und bricht zur nächsten Erkundung auf. Dieses Verhalten lässt sich bei allen Kindern beobachten und wird von Bindungsforschern „Sichere-Basis-Verhalten“ genannt.
Jörg Berger

5. Intimität: Einswerden und Selbstbewahrung

Zusammenfassung
Auf dem Weg zur Intimität gibt es besonders viele Stolpersteine. Paare, die nach ihren ungelösten Problemen gefragt werden, nennen am zweithäufigsten sexuelle Probleme. An erster Stelle steht das Problem mangelnder Zuwendung, das bei vielen Befragten wohl auch einen Mangel an intimer Nähe bedeutet. Intimität kann man als Krönung der Liebe betrachten. Sie gelingt, wenn die Kommunikation, das Gefühlsleben und die Bindung ausreichend entwickelt sind. Jeder Schwachpunkt im Aufbau einer tragfähigen Paarbeziehung betrifft auch die Intimität.
Jörg Berger

6. Austausch: Geben und Nehmen

Zusammenfassung
Romantische Liebe verschenkt sich. Sie findet ihre Belohnung in dem Glück, das sie dem Partner schenkt. Verliebten ist bereits die Frage fremd, wer in der Beziehung gibt, wer nimmt und ob es zu einem fairen Ausgleich kommt. Jedoch schon bald folgt die Paarbeziehung nüchternen Gesetzen, die unsere Neurobiologie und unsere Sozialisation hervorgebracht haben. Die Paarforschung sieht in der Ausgewogenheit von Geben und Nehmen einen Faktor, der ganz wesentlich zum Glück und zur Tragfähigkeit von Paarbeziehungen beiträgt. Natürlich sind Paare nicht dann glücklich, wenn sie kleinlich aufrechnen, sondern wenn sie sich frei zwischen den Polen von Geben und Nehmen bewegen können.
Jörg Berger

7. Lebensgestaltung: Eigensinn und Gemeinsinn

Zusammenfassung
Wie in jedem Spannungsfeld der Liebe kommt es auch beim Beziehungsthema Lebensgestaltung darauf an, sich frei zwischen den Polen Eigensinn und Gemeinsinn zu bewegen. Ein Paar findet Sinn, wenn es ein einzigartiges gemeinsames Leben aufbaut, und dazu muss es mitunter den Erwartungen seines Umfeldes trotzen. Ein Paar braucht aber auch den Sinn, den es in seiner Zugehörigkeit und seinem Einsatz für sein Umfeld findet. Dazu muss es sich aus der privaten Behaglichkeit lösen und in Beziehungen und Aufgaben investieren, die über die Zweisamkeit hinausreichen.
Jörg Berger

8. Nachwort

Zusammenfassung
Es gibt einige wenige Faktoren in einer Paarbeziehung, die sich nicht ändern lassen: grundlegende Charakterzüge und Temperamentseigenschaften der Partner – diese sind genetisch und lebensgeschichtlich bedingt; die Tatsache, ob sich eine gute Paarbeziehung automatisch einstellt oder gemeinsames Lernen erfordert – dies ist einerseits die Folge früher Bindungserfahrungen und andererseits Folge der Partnerwahl; die jeweils individuelle sowie die gemeinsame Lebensgeschichte der Partner – deren Weichenstellungen lassen sich in vielen Punkten nicht mehr rückgängig machen. Von solchen Konstanten abgesehen, ist das gemeinsame Leben jedoch voller Entfaltungsmöglichkeiten, die ein Paar ergreifen kann.
Jörg Berger

Backmatter

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