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Über dieses Buch

Die Liebe ist der Erzählstoff für die großen Geschichten unserer Zeit und gleichsam lieben wir selbst nach Erzählmustern, die wir aus Literatur, Kino und Fernsehen kennen. Erfahren Sie in diesem Sachbuch, inwiefern Medien in Form von Filmen und TV-Serien unser ganz persönliches Liebesleben, unsere Beziehungen und unser Verständnis von Sexualität beeinflussen und erkunden Sie psychologische sowie medienwissenschaftliche Gründe hierfür: Welche Erwartungen, Wünsche und Sehnsüchte werden durch Liebesdarstellungen in Kino und Fernsehen geweckt? Sind die wahre Liebe, Macht, sexuelles Begehren, Idealismus oder das bloße Drama die Motive, warum Paare zueinander finden – oder wieder auseinander gehen? Nicht zuletzt erklärt dieses Buch, warum das zeitgenössische Liebesleiden durch die Fallhöhe zwischen der medial inszenierten und der real erlebten Liebe zustande kommt.
Die größten Liebesfilme unserer Zeit wie Titanic, Romeo + Julia, Anna Karenina, Fifty Shades of Grey, Nymphomaniac, Avatar oder La La Land und bekannte Serien wie Sex and the City, House of Cards oder Sherlock (und viele mehr) sind dem realen Leben erstaunlich nahe und bieten Chancen auf Selbsterkenntnis.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Liebe, Tod und Katastrophe

Frontmatter

1. Romeo + Julia: Liebeskrisen als Medienkrisen

Zusammenfassung
Das bekannteste Liebespaar der Weltliteratur scheitert nicht an mangelndem Gefühl, ja, nicht einmal an all den widrigen Umständen, sondern an einer Medienkrise – und das macht das Drama hochaktuell. Denn Medien und Liebe gehören seit jeher zusammen und viele Beziehungsprobleme lassen sich auf die Störanfälligkeit des medialen Kommunikationssystems zurückführen. Dieses Kapitel erläutert, warum zwischen einem nicht zugestellten Brief bei Shakespeare und einer missverstandenen SMS von heute kaum ein Unterschied liegt und zeigt, inwiefern durch bewusste Kommunikation aus einem tragischen Ende ein Happy End werden kann.
Daniela Otto

2. Anna Karenina: Das große Theater der Liebe

Zusammenfassung
Die Liebe ist ein großes Theater, das zeigt exemplarisch „Anna Karenina“ von Joe Wright. Der Film führt vor Augen, inwiefern zeitgenössisches Liebesverhalten stets als Zitat bereits vorhandener Liebesgeschichten zu verstehen ist: Paare wählen, ob bewusst oder unbewusst, aus einem Pool an medialen Liebesdrehbüchern eines für sich aus – und spielen es, mal mehr oder mal weniger gelungen, nach. Zudem tragen neueste Medien immens dazu bei, dieses Schauspiel auf eine immer noch größere Bühne zu heben.
Daniela Otto

3. Titanic: Das Herz überlebt

Zusammenfassung
James Camerons „Titanic“, einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, birgt eine heilsame Dramaturgie in sich: Die Liebe überlebt jede Katastrophe, denn das Herz schlägt für die wahre Liebe weiter. Und mit dieser Botschaft offenbart sich eine der größten Leistungen des Films überhaupt: Er bringt unser Vertrauen in die Welt und somit auch in die Liebe zurück.
Daniela Otto

4. The Revenant: Der Atem des Anderen

Zusammenfassung
Wir leben – und überleben – solange wir lieben. Das ist die Botschaft von Alejandro G. Iñárritus‘ Drama „The Revenant“. Das Kapitel erklärt, warum es um den Seelenfrieden moderner Kinohelden so schlecht bestellt ist und warum in einer Zeit der globalen Verunsicherung die Liebe nur noch Hoffnung, nicht jedoch Erlösung verspricht.
Daniela Otto

Liebe, Märchen und Moderne

Frontmatter

5. Frozen: Single, aber glücklich?

Zusammenfassung
Wie lässt sich in einer entzauberten Welt noch der Prinzessinnentraum von der märchenhaften Liebe leben? Disneys „Frozen“ gibt – völlig unverfroren – die eiskalte Antwort: Indem man auf den Märchenprinzen pfeift. Doch die Dramaturgie ist nicht so unproblematisch, wie sie anmutet. Das Kapitel deckt den prekären Subtext des Films auf, in dem nicht nur eine fragwürdige Pädagogik gezeigt, sondern auch eine Heldin präsentiert wird, die sich letztlich vor allem durch emotionale Distanz und Asexualität auszeichnet.
Daniela Otto

6. Twilight: Vom (Un-)Glück der Keuschheit

Zusammenfassung
Welche Botschaft steckt hinter Stephenie Meyers weltweit erfolgreichen Vampirgeschichten? Das Kapitel legt dar, inwiefern „Twilight“ ein extrem konservatives Beziehungsdrehbuch für eine Generation ist, die sich zwischen Emanzipationsansprüchen und reaktionären Sehnsüchten zerrissen fühlt. Erfahren Sie außerdem, warum ein Vampirbiss das Versprechen der ewigen Liebe beinhaltet.
Daniela Otto

7. Sex and the City: Aschenputtel in der Großstadt

Zusammenfassung
Wie überlebt man als Single in der Großstadt? Und wie findet man dort den Richtigen? „Sex and the City“ hat Ende der 90er Jahre diese Fragen beantwortet und dabei Millionen von Frauen begeistert. Die Serie hat nicht nur das Skript für die moderne Liebe geliefert, sondern auch gezeigt, dass Schuhe glücklicher als so mancher Liebhaber machen können. Einblick in ein TV-Format, das bei genauem Hinsehen ein altes Märchen wieder aufleben lässt.
Daniela Otto

8. Fifty Shades of Grey: Und er verliebt sich doch

Zusammenfassung
Wie schafft man es, dass sich ein umwerfend gutaussehender Multimilliardär, der noch dazu ein reizvoller Bad Boy ist, in einen verliebt? „Fifty Shades of Grey“ gibt die Antwort auf diese Frage und liefert damit die wohl populärste Liebesdramaturgie der letzten und vermutlich nächsten Jahre. Dabei steckt hinter E. L. James‘ weltweit erfolgreicher Softporno-Saga jede Menge Psychologie: Von der Sehnsucht nach dem Märchenprinzen über den Ödipus- bis hin zum Elektrakomplex ist alles dabei.
Daniela Otto

Liebe, Macht und Spiel

Frontmatter

9. Gone Girl: Die perfekte Hölle

Zusammenfassung
Wer findet, dass die Liebe ein Spiel ist, kann in „Gone Girl“ eine – zugegeben bitterböse und nicht zur Nachahmung empfohlene – Spielanleitung finden. Gillian Flynns Bestseller ist ein grandioser Thriller, von David Fincher gelungen verfilmt. Doch die Geschichte um eine Frau, die ihr eigenes Verschwinden vortäuscht, um sich an ihrem untreuen Ehemann zu rächen, ist viel mehr als nur kurzweilige Unterhaltung. Sie ist eine brillante Abhandlung über die Grausamkeiten der Ehe.
Daniela Otto

10. House of Cards: Liebe als Regierungsform

Zusammenfassung
Keine Serie zeigt den Zusammenhang von Liebe und Macht besser als „House of Cards“. Das Kapitel erklärt, inwiefern die Protagonisten Francis und Claire Underwood in ihrem Streben nach Höherem den Habitus von Shakespeares Helden Macbeth und dessen Frau zitieren und inwiefern moderne Medien dazu beitragen, die eigene Liebesgeschichte öffentlich nach eigenen Vorstellungen zu erzählen.
Daniela Otto

11. The Affair: Spielplatz der kaputten Helden

Zusammenfassung
Er sieht, sie sieht – die Serie „The Affair“ zeigt durch eine multiperspektivische Erzählweise, warum Beziehungen scheitern, sich anbahnen oder neue Fahrt aufnehmen können: Jeder nimmt die Dinge anders wahr. „The Affair“ lädt außerdem zum Hinterfragen konventioneller Moralvorstellungen ein. Ein Kapitel, das erläutert, warum hinter dem fatalen Seitensprung oftmals die große Liebessehnsucht steht.
Daniela Otto

12. Sherlock: Brainy is the new sexy – Liebe als Medienspiel

Zusammenfassung
In Zeiten des Internets erobert man das Herz eines Menschen, indem man sein Handy knackt – das zumindest legt die BBC-Serie „Sherlock“ nahe. „Sherlock“ zeigt, wie intim unsere Beziehung zu Smartphone & Co. ist und inwiefern die moderne Liebe ein perfides Medienspiel ist.
Daniela Otto

Liebe, Sex und Gier

Frontmatter

13. Nymphomaniac: Einer geht noch

Zusammenfassung
In Zeiten des Kapitalismus ist auch das Liebesverhalten von Gier geprägt. Lars von Triers „Nymphomaniac“ präsentiert eine Liebes- und Sexualdramaturgie, die durch Unersättlichkeit gekennzeichnet ist. Dieses Kapitel reflektiert, warum es die romantische Liebe heute so schwer hat und eine Sexualität jenseits der Norm allzu schnell gesellschaftlich pathologisiert wird.
Daniela Otto

14. The Girlfriend Experience: Sex als Business

Zusammenfassung
Sex ist ein Business, das zeigt „The Girlfriend Experience”. Die Serie problematisiert das jeder Beziehung (mehr oder weniger) zugrundeliegende ökonomische Fundament und macht damit gesamtgesellschaftliche Missstände sichtbar. Zudem stellt die Serie eine Liebesdramaturgie dar, die auf der bewussten Bereitschaft, innerhalb einer Beziehung das Sexualobjekt zu sein, basiert. Eine reizvoll ambivalente Dramaturgie, die mit der Macht der Erotik spielt.
Daniela Otto

15. The Wolf of Wallstreet: Gier ist geil

Zusammenfassung
Geld, Drogen und jede Menge Sex – „The Wolf of Wallstreet“ zeigt, wie man liebt, wenn man unfassbar reich ist: Exzessiver Sex wird in einer Welt des permanenten ökonomischen Rausches zum Lifestyle erhoben. Eine Dramaturgie, die exemplarisch den Zusammenhang von Kapitalismus und Liebe reflektiert.
Daniela Otto

16. The Bling Ring: Im Bett mit den Stars

Zusammenfassung
Medien schüren Begehren, das zeigt „The Bling Ring“. Eine Bande Jugendlicher aus Los Angeles steigt in die Häuser der Reichen und Schönen ein und klaut Schmuck und Kleidung in Millionenhöhe - doch warum? Dieses Kapitel legt dar, warum hinter dem Verhalten der Teenager eine sexuelle Sehnsucht steckt: das Verlangen nach Intimität mit Idolen, die durch Medien einerseits nahbar, andererseits unerreichbar erscheinen.
Daniela Otto

Liebe, Träume und Gesellschaft

Frontmatter

17. Avatar: Der Traum von der kollektiven Liebe

Zusammenfassung
Wonach sehnt sich eine komplett vernetzte Welt? „Avatar“ lehrt uns: nach der kollektiven Liebe. Kein anderer Film hat die Menschen weltweit mehr zum Träumen gebracht. Dieses Kapitel erklärt den globalen Erfolg von James Camerons Film und legt dar, inwiefern auf dem utopischen Planeten Pandora der menschliche Urschmerz geheilt wird.
Daniela Otto

18. Carol: Heldinnenreise – zum Sinn des Liebeskummers

Zusammenfassung
Was, wenn wir uns trennen? Oft verzweifeln wir. Oft stürzen wir in tiefste Krisen. Oft erscheint uns alles endgültig, unser Leiden für immer. Doch manchmal ist eine Trennung nur ein Schritt auf dem Weg zum großen Glück. Der Film „Carol“ von Todd Haynes birgt eine heilsame Liebesdramaturgie in sich: Liebeskummer lohnt sich, denn er ist nur eine Station einer großen emotionalen Reise.
Daniela Otto

19. The Danish Girl: Liebe als künstlerischer Schöpfungsakt

Zusammenfassung
Wie liebt man, wenn der Partner seine Geschlechtsidentität noch nicht gefunden hat? Diese Frage spielt „The Danish Girl“ von Tom Hooper durch und gibt eine bewegende Antwort. Der Film zeigt die Ehe als hochemotionale Entdeckungsreise, als Transformation durch den anderen zum wahren Ich, die zwischen Selbstfindung und Selbstaufgabe oszilliert. Dabei wird die Liebe zum künstlerischen Schöpfungsakt: „The Danish Girl“ zeigt, wie Verwandlung durch und mit Liebe vonstattengehen kann.
Daniela Otto

20. Die Tribute von Panem: Sichere Liebe in unsicheren Zeiten

Zusammenfassung
Panem ist der Inbegriff einer Dystopie und das dort herrschende diktatorische Regime der Horror. Wie liebt man in einem solch grausamen System? Das verrät der Film „Die Tribute von Panem“ und reflektiert dabei auch das gegenwärtige Liebesverhalten einer verunsicherten Generation. Die Bestsellerverfilmung ist zudem eine große Metapher auf die Perversion einer Mediengesellschaft und ein Loblied auf die Liebe, die aus der Hölle befreien und das Überleben sichern kann.
Daniela Otto

21. Nachwort: Von La La Land zu Tralala – ein Hoch auf die verliebten Narren

Zusammenfassung
„La La Land“ von Damien Chazelle war 2017 der große Abräumer bei den Golden Globes und Oscars und somit der Film der Stunde. Seine Botschaft ist einerseits heiter, andererseits jedoch zutiefst melancholisch. Denn gegen Ende dieser Dekade wird eines unmissverständlich klar: Es sind die ichbezogenen, beruflichen Träume, die in Erfüllung gehen, nicht mehr die romantischen.
Daniela Otto

Backmatter

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