Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Maschinelle Intelligenz verändert unser Leben. Der Datenverkehr im Internet, digitale Assistenten sowie Sensoren in Haushalten, Autos und Wearables liefern Daten, die von Unternehmen gesammelt und genutzt werden, um Muster des menschlichen Verhaltens zu extrahieren. Es ist an der Zeit, zu entscheiden, ob diese Entwicklung dem Wohle der Menschen zugutekommt oder nur zur Ansammlung von Kapital und Macht ohne Rücksicht auf die menschliche Lebensqualität führt.

Dieses Buch integriert die Perspektiven verschiedener Disziplinen – Informatik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft, Psychologie, Philosophie, Neurowissenschaften, Ethik und Religion. Hubert Österle fördert damit die Debatte über die Zukunft von Mensch und Maschine, über Glück und Evolution sowie über die großen Veränderungen, die die digitale Technologie mit sich bringt. Das Buch ist ein Manifest, das zur Gründung einer neuen –integrierten – Disziplin aufruft: Life Engineering.

Der Inhalt

Leben mit maschineller IntelligenzLebensassistenz im Jahre 2030

Maschinelle Intelligenz im Jahre 2030

Lebensqualität

Evolution mit Lebensqualität

Konsequenzen für Individuen, Unternehmen und Gesellschaft

Disziplin Life Engineering

Agenda für das Life Engineering

Stimmen zum Buch

Die maschinelle Intelligenz ist eine Herausforderung für Menschen, Unternehmen und Politik. Das Buch liefert eine gründliche Analyse der technologischen Trends und ihrer Chancen und Gefahren für die Lebensqualität. Ausgehend von der Maxime des Glücks des Homo Digitalis formuliert Österle teilweise außerordentlich provokative Fragen wie etwa nach dem Wert der Privatheit. Gerade derartige Fragen und die vom Mainstream abweichenden Antworten auf Basis nachvollziehbarer Überlegungen machen es zur Pflichtlektüre.

Thomas Hess, Professor und Direktor des Instituts für Wirtschaftsinformatik und neue Medien der Ludwig-Maximilians-Universität München und Sprecher des Internet Business Clusters

Dieses Buch ist eine äußerst realistische Aufarbeitung technologischer Trends und ihrer Konsequenzen für die Lebensqualität der Menschen. Die aufgeworfenen Fragen und die Versuche rationaler Antworten widersprechen vielen der heute breit akzeptierten Ansichten, insbesondere zur Autonomie des Menschen. Ob man zustimmt oder nicht, den Herausforderungen für das Individuum, die Unternehmen, die Politik und die Zivilgesellschaft müssen wir uns stellen.

Henning Kagermann, ehemaliger CEO der SAP AG sowie Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität, des Arbeitskreises Industrie 4.0 und des Fachforums Autonome Systeme

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Leben mit maschineller Intelligenz

Zusammenfassung
Vielfältige Arten maschineller Intelligenz verändern alle Bereiche unseres Lebens. Maschinelle Intelligenz steht hier für jede Art digitaler Dienste, die dem Menschen geistige Tätigkeiten abnehmen oder die Intelligenz des Menschen verstärken. Darunter fallen die Kontoführung einer Bank genauso wie das Management einer Lieferkette, die Terrorabwehr, die Haussteuerung, autonome Fahrzeuge, ein aktives Exoskelett und alle Apps auf mobilen Geräten oder Websites im Internet, also alle Technik, insbesondere Informationstechnik, die unser Leben jetzt und in Zukunft mitbestimmt. Die Lebensbereiche reichen von der Kommunikation über die medizinische Therapie bis zur finanziellen Altersvorsorge. Die große Frage dabei lautet: Macht uns die maschinelle Intelligenz glücklich oder werden wir zu unglücklichen Sklaven der Technologie?
Hubert Österle

2. Lebensassistenz im Jahre 2030

Zusammenfassung
Im Jahre 2030 werden wir noch keinen digitalen Lebensassistenten für alle Belange des Menschen haben, vielmehr ein individuell zusammengestelltes Sammelsurium von technischen Assistenten, das Bedürfnisse von der Sicherheit im Haus bis zur Therapie und zur Rund-um-die-Uhr-Unterhaltung abdeckt. Dieses Kapitel greift ein paar Lebensbereiche heraus und macht an den dafür verfügbaren digitalen Diensten sichtbar, wie weit die maschinelle Intelligenz unser Leben schon verändert hat und dass die Verbindung der heute verfügbaren Teile den Wandel noch beschleunigen wird. Die Beispiele zeigen, dass die digitalen Dienste viele Quellen zu gigantischen Datensammlungen zusammenführen, um daraus immer mehr Muster und Regeln abzuleiten. Die Dienste werden dadurch intelligenter und aktiver und nehmen dem Menschen immer mehr Aufgaben ab.
Hubert Österle

3. Maschinelle Intelligenz im Jahre 2030

Zusammenfassung
Maschinelle Intelligenz assistiert den Menschen bereits mit den heute verfügbaren Technologien in allen Lebensbereichen. Digitale Dienste erweitern die intellektuellen Fähigkeiten der Menschen, sei es die Befreiung von Routinetätigkeiten wie der Führung eines Bankkontos, seien es administrative Dienste wie das Management eines Terminkalenders, die Navigation oder sei es die Organisation der Foto- und Videoablage inklusive der Deskription der Bilder. Das riesige Potenzial der technologischen Entwicklung bis zum Jahre 2030 liegt im Zusammentreffen der oben skizzierten Entwicklungen: Gigantische Personen- und Sachdatenbanken, die automatisch aus den digitalen Diensten und vor allem aus den Sensoren detailliert und aktuell befüllt werden, die Fähigkeiten des maschinellen Lernens, die dafür nötige IT-Performanz, die intuitive Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sowie die zunehmende Übernahme von Entscheidungen und Ausführungen durch die Maschinen werden unser Leben bis zum Jahre 2030 noch mehr als heute vorstellbar verändern. Eine generalisierte künstliche Intelligenz, das Fernziel der AI-Forschung, wird bis zum Jahre 2030 allerdings bei weitem nicht erreicht werden.
Hubert Österle

4. Lebensqualität

Zusammenfassung
Wissenschaftler, Vertreter der Informationstechnikunternehmen und Politiker erkennen zunehmend die Chancen und Gefahren der maschinellen Intelligenz für die Lebensqualität der Menschen. Sie fordern daher immer wieder den Einsatz der Technologie zum Wohle der Menschen – sagen aber nicht, was das Wohl der Menschen ausmacht. Selbst die Glücksforschung liefert kaum Anhaltspunkte für einen wünschenswerten Einsatz der Technologie. Die rasch wachsenden Datenbestände enthalten zunehmend Indikatoren für das Wohlbefinden der Menschen, so dass Datensammlungen und Mustererkennung die Lebensqualität mehr und mehr objektiv messbar machen. Auch wenn unser Wissen über die Nutzung der maschinellen Intelligenz zum Wohle der Menschen noch sehr bescheiden ist, wäre es in Anbetracht der gewaltigen Veränderungen grob fahrlässig, die erkannten Zusammenhänge nicht zum Wohle der Menschheit zu nutzen.
Hubert Österle

5. Evolution mit Lebensqualität

Zusammenfassung
Die technologische Entwicklung fördert die Lebensqualität, kann sie aber auch gefährden. Das zeigen die Utopien und Dystopien, Hoffnungen und Ängste, die mit der maschinellen Intelligenz verbunden werden. Die Beispiele in Kap. 1 belegen, dass die digitalen Dienste viele Bedürfnisse des Menschen erfüllen, allerdings auch, dass sich die Mechanismen der Evolution gegen die Lebensqualität des Menschen wenden können. Das gilt auch umgekehrt: Zufriedenheit ist ein Feind des Fortschritts, Unzufriedenheit treibt die Entwicklung. Die Entwicklung kann aber nur gestalten, wer sie anführt. Daher ist hier zu prüfen, wie wir die soziotechnische Evolution und die Steigerung der Lebensqualität verbinden können, also die Evolution gestalten und gleichzeitig ihre Gefahren für die Lebensqualität abwenden sowie die Chancen nutzen.
Hubert Österle

6. Konsequenzen für Individuen, Unternehmen und Gesellschaft

Zusammenfassung
Der Mensch nutzt im Jahre 2030 digitale Dienste in allen Lebensbereichen. Die Dienstanbieter erfassen auf diese Weise ein immer umfassenderes, detaillierteres und aktuelleres digitales Abbild des Menschen. Data Analytics und lernende Algorithmen werten die Daten von Milliarden von Menschen aus, um Muster zu erkennen und ein Weltmodell zu bilden, das die Personendaten mit Geodaten, Produktdaten, Unternehmensdaten usw. verbindet. Im Jahre 2030 werden aktive digitale Assistenten diese Daten nutzen, um dem Menschen auch ohne sein Zutun viel mehr Aufgaben als heute abzunehmen und individualisierte Handlungsempfehlungen zu geben. Das Kapital steuert die Marktwirtschaft im Sinne der Evolution und muss daher um den Steuerungsmechanismus Lebensqualität ergänzt werden. Das ist eine Aufgabe des Individuums, der Unternehmen und der Gesellschaft.
Hubert Österle

7. Disziplin Life Engineering

Zusammenfassung
Die Disziplin Business Engineering nutzt die Informationstechnik zur Steigerung des Unternehmenswertes; eine Disziplin Life Engineering soll mit der Informationstechnik die Lebensqualität der Menschen steigern. Wir brauchen eine ingenieurmäßige Gestaltung der digitalen Welt im Sinne der Lebensqualität der Menschen. Das Nahziel des Life Engineering sind Regeln für die digitalen Assistenten zum Wohle der Menschen, das Fernziel Regeln für die Superintelligenz. Das Minimalziel ist die Umsetzung des einigermaßen gesicherten Wissens zur Informationstechnologie und zur Lebensqualität in Empfehlungen an die Individuen, die Unternehmen und die Politik. Aufgabenbereiche des Life Engineering sind eine Weltdatenbank, also eine für die Forschung frei zugängliche Sammlung von Personen- und Sachdaten, ein Weltmodell als Sammlung aller Muster, die aus der Weltdatenbank abgeleitet werden, eine objektivierte und möglichst automatisierte Glücksmessung, ein Lebensqualitätsmodell und schließlich ein Glückscoach, der die Erkenntnisse in das tägliche Leben überträgt.
Hubert Österle

8. Agenda für das Life Engineering

Zusammenfassung
Immer leistungsfähigere digitale Dienste durchdringen sämtliche Lebensbereiche der Menschen. Sie nehmen den Menschen zunehmend mehr Aufgaben und Kompetenzen ab und entwickeln sich von passiven Helfern zu aktiven Assistenten mit Handlungsvorschlägen und automatischen Aktionen. Diese Dienste, verbunden mit den Sensoren und Aktuatoren des Internet of Things, vermessen und dokumentieren Milliarden von Individuen (Quantified Self). Algorithmen leiten aus den daraus entstehenden gigantischen Datenbanken Muster ab, die schließlich zu Empfehlungen für die Menschen führen. Ob die Menschen diese wachsenden Fähigkeiten der maschinellen Intelligenz zu ihrem Wohle oder zu ihrem Schaden nutzen, wird zur größten Herausforderung der Menschheit. Eine Disziplin Life Engineering soll die Technologie, die Lebensqualität und die Steuerung der Gesellschaft verstehen und die Entwicklung leiten.
Hubert Österle

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise