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28.11.2022 | Liquidität | Im Fokus | Online-Artikel

Führungskräfte bemängeln intransparente Cashflows

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3 Min. Lesedauer
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Für leitende Manager aus dem Finanz- und Rechnungswesen hat die Optimierung des Betriebskapitals höchste Priorität, zeigt eine internationale Umfrage. Denn viele Führungskräfte wünschen sich transparentere Finanzdaten und Prozesse als Basis für strategische Entscheidungen. 

Unternehmen weltweit spüren die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten und den wachsenden Druck. Um die passenden Hebel für mehr Widerstandsfähigkeit infolge der Marktinstabilität umzulegen, stehen die Unternehmensfinanzen immer wieder auf dem Prüfstand. Doch die Kennzahlen unter anderem zu den Cashflows in den Betrieben halten den Ansprüchen der gut 1.400 vom Forschungsinstitut Censuswide im Auftrag der Buchhaltungsplattform Blackline befragten Top-Entscheider und Fachleute aus dem Finanz- und Rechnungswesen oft nicht Stand. 

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Auf die liquiden Mittel kommt es an

"Die Cashflow-Marge gibt die Liquiditätskraft des Umsatzes des Unternehmens wieder. Sie gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes dem Unternehmen in Form von liquiden Mitteln für die Tilgung von Darlehen, Investitionen sowie Dividendenzahlungen zur Verfügung stehen", schreiben hierzu Carola Rinker und Patrick Müller im Buch "Accounting Fraud" auf Seite 50. 

Für 22 Prozent der Teilnehmer aus den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Singapur und Australien steht fest, dass es zwischen sieben Monaten und einem Jahr dauern könnte, um das Vertrauen in die Wirtschaft wieder hezustellen. In Deutschland glauben mit 19 Prozent die meisten der Befragten, dass die Erholung zwischen ein und zwei Jahren dauern wird. Aufgrund der drohenden Rezession gehen 43 Prozent aller Finanzprofis davon aus, dass Kunden infolge steigender Zinsen später zahlen. Unter den Chief Executive Officers (CEO) liegt der Anteil bei 55 Prozent. Zudem befürchten 41 Prozent (Deutschland: 35 Prozent), dass ihr Unternehmen künftig höhere Kosten stemmen muss. Die Optimierung des Betriebskapitals und der Prozesse hat daher für die Finanzmanager und Führungskräfte höchste Priorität.

Echtzeitdaten besonders relevant

62 Prozent (Deutschland: 56 Prozent) glauben, dass das Wissen über den Cashflow in Echtzeit während wirtschaftlich unsicherer Zeiten für ihr Unternehmen an Bedeutung gewinnt. Deshalb wünschen sich fast alle Befragten (98 Prozent) mehr Transparenz ihrer Zahlen, um bei strategischen Planungen nicht ins Hintertreffen zu geraten. Von ihnen bezeichnen 49 Prozent (Deutschland: 50 Prozent) derzeit die Informationen, die sie für Entscheidungen nutzen, als ungenau oder veraltet. In Deutschland sind es mit 50 Prozent sogar etwas mehr. 

Als besonders drängendes Problem nennen 35 Prozent der deutschen Befragten vor allem manuelle Fehler während des Monatsabschlusses. Und 30 Prozent stehen nicht genügend automatisierte Kontrollen für das Datenvolumen zur Verfügung, das sie bewältigen müssen. Zu den drei größten Herausforderungen im kommenden Jahr gehören 

  • die zunehmende Regulierung und Kontrolle,
  • die Fähigkeit, schnell genug genaue Daten bereitzustellen, damit das Unternehmen auf Marktveränderungen reagieren kann,
  • die Gewinnung und Bindung von Talenten und
  • die interne Optimierung von Prozessen und Betriebskapital.

Digitale Technologien machen Finanzfunktion fit

"Um die Finanzfunktion fit für die Zukunft zu machen, bedarf es des Einsatzes digitaler Technologien. Ob Abschluss, Konsolidierungen, Reporting oder Entgeltabrechnung - eine Automatisierung entlastet den einzelnen Mitarbeiter, der dadurch mehr Zeit für die Umsetzung strategischer Aufgaben gewinnt", schreibt hierzu Financial-Management-Experte Frank Mens in der Zeitschrift "Controlling & Management Review" (Ausgabe 6 | 2022) und führt aus: 

Eine mögliche Lösung ist das Einführen von Standardprozessen, zum Beispiel bei der Rechnungserstellung. Der Übergang zu einer Finanzabteilung mit hoher Dynamik und flexiblen Strukturen ist ein kontinuierlicher Prozess - weg von bürokratischen Geschäftsordnungen und überholten Arbeitsweisen hin zu einer beweglichen Struktur."

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