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2020 | Buch

Litigation-PR

Wie Krisenkommunikation im Gerichtssaal der Öffentlichkeit funktioniert

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Über dieses Buch

Ein Unternehmen, das in einen Rechtsstreit verwickelt ist, muss heute nicht mehr nur die Richter überzeugen – sondern auch die Öffentlichkeit. Denn was nützt eine gewonnene juristische Auseinandersetzung, wenn dabei die Reputation verloren geht? Dieses Buch will Anwälte, Sprecher und Manager auf den Tag X vorbereiten: auf den Moment, wenn der Ruf von Klienten auf dem Spiel steht. Die Autoren berichten, wie sie PR-Krisen erlebt und gelöst haben. Sie erklären, wie Medien funktionieren. Und sie geben Tipps, wie man im Gerichtssaal der Öffentlichkeit besteht. Die praxisnahen Beiträge und Interviews befassen sich unter anderem damit,welche Strategien bei Litigation-PR und Krisen-PR erfolgversprechend sind,was strategische Rechtskommunikation in verschiedenen Rechtsgebieten leisten kann,welche Erfahrungen Betroffene im Umgang mit medialen Krisen gemacht haben,wie Journalisten bei Rechtsstreitigkeiten recherchieren und berichten sowiewelche juristischen Aspekte in der Kommunikation zu berücksichtigen sind.
Der Herausgeber
RA Martin Wohlrabe war viele Jahre als Journalist für die Wirtschaftsredaktion der BILD-Zeitung tätig. Außerdem schrieb er für SPIEGEL Online und sammelte Erfahrung in der SPIEGEL-Gerichtsreportage. Darüber hinaus arbeitete Wohlrabe als Referent von Wolfgang Schäuble im Deutschen Bundestag und verantwortete dort die Pressearbeit des Ministers mit. Wohlrabe ist Gesellschafter der Litigation- und Krisen-PR-Agentur CONSILIUM, die unter anderem den jährlichen Rechtskommunikationsgipfelausrichtet, und Lehrbeauftragter für Strategische Rechtskommunikation an der Universität Freiburg.
Die Beitragsautoren und Interviewpartner
Dr. Thomas Middelhoff (Autor)Gernot Lehr (Redeker Sellner Dahs)Martin U. Müller (Der Spiegel)Jens-Oliver Voß (Deutsche Bahn)Andrea Titz (Amtsgericht Wolfratshausen)Prof. Dr. Christoph Knauer (Ufer Knauer Rechtsanwälte)Pia Lorenz (Legal Tribune Online)Dr. Sebastian Rudolph (Bilfinger SE)Joachim Wolbergs (langjähriger Oberbürgermeister Regensburg)Tobias Vogl (FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag)Prof. Dr. Matthias Jahn (Goethe-Universität Frankfurt)Dr. Fabian Meinecke (Olfen Meinecke Völger)Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger, Pablo Jost (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)Karin Matussek (Bloomberg News)Prof. Dr. Patrick L. Krauskopf, Seraina Gut (ZHAW Winterthur)Thomas Seeger (Alfred Ritter GmbH & Co. KG)Prof. Dr. Alfred Hagen Meyer (Meyer Rechtsanwälte)Martin Wohlrabe, Lou Siebert, Franziska Seusing, Arianna Elsässer, Ann-Katrin Adriaans (ConsiliumRechtskommunikation GmbH)

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Mit Rechts- und Krisenthemen im Fokus der Öffentlichkeit – Worauf es bei überzeugender Litigation-PR ankommt
Zusammenfassung
Litigation-PR kann grundsätzlich jedes Rechtsgebiet betreffen, fokussiert sich in der Regel allerdings auf einige besonders relevante. Dieser Beitrag zeigt, wie sich die Rechtskommunikation in den vergangenen Jahren entwickelt hat, worauf es bei Vorbereitung und Umsetzung der PR-Strategie ankommt und welche Instrumente sich besonders anbieten. Beleuchtet werden dabei Einsatzmöglichkeiten, aber auch Grenzen. Unterfüttert wird der Beitrag mit einer Vielzahl aktueller Beispiele.
Martin Wohlrabe
Interview: Litigation-PR im Großkonzern – Die Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel Kartellschadensersatz
Zusammenfassung
Juristische Auseinandersetzungen bedeuten regelmäßig erhebliche Belastungen für Unternehmen. Teils stecken darin aber auch große wirtschaftliche Chancen. Die Deutsche Bahn (DB) packte diese beim Schopfe, als es um das Thema Kartellschadensersatz ging. Wie, insbesondere mit Blick auf die Pressearbeit, darüber spricht Bahnkommunikator Jens-Oliver Voß mit Herausgeber Martin Wohlrabe. Darüber hinaus wirft er einen Blick darauf zurück, wie der Staatskonzern in weiteren juristischen Auseinandersetzungen kommunizierte.
Martin Wohlrabe, Jens-Oliver Voß
Diesel, Draghi und Durchsuchungen – Impressionen einer Journalistin im Dickicht zwischen Wirtschaft und Justiz
Zusammenfassung
Die Adressaten von Litigation-PR sind Journalisten, die über Gerichtsprozesse und Ermittlungsverfahren berichten. Aus deren Perspektive beschreibt Karin Matussek die Zugkräfte im Dreieck zwischen Justiz, Wirtschaft und Medien. Anhand von Beispielen aus prominenten Wirtschaftsverfahren erklärt sie, warum in der Berichterstattung gelegentlich ein schiefes Bild herauskommt. Wie gut es die „Vierte Gewalt“ mit der Dritten un denen, die mit ihr zu tun haben, aufnehmen kann, wird dabei ebenso kritisch betrachtet wie die Art und Weise, in der Unternehmen und andere Interessierte gegenüber der Presse agieren.
Karin Matussek
Im Auge des medialen Sturmes – Angeklagt, vorverurteilt, vernichtet
Zusammenfassung
Als Angeklagter im Fokus der Medien: Das hat Thomas Middelhoff in den vergangenen Jahren intensiv erlebt. Sehr persönlich blickt er zurück: Was es mit einem Top-Manager macht, sich regelrecht wehrlos gegenüber der Öffentlichkeit zu fühlen. Wie er heute das Treiben von Redaktionen, Gericht und Politik mit entsprechendem Abstand bewertet. Und was er anderen Betroffenen in vergleichbaren Situationen rät.
Thomas Middelhoff
Auf einen Blick: Fünf Leitlinien für die Kommunikation in der Krise
Zusammenfassung
Jede Krise ist individuell. Und dennoch gibt es grundsätzliche Leitlinien, auf die Entscheidungsträger und Kommunikationsverantwortliche im Fall der Fälle zurückgreifen können. Auf dieser Praxis-Doppelseite werden fünf Tipps für den Einsatz in Sondersituationen auf den Punkt gebracht.
Ann-Katrin Adriaans
Kritische Medienberichterstattung – Kein Schicksal für Unternehmen
Zusammenfassung
Kritische Medienberichterstattung geht immer auch mit rechtlichen Herausforderungen und Spannungen einher, so insbesondere bei Verdachtsberichterstattungen und vorverurteilenden Veröffentlichungen. Welche rechtlichen Aspekte die in diesem Spannungsfeld beteiligten Akteure, insbesondere Journalisten, aber auch etwa Staatsanwaltschaften und andere Hoheitsträger, grundsätzlich zu berücksichtigen haben, beleuchtet dieser medienrechtliche Beitrag. Dabei diskutiert der Autor rechtliche und praktische Konsequenzen und (Vorbereitungs-)Maßnahmen für Betroffene sowie Sonderprobleme.
Gernot Lehr
Interview: Die Social-Media-Kommunikation während des Rechtsstreits um die Zutaten der Sorte Voll-Nuss
Zusammenfassung
Schlagartig wird Ritter Sport mit einem unternehmensbedrohenden Ereignis konfrontiert, als die Stiftung Warentest Ende November 2013 über die beliebte Sorte „Voll-Nuss“ urteilt, diese sei nicht verkehrsfähig. Die folgenden Monate stellen sowohl in rechtlicher wie auch kommunikativer Hinsicht eine Gratwanderung dar: (1) transparente Kommunikation während eines laufenden Gerichtsverfahrens mit mehreren Beteiligten, (2) immer wieder wechselnde Kommunikationsinhalte bzw. Argumentationspfade der Stiftung gegenüber den Medien und (3) handelsseitiger Druck und teilweise empfindliche Verbraucherreaktionen stellen weitere Herausforderungen für das mittelständische, schwäbische Familienunternehmen dar und erzeugen eine anhaltende Gefahr für die Reputation seiner Marke.
Thomas Seeger, Martin Wohlrabe
Wie ein Medienskandal entsteht
Zusammenfassung
Martin U. Müller erklärt in diesem Beitrag, was einen Skandal in den Medien ausmacht, welche Informanten-Typen es gibt und auf welchen Wegen Journalisten auf ein Thema für eine große Recherche aufmerksam werden. Darüber hinaus beschreibt der Autor, wie Informanten geschützt werden, welche Informationen einen Skandal auslösen können und wie eine Berichterstattungswelle grundsätzlich entsteht. Dabei geht er auch auf die Rolle der sozialen Medien ein.
Martin U. Müller
Vom Tod des Kaufmanns – Litigation-PR in der Insolvenz
Zusammenfassung
Große Insolvenzverfahren finden regelmäßig viel Aufmerksamkeit in den Medien. Das Umfeld ist geprägt von Anspannung und Hektik. Litigation-PR kann ein wirksames Instrument sein, wenn es darum geht, Vertrauen zu erhalten, Ängste zu reduzieren und handelnde Personen zu positionieren. Welche Aufgaben und Möglichkeiten hat Litigation-PR im Rahmen von Insolvenzen und wer sind die relevanten Akteure? Kann man sich auf Insolvenzen strategisch vorbereiten und welche Rolle spielen die unterschiedlichen Verfahrensarten? Am Beispiel der medienwirksamen Insolvenz von Air Berlin wird der Leser an dieses spannende Teilgebiet der Litigation-PR herangeführt.
Tobias Vogl
Auf einen Blick: Was bei Litigation-PR aus juristischer Perspektive zu beachten ist
Zusammenfassung
Litigation-PR ist nur erfolgreich, wenn alle Verfahrensbeteiligten eng zusammenarbeiten. Dennoch kommt es vor, dass die Ansätze der Kommunikation und prozessuale bzw. rechtliche Ziele aufeinanderprallen. Grundsätzlich ist es dann wichtig, dass sich die Kommunikation streng an den juristischen Vorgaben orientiert. Diese Praxis-Doppelseite gibt einen Überblick, was zu beachten ist.
Albert Neukirch
Prominenz im Wirtschaftsstrafverfahren – Macht der Bilder statt Kraft des Gesetzes
Zusammenfassung
Der Beitrag beleuchtet das für die öffentliche Wahrnehmung des Wirtschaftsstrafverfahrens heute mitprägende Phänomen des Prominentenstrafrechts. Es stellt diese Ausprägung der medial geprägten Meinungsbildung in der Digitalgesellschaft anhand öffentlichkeitswirksamer Wirtschaftsstrafverfahren und ihrer medialen Repräsentation durch Fotografien der Beschuldigten Schlecker und Zumwinkel dar. Der Verfasser vertritt die Auffassung, dass die mediale Repräsentation von Strafverfahren im Missverhältnis zu den Defensivmechanismen steht, mit denen sich prominente Beschuldigte allfälliger Persönlichkeitsrechtsverletzungen erwehren können.
Matthias Jahn
Litigation-PR im Kontext von Managementversagen, Managementhaftung und D&O-Schadensbewältigung
Zusammenfassung
Managerinnen und Manager stehen stärker denn je unter Druck – denn ihre tadellose Reputation und das daran angeknüpfte Vertrauen ist Grundlage für ihren beruflichen Erfolg. Was für sie auf dem Spiel steht und welche Rollen D&O-Versicherungen sowie Litigation-PR dabei einnehmen – das soll in diesem Beitrag näher beleuchtet werden. Die Autorin setzt sich mit den Ursachen der zunehmenden Managerhaftung auseinander, beschreibt, welche Risiken sich für das Management ergeben, welche Vorkehrungen man treffen kann und wie man durch Litigation-PR und D&O-Risikomanagement Schadensminderung in der Krise betreiben kann.
Lou Martine Siebert
Recht gut erklärt – Rechtskommunikation in Zeiten der Digitalisierung
Zusammenfassung
Wie kann man Recht erklären in Zeiten, in denen selbst der amerikanische Präsident seine Erklärungen auf die Länge von Tweets reduziert? Wie kann man komplexe rechtliche Botschaften bei Onlinejournalisten platzieren, für die vor allem Tempo, Traffic und Timing zählen? Wie kann man Aufmerksamkeit für rechtliche Themen erreichen, wenn die sozialen Medien voll sind mit Angst und Hass? Die Antwort ist: über das Internet. Das Internet ist nicht nur das Problem; Es ist auch die Lösung. Es war nie einfacher als heute, mit rechtlichen Botschaften Menschen zu erreichen. Man muss nur wissen, wie es geht. Und ein bisschen Mut braucht es auch.
Pia Lorenz
Steuerstrafrechtliche Selbstanzeigen von Prominenten – Mediale und rechtliche Steuerungselemente
Zusammenfassung
Der Beitrag skizziert die rechtlichen und medialen Bedingungen von steuerstrafrechtlichen strafbefreienden Selbstanzeigen von öffentlich bekannten Personen, bei denen eine Entdeckung der Tat droht. Bei Prominenten droht neben der Tatentdeckung im rechtlichen Sinne, die zur Unwirksamkeit der Selbstanzeige führt, die mediale Entdeckung und die damit verbundene Skandalisierung des Vorgangs durch die Medien, die die wirksame Abgabe der Selbstanzeige erschwert. In dem Beitrag werden strategische Ansätze dargestellt, wie der Selbstanzeigen grundsätzlich prägende und bei Prominentenselbstanzeigen nochmals erhöhte zeitliche Druck verringert und mediale Risiken begrenzt werden können.
Fabian Meinecke
Auf einen Blick: Kommunikation mit Leitmedien, insbesondere in Ermittlungsverfahren
Zusammenfassung
Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gehören zu den zehn gefährlichsten Krisenauslösern. Zu diesem Ergebnis kommt der „PR-Trendmonitor 2019“. Wie Unternehmen und weitere Betroffene hier kommunikativ – mit Schwerpunkt auf Leitmedien – umgehen, klärt diese Praxis-Doppelseite.
Martin Wohlrabe
Erfahrungen aus dem Wirtschaftsstrafrecht – Was medialer Einfluss für den Strafverteidiger bedeutet
Zusammenfassung
Der langjährige Wirtschaftsstrafverteidiger Professor Christoph Knauer berichtet von seinen Erfahrungen aus dem Wirtschaftsstrafrecht und über die zunehmende Bedeutung der Medien insbesondere in Großverfahren und solchen, an denen Personen des öffentlichen Interesses beteiligt sind. Dabei geht es um die Problematik der Verdachtsberichterstattung und die damit verbundenen persönlichen Herausforderungen für Betroffene im Umgang mit den Medien neben dem eigentlichen Strafverfahren. Anschaulich und praxisnah werden rechtliche Hintergründe ebenso beleuchtet wie gesetzliche Anforderungen.
Christoph Knauer
Marathonlauf Monitorverfahren
Der Bilfinger-Weg
Zusammenfassung
Kommunikation muss Freude bereiten. Dann werden Inhalte von Mitarbeitern intensiver aufgenommen, Sinn und Vorteile bleiben haften. Das gilt für alle Spielarten gelungener Kommunikation, vor allem aber für Compliance. Und erst recht, wenn sich ein Unternehmen in einem Monitorverfahren befindet, im übertragenen Sinne auf Bewährung ist. Ein solches Verfahren ist ein Marathonlauf, den man mit voller Kraft angehen muss, ganz oder gar nicht. Bilfinger hat einen solchen Marathon erfolgreich gemeistert. Dieses Kapitel erzählt, welche Etappen das Unternehmen bewältigen musste, mit welcher Strategie und welche Herausforderungen auf der Wegstrecke lagen. Die Kommunikation war und ist dabei ein zentraler Baustein, ein Scharnier zwischen den Disziplinen im Unternehmen, Antreiber und Motivator zugleich. Wichtig ist, dass klar kommuniziert wird. Die Mitarbeiter müssen genau verstehen, welche Vorschriften es gibt und wie sie sich genau verhalten sollen. Gerade bei international aufgestellten Unternehmen gibt es verschiedene Kulturen, verschiedene Ansichten, verschiedenes Verständnis. Dieses Kapitel beschreibt Erfolgsrezepte und gibt Einblick in die Compliance-Kommunikation von Bilfinger.
Sebastian Rudolph
Interview: Von medialer Vorverurteilung, öffentlicher Kommunikation und warum Joachim Wolbergs sich als Beschuldigter gegen das Schweigen entschied
Zusammenfassung
Regelmäßige Facebook-Videobotschaften und emotionale Auftritte vor den Kameras: Der langjährige Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs begleitete sein Gerichtsverfahren auf ungewöhnliche Art und Weise. Mit CONSILIUM-Mitarbeiterin Arianna Elsässer spricht er über seinen Umgang mit Medienvertretern, öffentliche Vorverurteilung sowie eine etwaige Kommunikationsstrategie und zieht lehrreiche Schlüsse.
Joachim Wolbergs, Arianna Elsässer
Relevanz der Medieneffekte auf Angeklagte und Zeugen für Urteile in Strafverfahren
Zusammenfassung
Medienberichte über Strafverfahren können sich direkt auf das Urteil auswirken, weil sie einen Einfluss auf Staatsanwälte und Richter besitzen. Sie können sich aber auch indirekt im Urteil niederschlagen, weil sie das Verhalten von unter anderem Zeugen verändern. Mehr als ein Drittel der Richter und Staatsanwälte hat bei ihren Verfahren einen starken Einfluss der Medien auf Zeugen beobachtet. Dabei wurde meist festgestellt, dass Zeugen eingeschüchtert wurden, was sich oft auf ihre Aussagen auswirkte. Zwei Drittel der Richter und Staatsanwälte, die Medieneinflüsse auf Zeugen berichten, haben in ihren Verfahren beobachtet, dass das einen Einfluss auf das Urteil hatte. Bestätigt wird ihre Beobachtung von einer statistischen Analyse der Zusammenhänge: Je mehr Medienbeiträge die Richter und Staatsanwälte über ihre Verfahren verfolgen, desto mehr Medieneinflüsse auf das Urteil stellen sie fest, desto bewusster ist ihnen zudem, dass dies auch durch Beeinflussung von Zeugen geschieht.
Hans Mathias Kepplinger, Pablo Jost
Interview: Zeitgemäße Medienarbeit von Gerichten – Erfahrungen im Umfeld von Wirtschaftsstrafverfahren rund um Hoeneß, Ecclestone und die Deutsche Bank
Zusammenfassung
Als Sprecherin am OLG München kommunizierte Andrea Titz unter anderem die spektakulären Wirtschaftsstrafverfahren um FC-Bayern-Boss Uli Hoeneß und Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Damit war sie das Gesicht, das Justiz verständlich machte: Gab es wirklich keinen Deal für Uli Hoeneß? Warum sonst musste er nur die Hälfte seiner Strafe absitzen? Und hat sich Ecclestone freigekauft? An den meisten Verhandlungstagen standen Titz, die eigentlich Richterin ist, eine Meute von Pressevertretern gegenüber – auf der Jagd nach druckreifen Schlagzeilen. Gemeinsam mit Franziska Seusing spricht sie über ihre Zeit als Deutschlands bekannteste Gerichtspressesprecherin.
Andrea Titz, Franziska Seusing
Auf einen Blick: Medienrecht – Verdachtsberichterstattung
Zusammenfassung
Bei medienwirksamen Verfahren besteht immer auch die Gefahr einer öffentlichen, schwer korrigierbaren Vorverurteilung. Dies gilt insbesondere bei Beiträgen über Straf- und Ermittlungsverfahren und Berichten über bloße Vorwürfe und Anschuldigungen zu einem rechtswidrigen oder einem bloßem Fehlverhalten. Doch wie ist rechtlich mit der Verdachtsberichterstattung umzugehen? Diese Praxis-Doppelseite gibt einen Überblick.
Gernot Lehr
Litigation-PR – Minimierung des kartellrechtlichen Schadenersatzrisikos
Zusammenfassung
Kartellrechtswidriges Verhalten wird in Europa regelmäßig zunächst von Wettbewerbsbehörden beurteilt und geahndet. Gestützt auf das Urteil der Wettbewerbshüter, versuchen die durch das unerlaubte Verhalten Geschädigten sich alsdann über Zivilgerichte schadlos zu halten. Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Schadenersatzklage hängt dabei maßgeblich von der Kommunikation des Unternehmens während und nach dem Kartell-Verwaltungsverfahren sowie vor und während des Kartell-Zivilverfahrens ab. Eine maßgeschneiderte Litigation-PR ist mithin heute Pflicht. Patrick Krauskopf und Seraina Gut zeigen in ihrem Beitrag, wie eine Litigation-PR-Strategie aussehen kann und geben Praxistipps für die einzelnen Meilensteine im kartellrechtlichen Verfahren.
Patrick L. Krauskopf, Seraina Gut
Kommunikation im Umfeld der DSGVO – Wie Unternehmen bei Cyberattacken vorgehen
Zusammenfassung
Hackerangriffe sind eine große Gefahr für den Ruf eines Unternehmens. Zum einen sehen sich die Manager plötzlich einem Heer zorniger Nutzer gegenüber, denen sensible Informationen gestohlen wurden: Namen, Adressen, manchmal Kreditkartendaten. Zum anderen werden Journalisten Aufklärung fordern, werden wissen wollen, wie es dazu kommen konnte und wer schuld ist. Und dann sind da auch noch die Behörden, die mit Bußgeldern drohen. Wie die Führungsebene mit all dem umgeht, lässt tief in die Firmenkultur blicken. So war es auch im ersten großen öffentlichkeitswirksamen Bußgeldverfahren in Sachen DSGVO (der Autor war hier als Berater tätig). Worauf es bei der Kommunikation nach Cyberattacken ankommt.
Martin Wohlrabe
Metadaten
Titel
Litigation-PR
herausgegeben von
Martin Wohlrabe
Copyright-Jahr
2020
Electronic ISBN
978-3-658-27497-9
Print ISBN
978-3-658-27496-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-27497-9