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Über dieses Buch

Die Festschrift für Wolfgang Kersten zum 60. Geburtstag enthält 41 Beiträge, die seine Schüler und Schülerinnen, Kolleginnen und Kollegen sowie Freunde ihm zu Ehren gewidmet haben. Sie spiegeln die weiten interdisziplinären Forschungsfelder Wolfgang Kerstens wider, die von Supply Chain (Risiko-) Management, Produktions- und Logistikmanagement, Technologie- und Prozessinnovationen, Digitalisierung und Industrie 4.0, Nachhaltigkeit sowie angewandten Managementmethoden geprägt sind.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Supply Chain (Risiko-) Management

Frontmatter

Die Wechselwirkungen zwischen Supply Chain und Business Model Innovationen: Ergebnisse einer Interviewstudie

Innovationen sind unerlässlich, damit Unternehmen im Wettbewerb bestehen können. Es gibt vier Ebenen der Innovation: Produkt-, Prozess-, Positions- sowie Geschäftsmodellinnovationen (Tidd & Bessant, 2013). In den letzten Jahren sind Geschäftsmodellinnovationen besonders in den Fokus von Forschung und Praxis gerückt.

Nizar Abdelkafi, Margherita Pero, Franziska Pech

Case studies of the digital technology impacts on supply chain disruption risk management

Supply chains (SC) have always been vulnerable to natural disasters, economic and political crises or accidents. Modern, interconnected SC networks are particularly vulnerable, since even a relatively small incident can have enormous consequences for the entire network. The greater vulnerability of value chains and the fact that uncertainties, such as earthquakes or political instabilities, cannot be prevented have necessitated active supply chain risk management (SCRM) in supply chain management (SCM) (cf. Chopra/Sodhi 2014, Jüttner 2005, Ivanov and Dolgui 2018).

Simone Gottlieb, Dmitry Ivanov, Ajay Das

Gestaltung robuster Wertschöpfungsketten auf Basis modularer Produktarchitekturen durch kohärentes Zusammenwirken von Entwicklung und Einkauf

Die Bedeutung modularer Produktarchitekturen bei der Reduzierung der Komplexität des betrieblichen Leistungserstellungsprozesses ist heute unbestritten und bereits vielfach in der Literatur beschrieben (vgl. Kersten 2002; Kersten & Koppenhagen 2002; Eitelwein 2009; Skirde 2015). Um den Wirkmechanismus modularer Produktarchitekturen zu verstehen, ist es unerlässlich, sich die definitorischen Merkmale von Modularität auf systemtechnischer Ebene zu vergegenwärtigen. Modularität ist ein strukturbeschreibendes Merkmal von Systemen.

Frank Koppenhagen, Tobias Held

Current State of Risk Assessment in Seaports: An Empirical Study

Seaports are critical links in global supply chains and international logistics networks. They are considered to be a link of cooperation between countries, including transport, logistics, tourism and energy. The recent global economic climate has increased maritime transport (Oskin, 2014; UNCTAD, 2018). One of the reasons is bilateral trade between major economies of the world. Following this, private and public actors are investing significantly to expand or develop new terminals to handle the quick upsurge of sea freight.

Ayman Nagi, Marius Indorf, Carolin Singer-Neumann, Lauri Ojala

The Rail Baltica and the New Silk Route: New corridors for Eurasian supply chains

The Rail Baltica initiative represents one of the highest ranked infrastructural projects on the European transport agenda aiming for the construction of a European gauge railway link from Tallinn via Riga and Kaunas to Warsaw in order to connect the Baltic States to the European railway system. Since 2017 the project has been provided with European finances to promote the first investments and to start the construction activities. The coordination work in the Baltic States is coordinated by RB Rail AS which is located in Riga. Until now the Rail Baltica initiative has been mainly considered as a transport infrastructural project trying to link the Baltics closer to Central Europe without changing the railway platforms at the Polish border.

Gunnar Prause

Neue Anwendungsmöglichkeiten für das Risikomanagement durch den Einsatz von Big Data – Zwei Fallbeispiele

Durch die immer komplexer werdenden Strukturen, Prozesse sowie Abhängigkeiten innerhalb der Wertschöpfungsketten ist ihre Verwundbarkeit gegenüber Risiken in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dabei können Risiken unterschiedlichen Ursprungs sein und dementsprechend verschiedenartige Auswirkungen haben (Christopher und Peck 2004). Einschneidende Ereignisse, wie Naturkatastrophen oder Terroranschläge, hatten z.B. in der Vergangenheit zeitweise vollständige Unterbrechungen von Lieferketten zur Folge.

Meike Schröder, Karsten Findeis, Hagen Späth

Einfluss digitaler (Startup-)Technologien im Operations Management

In den letzten Jahren haben Unternehmen in fast allen Branchen eine Reihe von Initiativen zur Identifizierung neuer digitaler Technologien und zur Nutzung ihrer Vorteile durchgeführt (Technology Foresight). Sowohl die Weiterentwicklung bestehender als auch die Implementierung neuer Technologien führt zu einer digitalen Transformation der gesamten Wertschöpfungskette, die nahezu alle Produkte und Prozesse sowie Organisationsstrukturen und Managementkonzepte betrifft (Kersten et al., 2017). Die möglichen Vorteile der Digitalisierung sind vielfältig und umfassen unter anderem Umsatz- oder Produktivitätssteigerungen, Innovationen in der Wertschöpfung sowie neuartige Formen der Interaktion mit Kunden. Durch die Anwendung von Technologien wie beispielsweise künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen oder der Blockchain-Technologie können ganze Geschäftsmodelle transformiert oder ersetzt werden (Downes und Nunes, 2015).

Joschka Schwarz, Christoph Ihl

Supply Chain Analytics – Entscheidungsunterstützung für das Management von Supply Chains

Die Digitalisierung ist eines der dominierenden Themen dieses Jahrzehnts. Nahezu alle Lebensbereiche werden durch digital basierte Innovationen beeinflusst und verändern dadurch unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft. Davon betroffen sind auch Wertschöpfungsnetzwerke, die durch eine kooperativ angelegte, unternehmensübergreifende Koordination Mehrwert für Konsumenten generieren können. Demnach stellt sich die Frage, wie Digitalisierung das Management solcher Supply Chains (SCs) zu verändern vermag.

Wolfgang Stölzle, Raphael Preindl

Produktions- und Logistikmanagement

Frontmatter

Identifikation kritischer Lieferanten in Produktionsnetzwerken auf der Grundlage von Zentralitätsmaßen

Netzwerke bestehen aus autonomen Akteuren, die sich zusammenfinden, um ein gemeinsames Ergebnis zu realisieren. Autonomie impliziert dabei die rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit der Akteure. Problematisiert wird dabei die wirtschaftliche Selbstständigkeit, da in einem Netzwerk ein Spannungsfeld zwischen Autonomie und Abhängigkeit besteht.

Hans Corsten, Christian Dost

Geschäftsmodelle additiver Fertigungsverfahren

Wenn man von zukunftsfähigen Unternehmen und Industrie 4.0 spricht, verspricht kaum ein Phänomen eine solch hohes Potenzial wie additive Fertigungsverfahren. Neben dem Internet der Dinge, autonomen Maschinen und der Sensorik, tritt der digitale Druck von Produkten und Bauteilen beständig weiter in den Fokus von Industrie und Forschung. Revolutionär, disruptiv und durchschlagend sind Adjektive, welche im Zusammenhang mit dieser Technologie genannt werden.

Michael Essig, Stephan Kronthaler, Josef Gutsmiedl, Andreas H Glas

Einsatz des Revenue Managements in der Make-to-Order-Produktion

Aufgrund der zunehmenden Variantenvielfalt produzieren immer mehr Unternehmen nach dem Make-to-Order-Prinzip, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei dieser Fertigungsart wird die Produktion erst mit einem bestätigten Kundenauftrag begonnen, wodurch unter anderem die Bestände im Fertigwarenlager verringert werden können. Die Schwierigkeit bei dieser Produktionsweise ist jedoch, festzustellen, welcher Auftrag angenommen und welcher abgelehnt werden sollte. Durch eine Annahme eines Auftrags wird Produktionskapazität belegt, welche im Nachhinein allerdings eventuell für einen lukrativeren Auftrag gewinnbringender hätte eingesetzt werden können.

Nina Lohnert, Kathrin Fischer

Koordination des maritimen Innenausbaus mit einem digitalen Assistenzsystem

Weil Reeder und Eigner von Kreuzfahrtschiffen, Luxusyachten und anderen Spezialschiffen immer neue Ausstattungen und Attraktionen wie Aussichtsgondeln oder Achterbahnen nachfragen, ist der Schiffbau in Deutschland heute in weiten Teilen eine Unikatproduktion.

Jan Robert Rost, Axel Friedewald, Niklas Jahn, Hermann Lödding

Potenziale der Digitalisierung für die letzte Meile in der Logistik

Die Digitalisierung sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in jedem Lebensbereich. Auch die Prozesse in Industrie, Handel und Logistik verändern sich durch die zunehmende Nutzung digitaler Medien grundlegend. Hierdurch bieten sich Chancen für mehr Lebensqualität, neue Geschäftsmodelle und größere Prozesseffizienz in Produkten, Services sowie Teil- oder Gesamtprozessen. Die fortschreitende Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK) ermöglicht heutzutage, dass sich intelligente, sich selbst steuernde Objekte temporär zielgerichtet zur Erfüllung von Aufgaben vernetzen. Kersten et al. (2018) beschreiben diese Zukunftsvision mit dem Begriff „Industrie 4.0“. und nehmen eine Abgrenzung der Konzepte Digitalisierung, digitale Transformation und Industrie 4.0 vor.

Kirsten Wegner

Globale Trends und die Konsequenzen für die Logistik der letzten Meile

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen werden durch verschiedenste Einflussfaktoren langfristig bestimmt. Aus diesen unterschiedlichen Einflüssen resultieren längerfristige Entwicklungslinien, die wir als Trends bezeichnen. Die großen Trendlinien, wie beispielsweise Demographie, sind dabei global, wenn auch mit durchaus unterschiedlichen Ausprägungen in verschiedenen Teilen der Erde.

Peer Witten, Carmen Schmidt

Technologien- und Prozessinnovationen

Frontmatter

Framework zur Umsetzung von Performance-Based-Contracting auf dem Industriegütermarkt

Hervorgerufen durch lange Produktlebenszyklen von Investitionsgütern sehen sich Unternehmen vermehrt einer hohen Marktsättigung gegenüber, die mit einer wachsenden von auf dem Markt befindlichen Anzahl an Primärprodukten – auch als Installed Base (IB) bezeichnet – einhergeht. Dies bewirkt ein Umdenken hinsichtlich der strategischen Ausrichtung von Unternehmen (Greenough & Grubic, 2011, S. 1118). Auf wettbewerbs- und kundenorientierten Märkten ist es häufig nicht mehr das Ziel, ein Alleinstellungsmerkmal lediglich über die physischen Produkte zu generieren, sondern das Angebot um umfangreiche Services zu erweitern.

Stefan Drechsler, Lukas Knieps, Rainer Lasch

Open Innovation für Logistikdienstleister

Der Markt für Logistikdienstleistungen wächst stetig aufgrund der Zunahme globaler Warenströme. In den letzten Jahren ist es jedoch auch zu einer Konsolidierung innerhalb der Branche gekommen und viele Unternehmen klagen über harte Wettbewerbsbedingungen. Insbesondere viele kleine und mittlere Logistikdienstleister müssen regelmäßig ihr Geschäft wieder aufgeben.

Katharina Kalogerakis, Cornelius Herstatt

Exploring How Independent Maintenance Service Providers Decide about Competence Building

In light of increasingly integrated supply chains relying on decentralized production units and new process technology (Kersten et al. 2017; Hoberg et al. 2019), outstanding maintenance strategies can mean a cutting edge for companies (Roy et al. 2016; Bokrantz et al. 2017). Thus, it comes as no surprise that maintenance makes its comeback in the center of managerial attention after it had been considered a necessary evil to be outsourced for decades (Faccio et al. 2014; Wibowo et al. 2016). Also, from an economic viewpoint, maintenance is by no means to be underestimated: the global aircraft maintenance market alone is projected to grow from $75 bn. in 2018 to $115 bn. until 2028 (Cooper et al. 2018).

Markus Klotzbach, Moritz Petersen, Moritz Jäger-Roschko

Dynamische Auftragsabwicklung in Netzwerken mit Hilfe digitaler Fertigungsplattformen

Mehr und mehr individualisierte Produkte, kürzer werdende Produktlebenszyklen und die steigende Anzahl an Produktvarianten führen zu einer zunehmenden Komplexität des Auftragsabwicklungsprozesses in vielen Unternehmen. Diese Komplexität steigt insbesondere bei Auftragsfertigern, die ihre Produkte kundenspezifisch aus definierten Komponenten herstellen und/oder entwickeln. Sind zur Herstellung der Produkte individualisierte Komponenten notwendig, die von einem Lieferanten bezogen werden, erhöht sich zusätzlich die Komplexität der Auftragsabwicklung über die gesamte Lieferkette.

Martin Kunath, Herwig Winkler

RFID in Martime Container Logistics - An orientation guide for implementation

First of all, RFID tags are data storage units. Compared to conventional technologies such as barcode, the volume of storable data can be bigger, the storage itself is saver, the data access is simplified through automating and some transponders are rewirtable [16]. Therefore, the advantages of RFID are more data with an improved availability, i.e. reading more or less independant of tag orientation and intervisibility with a reader [7], simmultanious reading of multpile RFID tags (bulk reading) [30], increased data acquisition speed, higher resistance against environmental influences [18] and higher reading range [8].

Thomas Will

Akzeptanz disruptiver Technologien – exemplifiziert am automatisierten Autofahren unter Verwenden von Youtube-Analysen

Disruptive Technologien zeichnen sich durch völlig neue Antworten auf bestehende oder latente Kundenanforderungen und -bedürfnisse aus. Disruptive Technologien im Bereich der automobilen Mobilität, wie z. B. das automatisierte Autofahren, stehen im Spannungsfeld von Anspruchsgruppen wie Staat, Gesellschaft und (potentiellen) Kunden mit ihren gesetzlichen, verkehrs- und umweltpolitischen Regelungen bzw. ethischen Rahmenbedingungen. Denn eine Technologie gilt nur dann als erfolgreich und als Innovation anerkannt, wenn sie die Akzeptanz in der Öffentlichkeit und bei (potentiellen) Kunden erzielt.

Jochen Wittmann

Wie strategisch sind Algorithmen? Die Rolle von Big Data und Analytics im Rahmen strategischer Entscheidungsprozesse

Seit geraumer Zeit wird insbesondere von vielen Fachvertretern der Wirtschaftsinformatik und der Managementforschung die These artikuliert, die rasant steigenden Möglichkeiten im Rahmen von Big Data und Analytics (BDA) könnten – bei „richtigem“ Einsatz – die Wettbewerbsfähigkeit und auch den Erfolg von Unternehmen signifikant verbessern (vgl. z.B. Davenport, 2014; Barbosa, de la Calle Vicente, Ladeira & de Oliveira, 2018; Erevelles, Fukawa & Swayne, 2016; Gunasekaran et al., 2017). Hierfür wird eine große Bandbreite an theoretischen Ankerpunkten genutzt – z.B. die Transaktionskostentheorie (BDA kann die Transaktionseffizienz erhöhen, vgl. Waller & Fawcett, 2013), ressourcen- und kompetenzorientierte Ansätze (BDA als wertvolle Ressource/Fähigkeit, vgl. Braganza, Brooks, Nepelski, Ali & Moro, 2017) oder Informationsprozessansätze (BDA zur Reduzierung von Unsicherheiten und Mehrdeutigkeiten in Entscheidungsprozessen, vgl. Kowalczyk & Buxmann, 2014, 2015).

Thomas Wrona, Pauline Reinecke

Digitalisierung und Industrie 4.0

Frontmatter

Auswirkungen der Digitalisierung – Implikationen und Handlungsempfehlungen für Transformation und betriebliche Weiterbildung

Die gegenwärtige Digitalisierung von Prozessen wirkt intensiv auf Unternehmen. Vor allem KMU sehen diese als besondere Herausforderung, wobei insbesondere Unternehmen aus dem Baugewerbe, dem Verarbeitendem Gewerbe und dem Handel wesentliche Nachholbedarfe sowohl bei der Digitalisierungskompetenz als auch bei notwendigen Qualifikationen der Mitarbeiter im Umgang mit neuen Technologien und digitalen Prozessen aufweisen (Schöpper et al., 2018). Der durch Informationstechnologien hervorgerufenen Wandel ist durch die Übertragung von Aufgaben, die bisher vom Menschen durchgeführt wurden, auf Informationssysteme sowie die virtuelle Abbildung und Steuerung von Prozessen charakterisiert (Hess, 2018).

Norbert Gronau, André Ullrich

Einführungsstrategien für die Digitalisierung im Einkauf

Dynamik und Komplexität der Umwelt stellen Unternehmen vor immer neue Chancen und Herausforderungen; dies gilt speziell in Bezug auf die Potentiale und Bedrohungen durch die zunehmende Digitalisierung (vgl. Kersten et al. 2017; Kersten, von See & Indorf 2018; Wirtz 2018; Kollmann 2016). Der Einkauf ist in den letzten Jahrzehnten sowohl in der betriebswirtschaftlichen Forschung als auch in der Praxis der Unternehmen zunehmend in den Vordergrund gerückt (vgl. van Weele 2014; Johnson, Leenders & Flynn 2015). So stieg einerseits der von ihm beeinflusste Kostenblock aufgrund immer weiter zunehmender Fremdvergabeanteile (vgl. Monczka et al. 2016; Wildemann 2014), andererseits ist die Bedeutung der Einbindung von Lieferanten auf die Erlösseite durch u.a. gemeinsame Innovationen gleichfalls gewachsen (vgl. Schiele 2010; Brem & Tidd 2012). Die sowohl hohe operative als auch zentrale strategische Bedeutung der Beschaffung wird von Unternehmen entsprechend zunehmend erkannt (vgl. Bruel et al. 2014); ihr gilt es adäquat gerecht zu werden.

Tobias Held, Jan Koch

Blockchain in der Logistik – Ein Vergleich prototypischer Anwendungen

Im Zusammenhang mit Blockchain und Distributed Ledger Technologie (DLT) werden Logistik, Transport und Materialversorgung häufig als erfolgsversprechende Einsatzgebiete bezeichnet. Dabei werden eine Vielzahl potentieller Anwendungen genannt, wie z. B. die Verfolgung und Rückverfolgung von Waren (Petersen und Hackius 2017), die Vereinfachung der Zollverfahren (Burnson 2017), die Versicherung von Transporten (Kathri 2018) oder die Aufdeckung gefälschter Waren (Galvez et al. 2018). Im gleichen Sinne wecken so genannte Internet of Things (IoT) Geräte hohe Erwartungen hinsichtlich einer Verbesserung von Logistikprozessen durch eine bessere Vernetzung von Objekten und Akteuren und transparentere Informationsflüsse.

Johannes Hinckeldeyn, Jochen Kreutzfeldt

Beschaffung 4.0

Das seit einigen Jahren in vielen Publikationen und Veranstaltungen diskutierte Thema Industrie 4.0 beschäftigt sich mit der Zukunft der industriellen Produktion. Eine zunehmende Vernetzung von IT-Systemen mit klassischer Automatisierungstechnik, eine weiter steigende Integration von Kunden und Lieferanten in Wertschöpfungsprozesse sowie eine Verknüpfung von Produktion mit hochwertigen Dienstleistungen wird die industrielle Produktion grundlegend verändern. Dies lässt erwarten, dass dem Supply Chain Management (SCM) sowie der Logistik als klassische Schnittstellenfunktionen eine wachsende Bedeutung zuteilwerden wird und sich die traditionellen Rollen grundlegend verändern werden.

Carsten Jacobi, Erich Groher

Blockchain startups in the logistics industry: The technology´s potential to disrupt business models and supply chains

The investigation of how Blockchain, a decentralized transaction and data management technology, can disrupt industries and business models is increasing in both research and practice (Friedlmaier, Tumasjan & Welpe, 2018; Iansiti & Lakhani, 2017). The potential of Blockchain is not limited to cryptocurrencies but expands to other applications, such as smart contracts, Internet of Things (IoT) and smart properties (Min, 2018; Sun, Yan & Zhang, 2016). The logistics industry in particular provides promising opportunities for new business models (DHL Customer Solutions & Innovation, 2018), and started to gain traction from an increasing number of supply chain executives, who consider deploying Blockchain technology (Min, 2018).

Franziska Poszler, Ann-Carolin Ritter, Isabell Welpe

Logistikdienstleister im Zeitalter digitaler Plattformen

Die branchenübergreifende Digitalisierung der Wirtschaft führt neben der Entstehung innovativer Produkte und Dienstleistungen, auch zu einem Wandel bestehender Marktlogiken (BMWi 2017, S. 14 f.). Diese Entwicklung ist auch in den Prozessen des Supply Chain Managements und im Besonderen in der Logistikbranche zu beobachten. Als Folge dieses Trends, sind Logistikdienstleister in der Verantwortung neben den physischen Warenflüssen, in Zukunft auch die digitalen Datenflüsse zu steuern und auf neue Marktlogiken zu reagieren (Kersten et al. 2017, S. 12).

Mischa Seiter, Philip Autenrieth, Fabian Schüler

Neue Szenarien der Wertschöpfung für Geschäftsmodelle in der Textilwirtschaft

Viele Unternehmen stehen gegenwärtig, insbesondere durch Veränderungen der Nachfragebedürfnisse hin zur Individualisierung, durch die Transformation hin zu Industrie 4.0 sowie durch die fortschreitende Digitalisierung in den Wertschöpfungsketten, einem tiefgreifenden Wandel gegenüber. Die Herausforderungen erstrecken sich u. a. über die Fertigung unterschiedlicher Losgrößen, verschiedene Ausgestaltungen von Kooperationen sowie das kosteneffiziente Herstellen und Anbieten sowohl innovativer als auch individualisierter Produkte.

Marcus Winkler, Dieter Stellmach, Meike Tilebein

Nachhaltigkeit

Frontmatter

The Promise: Signaling Sustainability in Supply Chain Relationships

In 2016, the United Nations put forward 17 Sustainable Development Goals (SDG) that aim at securing global sustainable development on the economic, social, and environmental level. The SDG include such diverse goals as limiting climate change or establishing decent working conditions and are meant to function as a political agenda with a horizon of 15 years (UNDP 2016). It is established that supply chain management and logistics have a considerable influence on global sustainable development (Thorlakson et al. 2018). For example, emissions from transport operations are a large contributor to climate change (McKinnon 2018).

Sebastian Brockhaus, Moritz Petersen, A. Michael Knemeyer

Lösungsansätze zur Gestaltung einer nachhaltigen Strom Supply Chain im Zeitalter der Energiewende und Digitalisierung

Die Energiewende führt zu großen Herausforderungen für die Energiebranche und vor allem für die Netzbetreiber. Steigende dezentrale Einspeisungen aus erneuerbaren Energien (wie Photovoltaikanlagen) und die zu erwartenden hohen Entnahmen durch die Elektromobilität belasten direkt die Niederspannungsnetze der Verteilnetzbetreiber und verändern durch ihre Volatilität die Anforderungen zur Sicherstellung der unterbrechungsfreien Stromversorgung. Stabile Netze setzen ein permanentes Gleichgewicht von Einspeisung und Verbrauch voraus. Abweichungen führen zu Netzausfällen und einer möglichen Kettenreaktion auf die überlagerte Netzebene.

Iris Hausladen, Kerstin Eiselbrecher

Sustainability Performance Assessment of a Supply Chain

There is a growing interest in the multidimensional and interorganizational concept of sustainability and its application in the field of supply chain management. Insufficient resources, increasing globalization, multifaceted customers’ expectations, and other societal pressure from consumer advocacy groups and non-governmental organizations regarding issues related to human rights, health, and safety at the workplace are some of the influencing factors behind the recent rising focus on sustainability in supply chain management (Ashby et al., 2012; Carter & Rogers, 2008; Paulraj et al., 2015; Saeed et al., 2017). Moreover, organizations are not only considered responsible for the ecological and social consequences of their own operations but also for their supply chain partners (Caniato et al., 2012; Pagell & Shevchenko, 2014).

Muhammad Amad Saeed

Zero-Emission Hinterland Supply Chains – Ein Plädoyer für einen Strategiewandel im Schienengüterverkehr

Eine Vielzahl von Entwicklungen der letzten Jahre deuten auf einen grundlegenden Wandel der Sichtweisen innerhalb von Transport und Logistik hin. Die als positiv und motivierend wahrgenommenen Entwicklungen haben ihren Ursprung in wachsenden Märkten mit steigenden Anforderungen, welche sich mit der verfügbaren Kompetenz und Kapazität und innerhalb der politischen Rahmenbedingungen ertragsstark bedienen lassen. Hinzu tritt der Strom von technologischen Errungenschaften zur Stärkung der straßenbetonten Dienstleistungsangebote, welche mit dem allgegenwärtigen Begriff der Digitalisierung beginnen und bis zu Industrie 4.0 als Ausdruck einer grundsätzlichen Neugestaltung von Prozessinnovationen reichen2.

Hans G. Unseld, Herbert Kotzab

Agility and resilience as a strategy for sustainability

In the context of corporate development and from a system perspective, sustainability can be analyzed on two levels: On the one hand, and viewed from the outside, this concerns companies’ influence on the long-term survival of the global eco-social system. On the other hand, and viewed from the inside, the subject of analysis can also be a company’s long-term continued existence in the respective eco-social environment. These two system levels are closely interlinked, especially in a sustainability perspective that is geared towards the long-term.

Marion A. Weissenberger-Eibl

Der Einsatz von Elektromobilität zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der Logistik

Es fahren mehr als 1,2 Milliarden Autos auf der Welt (vgl. Statista, 2018a). Im Jahr 2050 sollen es mehr als 2 Milliarden Autos sein (vgl. Kreyenberg, 2016). Bei den Nutzfahrzeugen ist die Fahrzeugmenge etwas geringer. Im Jahr 2016 sollen weltweit insgesamt 2,5 Millionen mittelschwere und schwere Trucks abgesetzt worden sein. Schon heute ist klar: Der enorme Bedarf nach Mobilität wird Engpässe bei der Kraftstoffbeschaffung von Verbrennungsmotoren erzeugen.

Horst Wildemann

Angewandte Managementmethoden

Frontmatter

Zur Erfolgsrelevanz von Teamgröße und Diversität: Eine Analyse am Beispiel von Führungsteams in der Luftfahrtindustrie

Die effektive Nutzung von Erfolgspotenzialen bestimmt die Wettbewerbsfähigkeit von Supply Chains und Unternehmen in der Logistikindustrie. Neben klassischen Erfolgsbereichen wie beispielsweise Kosten und Flexibilität (Kersten, von See, & Wichmann, 2015; Kersten & Singer, 2011), müssen Unternehmen – insbesondere mit Blick auf die Herausforderungen der Digitalisierung (Kersten, von See, & Indorf, 2018) – Risiken kontrollieren (Kersten, Schröder, Feser, & Klotzbach, 2013; Kersten, Schröder, Singer, & Feser, 2012), kontinuierliche Verbesserungen realisieren (Kersten & Ehni, 2015), ihre (Geschäfts-)Prozesse optimieren (Kersten, Klotzbach, & Petersen, 2014) und Innovationen generieren (Kersten, Seidel, & Wagenstetter, 2012). All diesen Herausforderungen stehen auch die Führungsteams in der Luftfahrtindustrie gegenüber.

Jan-Ole Boekholt, Nicole F. Richter, Christian M. Ringle

Von der regionalen Daseinsvorsorge zum regionalen Netzwerkmanagement

Das Gesundheitswesen ist ein politisches Gestaltungsfeld. Es wird in seiner bisherigen Struktur dem zunehmenden Erfordernis an integrierter, individualisierter Versorgung für den Patienten, personalisierter Medizin, die auf höhere klinische Effizienz abzielt, bei gleichzeitig wachsendem Kosten- und Innovationsdruck, immer weniger gerecht. Da die Krankenhausorganisation und die ambulante Gesundheitsversorgung in räumliche Regulierungs- und Planungssysteme eingebunden sind, stehen auch diese Systeme unter einem erheblichen Veränderungsdruck. Im Regelsystem der Raumordnung und Landesplanung wird die Region als ein geographischer Ort der Daseinsvorsorge beschrieben. Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen Teilräumen der Bundesrepublik bildet ein Grundprinzip.

Bärbel Held

Grasping human perception of the future: A structured approach to mental models of time and prospect

Among the most relevant megatrends of today’s business and society are the fastmoving world, the accelerating development of technology and increasing complexity. All these environmental conditions have impact on the way humans perceive their future and how they prepare for it today. An increasingly velocious future leaves people and organizations with constantly decreasing time for preparation and a growing degree of uncertainty while the present itself becomes more and more irrelevant (Huyssen 2000).

Reimo Jahn, Hans Koller

Modulares Projektportfoliomanagement – Eine Vision zur Beherrschung komplexer Projektlandschaften

In Zeiten stetig zunehmender Globalisierung und des digitalen Wandels operieren Unternehmen mehr denn je in einem hochgradig dynamischen und unsicheren Umfeld. Diese Volatilität wirkt sich sowohl auf die Strategiedefinition aus, als auch darauf, wie unternehmensinterne und -externe Projekte gestaltet und durchgeführt werden, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können (Sarkar, 2016).

Thorsten Lammers, Henning Skirde, Matthias Guertler

How much does variety-induced complexity actually cost? Linking axiomatic design with cost modelling

Today, companies tend to offer a wide range of products, and the continuous introduction of more specific variants for individual customers is associated with complexity. This complexity is, to some degree, inevitable, and will yield additional costs that are frequently called complexity costs (Schuh, 2005). As a result, many organizations are facing the challenge of reconciling increased complexity with limiting costs, to be able to offer products at acceptable prices on the market.

Matthias Meyer, Ole Meßerschmidt, Kai G. Mertens

Hybrides Projektmanagement – Einbindung agiler Arbeitsweisen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung

Mit der zunehmenden Digitalisierung, welche in den kommenden Jahren eine steigende Durchdringung verzeichnen wird, gehen umfassende Veränderungen sowohl in der Wirtschaft als auch innerhalb des einzelnen Unternehmens einher (Dougados und Felgendreher 2016, S. 9). In der Literatur hat sich für den Terminus Digitalisierung bislang keine einheitliche Definition durchsetzen können. So versteht Boeselager (2018, S. 2) z.B. unter Digitalisierung „die massive Veränderung von Produkten, Prozessen und Geschäftsmodellen“.

Meike Schröder, Ulrich Steinhorst, Marc Winter

Unterstützung des Wissenstransfers durch Digitalisierung

Wissen gilt neben Arbeit, Rohstoff und Kapital als vierter Produktionsfaktor und entwickelt sich kontinuierlich zu einem wichtigen strategischen Wettbewerbsfaktor. Wolfgang Kersten untersuchte bereits früh die Zusammenhänge zwischen Wissensmanagement und verschiedenen Unternehmensbereichen, z.B. im ECommerce, im Produktentstehungsprozess oder im Risikomanagement. Eine Vielzahl neuer, datenbasierter, Geschäftsmodelle sowie intelligente und vernetzte Produkte und Dienstleistungen verändern den Wettbewerb in der digital unterstützten Wissensökonomie.

Kirsten Wegner, Anni Hüttemann

Auszug wissenschaftlicher Veröffentlichungen

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