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27.11.2013 | Luft | Interview | Onlineartikel

Pionier-Initiative in Sachen Radon-Ausbildung

Autor:
Matthias Schwincke

Die Bedeutung des Themas "Radon in Gebäuden" nimmt kontinuierlich zu. Vor diesem Hintergrund hat das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) im Sommer 2013 den bundesweit ersten Ausbildungskurs zur Radon-Fachperson durchgeführt. Im Rahmen der im Januar 2013 gestarteten Initiative sollen zukünftig bayernweit kompetente Ansprechpartner zu Radonsanierung in bestehenden Gebäuden und zum radonsicheren Neubau von Gebäuden zur Verfügung stehen. "Springer für Professionals" sprach mit Anja Landgraf-Konschak vom Nürnberger Unternehmen UMR GmbH, die zu den ersten Kursabsolventen zählt.

Mit welchen Absichten und Erwartungen haben Sie an dem neuen LfU-Lehrgang teilgenommen?

Ich beschäftige mich bereits seit mehreren Jahren sehr intensiv mit der Radonthematik. Daher wollte ich auf jeden Fall an dem Kurs teilnehmen, um unter den ersten qualifizierten Radonfachpersonen in Bayern und Deutschland zu sein. Ich finde vor allem die Idee des LfU sehr gut, durch einen Zertifizierungskurs einen einheitlichen Qualitätsstandard bei der Radonberatung festzusetzen. Das ist heutzutage bei vergleichbaren Themen wie z.B. TRGS 519 für Asbest sowie LAGA PN 98 für Probenahme selbstverständlich.

Inwiefern ist der Kurs in Sachen Inhalt, Umfang und Praxisbezug dem Thema Radon angemessen?

Die Radonthematik ist von der Sache her sehr vielfältig und umfangreich – angefangen von den geologischen Grundlagen, über die Messtechnik, die gesundheitlichen Auswirkungen, rechtlichen Anforderungen und dann die Sanierungsmöglichkeiten mit den jeweiligen bautechnischen Umsetzungen. Angesichts dieser Tatsache musste leider ein Kompromiss hinsichtlich des Umfanges des Kurses gemacht werden. Es wurde aber bei der Auswahl der ersten Teilnehmer und Teilnehmerinnen darauf geachtet, dass diese bereits mit dem Thema Radon grundsätzlich vertraut sind. Daher halte ich den Kurs, der vom Niveau her sehr anspruchsvoll war, auch für angemessen und gelungen.

Wo sehen Sie Stärken und Verbesserungspotenziale des Angebots?

Als Stärke sehe ich, dass sehr kompetente Referenten mit Erfahrung in der Messtechnik, Radonberatung und Sanierung zur Verfügung standen. Zudem gab es genügend Zeit für einen intensiven Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern. Gerne hätte ich an einem zusätzlichen Tag mehr Praxisbeispiele gesehen und anschließend im Fachkreis diskutiert.

Welche neuen Erkenntnisse haben Sie durch den Kurs gewonnen?

Ich habe vor allem im praktischen Teil viele neue Erkenntnisse zur Radonsanierung und bautechnischen Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen mitgenommen. Wir haben auch die unterschiedlichen Messgeräte näher kennengelernt. Bei der Messaufgabe im eigenen Haus konnte ich die Bedenken und Ängste, die Betroffene unter Umständen haben, selbst gut nachvollziehen. Insbesondere auch der lebendige Austausch innerhalb des Radonnetzwerkes trug und trägt dazu bei meinen eigenen Kenntnisstand abzurunden.

Welche Kursinhalte fanden Sie am interessantesten?

Da fällt mir die Antwort sehr leicht: der praktische Teil war natürlich am spannendsten, da wir die Gelegenheit hatten mit Betroffenen zu sprechen und verschiedene Sanierungsmaßnahmen einmal in der Realität zu sehen. Wir hatten natürlich auch die Prüfungsaufgabe, eine Radonsanierung für ein konkretes Haus zu planen und zu bewerten. Ferner fand ich die Rollenspiele zur Radonberatung sehr hilfreich, da diese eher polarisierten und anschließend in der Runde diskutiert wurden.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Kurses ein?

Ich halte eine Standardisierung und Qualitätssicherung der Radonfachberatung in Deutschland für unabdingbar. Dazu trägt der Kurs wesentlich bei, vor allem da es bundesweit bislang keine vergleichbare Ausbildung und Prüfung gibt. Zudem wünsche ich mir, dass das Thema Radon durch diesen Kurs auch in der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen wird. Daneben hat der Kurs natürlich auch für mich und mein Unternehmen eine große Bedeutung. Denn mit dem Abschluss als Radonfachperson kann ich nun gegenüber Kunden meine eigene Kompetenz und den hohen Qualitätsanspruch unseres Unternehmens bei der Beratung noch besser und überzeugender nachweisen.

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