Skip to main content
main-content

06.01.2016 | Luft | Im Fokus | Onlineartikel

Ruß und Feinstaub einfach einfangen

Autor:
Julia Ehl

Ein Trockenabscheider reinigt Abgase aus holzbefeuerten Heizungsanlagen und Öfen nahezu wartungsfrei und mit wenig Energie. Die bauaufsichtliche Zulassung und Auszeichnungen bestätigen die Erfindung.

Emissionen aus rund 850.000 holzbefeuerten Kesselanlagen tragen nachweislich zur Luftverschmutzung bei. Nach der zweiten Stufe der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung ( 1. BImSchV) liegt der Grenzwert für Partikelemissionen bei 20 Milligramm pro Kubikmeter. Diese Werte können nur neue Anlagen oder mit Filtern nachgerüstete moderne Anlagen erreichen.

Empfehlung der Redaktion

2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

Immissionsschutz

Die Verschmutzung der Luft mit den Auswirkungen auf die aquatischen und terrestrischen Ökosysteme ist ein typisches Umwelt-Syndrom der dritten Generation, das nicht mit einfachen Lösungsansätzen, kalkulierbaren Kosten und innerhalb politisch überscha


Das Spin-off Unternehmen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) Carola Clean Air (CCA) hat im Rahmen eines Feldtest nachgewiesen, dass der entwickelte Trockenabscheider für holzbefeuerte Kesselanlagen bis 200 Kilowatt im Langzeitbetrieb von über 5.000 Stunden stabil läuft und die hohe Abscheiderate, geringe elektrische Leistungsaufnahmen und niedrigen Druckverlust beibehält. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Marktreife. Das Deutsche Institut für Bautechnik hat die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung erteilt.

Einfaches Funktionsprinzip hat Vorteile

Der Feinstaubabscheider besteht aus einer Ionisationskammer, einer Kollektorkammer und einem Auffangbehälter. Die Konzentration von Ruß und Feinstaub wird um bis zu 90 Prozent reduziert. In der Ionisationskammer werden die Partikel aus dem Rauchgas durch eine Corona-Entladung elektrisch aufgeladen. In der Kollektorkammer lagern sich die aufgeladenen Partikel an einer wendelförmigen Bürste ab. Die angesammelten Partikel werden durch eine regelmäßige Drehung über einer Abstreifkante in den Auffangbehälter befördert. Dort müssen sie in größeren Abständen entleert werden. Der Gründer der CCA, Dr. Hanns-R. Paur, spricht von "alle paar Monate". Bei dieser Entleerung handelt es sich um die einzige regelmäßig erforderliche Wartung des Systems, die auch von Laien durchgeführt werden kann.

Anlage verbraucht weniger Energie als eine Glühlampe

Der Geschäftsführer der CCA, Dr. Hans P. Rheinheimer erklärt, der Trockenabscheider verbrauche im Betrieb weniger Energie als eine Glühlampe, es müssten keine Verschließteile ausgetauscht werden und auch der Abluftzug im Kamin werde kaum reduziert. Der Abscheider kann in neue Kesselanlagen direkt integriert und bei vorhandenen Anlagern ergänzt werden. Ein paralleler Betrieb beziehungsweise die Hintereinanderschaltung von mehreren Anlagen ist nach Aussage der Entwickler ebenfalls möglich. Bei der Abscheidung von bis zu 90 Prozent können moderne Heizkessel durch die Nachrüstung so die geforderten Grenzwerte des BImSChV einhalten.

Industriepartner der Start-up-Unternehmens sind die Heizkesselhersteller HDG Bavaria und Heizomat. Die Entwicklung des CCA-Partikelabscheiders wurde sowohl von den Bundesministerien für Wirtschaft und Energie, BMWi, und Ernährung und Landwirtschaft, BMEL, als auch den HGF Enterprise Fund gefördert. Ausgezeichnet wurde sie durch den Innovationspreis der IHK Karlsruhe und den Umweltpreis der Sparkasse Pforzheim Calw.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

Immissionsschutz

Quelle:
Umweltschutztechnik

2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

Anthropogene Umweltwirkungen

Quelle:
Umweltbewertung für Ingenieure

Das könnte Sie auch interessieren

04.12.2015 | Luft | Im Fokus | Onlineartikel

Verbesserung der Luftqualität tritt auf der Stelle

25.11.2014 | Luft | Im Fokus | Onlineartikel

Problem der Luftverschmutzung in Europa noch ungelöst

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Systemische Notwendigkeit zur Weiterentwicklung von Hybridnetzen

Die Entwicklung des mitteleuropäischen Energiesystems und insbesondere die Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur sind konfrontiert mit einer stetig steigenden Diversität an Herausforderungen, aber auch mit einer zunehmenden Komplexität in den Lösungsoptionen. Vor diesem Hintergrund steht die Weiterentwicklung von Hybridnetzen symbolisch für das ganze sich in einer Umbruchsphase befindliche Energiesystem: denn der Notwendigkeit einer Schaffung und Bildung der Hybridnetze aus systemischer und volkswirtschaftlicher Perspektive steht sozusagen eine Komplexitätsfalle gegenüber, mit der die Branche in der Vergangenheit in dieser Intensität nicht konfrontiert war. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise