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25.03.2014 | Luftreinhaltung | Im Fokus | Onlineartikel

Brüsseler Steilvorlage für besseren Radon-Schutz

Autor:
Matthias Schwincke

Die neue EU-Richtlinie für einen besseren Schutz vor Radon ist fertiggestellt und seit Mitte Februar in Kraft. Jetzt sind die Mitgliedsstaaten am Zug. In vier Jahren müssen sie die ehrgeizigen Vorgaben in nationales Recht umsetzen.

Gesetze zum Schutz gegen natürliche Radioaktivität wie beispielsweise durch das Edelgas Radon gab es in Deutschland bislang nur für bestimmte Berufsgruppen. Zum Beispiel: Mitarbeiter in Wasserwerken und Bergwerksanlagen. Dank der neuen EU-Richtlinie 2013/59/EURATOM wird sich dies in den nächsten vier Jahren ändern. Denn das lange erwartete Dokument des Europäischen Rates schafft erstmals einheitliche Sicherheitsnormen für den Schutz vor ionisierender Strahlung. Dazu zählen unter anderem auch Referenzwerte für Radonkonzentrationen in Innenräumen. Sowohl an Arbeitsplätzen als auch in Wohnräumen und öffentlichen Gebäuden darf die Radonmenge in der Luft im Jahresdurchschnitt einen Wert von 300 Becquerel pro Kubikmeter künftig nicht mehr überschreiten.

Zudem fordert die Richtlinie u.a.:

  • die Festlegung und Durchführung von nationalen Radonschutz-Strategien,
  • die Erstellung von nationalen Radon-Maßnahmenplänen,
  • die Ermittlung von voraussichtlichen Radon-Risiko-Gebieten.

Nationale Herausforderung Radonschutz

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Bis Februar 2018 sollen die EU-Mitgliedsstaaten diese und andere Vorgaben in nationale Rechts- und Verwaltungsvorschriften umsetzen. Anja Landgraf-Konschak, Radonspezialistin der Firma UMR GmbH, kommentiert: "Wir sind sehr froh, dass die EU-Richtlinie nach langen Verhandlungen verabschiedet wurde. Damit haben wir im Beratungsalltag nun einen verbindlichen Bewertungsmaßstab zur Hand, der zudem europaweit einheitlich ist. Das Thema Radon wird infolge der Anforderungen der Richtlinie stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken (müssen) – insbesondere durch die Ermittlung von potentiellen Risikogebieten und die Erstellung von Maßnahmenplänen. Der festgelegte Referenzwert gibt Betroffenen erstmals eine klare Aussage, ab wann die Radonkonzentration in ihrem Haus oder ihrer Wohnung als erhöht eingestuft werden muss. Immobilienbesitzer sind nun gefragt bis 2018 das Radonpotential in ihrem Bestand durch Messungen zu bestimmen."

Einen umfassenden und praxisnahen Überblick zum Thema Radon in Deutschland bietet der Springer-Autor Peter Bachmann im Buchkapitel "Qualitätsmanagement in Planung und Umsetzung".

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