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07.08.2017 | M&A-Management | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Unternehmensbewertungen auf Übernahmen einzahlen

Autor:
Michael Fuchs

Günstige Finanzierungsbedingungen und hohe Aktienkurse sorgen am Markt für Fusionen und Übernahmen seit einigen Jahren für Aufwind. Vorbei sind die Zeiten der Zurückhaltung nach der Finanzkrise, in denen die Zahl der Transaktionen eingebrochen war.

Wachsende Zuversicht in die internationale Wirtschaftsentwicklung, die Aussicht auf Synergien und hohe Bargeldbestände führen dazu, dass Unternehmen sich wieder an Firmenkäufe wagen. So hat die Zahl der M&A-Transaktionen in Deutschland im vergangenen Jahr mit 3.584 ein Rekordniveau erreicht. Das geht aus einer Studie von Price Waterhouse Cooper zur Entwicklung der Unternehmensübernahmen und Fusionen hervor. Und auch das Nachbarland Frankreich, das mit den Folgen der Krise länger zu kämpfen hatte, erreichte mit 2.983 Transaktionen fast wieder das Niveau der Boomjahre 2005 bis 2007, als jeweils über 3.000 Übernahmen und Fusionen über die Bühne gingen.

Unternehmenskäufe bergen hohe Risiken

Die Risiken bleiben freilich hoch. Denn erst im Laufe der Zeit zeigt sich oft, ob die Erwartungen an die neu erworbene Firma in Erfüllung gehen und die erhoffen Synergien sich einstellen. Für das Scheitern von Fusionen und Übernahmen nennt Mert Erer in seinem Kapitel "Risikomanagement bei Fusionen oder Unternehmensübernahmen" vor allem eine falsche 

  • Berechnung des Unternehmenswerts, 
  • Wahl der Zahlungsmethode, 
  • Wahl des Partners oder Zielunternehmens, 
  • des Fusions- oder Übernahmezeitpunkts, sowie
  • mangelhafte Kenntnisse in der Branche, des Zielunternehmens oder in der Durchführung und Steuerung von Fusionen und Übernahmen.

Nicht umsonst sind in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe ambitionierter Vorhaben gescheitert oder haben sich im Nachhinein als teures Abenteuer herausgestellt. Denn die glücklosen Neuwerbungen beanspruchen auch erhebliche Management-Ressourcen, wie die Versuche der Deutschen Bank zum Verkauf der Postbank zeigen.

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Gerade bei Bietergefechten um börsennotierte Unternehmen erreichen die Kaufpreise oft Höhen, die weit oberhalb der ursprünglichen Planungen liegen, was Fachleute nicht selten den Sinn einer Übernahme infrage stellen lässt. Kommen unterschiedliche Unternehmenskulturen hinzu, die das Zusammenwachsen zweier Konzerne verhindern, steht am Ende oft die Trennung, wie sie die Automobilunternehmen Daimler und Chrysler vor einigen Jahren erlebt haben. Ähnlich desaströs wie die Träume vom Weltkonzern Daimler Chrysler endete die Vision vom Allfinanzkonzern, der aus dem Versicherer Allianz und der Dresdner Bank hervorgehen sollte. Auch hier entpuppten sich die Unternehmenskulturen als unvereinbar.

Besonders bei Übernahmen angeschlagener Unternehmen sind die Risiken erheblich, denn der Verkauf "von Tochterunternehmen bzw. Vermögensgegenständen ist für Unternehmen in Sondersituationen oftmals die letzte Chance, um die Zahlungsfähigkeit zu erhalten und eine drohende Insolvenz rechtzeitig abzuwenden", wie die Unternehmensbratung Deloitte in einer Studie zu Accelerated M&A schreibt. Vor allem in den Branchen Stahl und Metall, Energieversorgung und alternative Energien sowie Luft- und Raumfahrt gehen die Experten wegen hohem Wettbewerb, Überkapazitäten und daraus resultierendem Preisdruck von einer wachsenden Zahl an Transaktionen aus.

Schlüssiges Restrukturierungskonzept

Angesichts der schwierigen Situation in diesen Sektoren sei somit "ein schlüssiges Restrukturierungskonzept vielfach erforderlich, um die Rendite wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu heben", so die Studienautoren. Zudem müssten Investoren zusätzlicher Liquidität bereitstellen, "um den Finanzierungs­bedarf nach Übernahme für die operative Geschäftstätigkeit zu decken",  weshalb  der Unternehmensbewertung eine entscheidende Rolle zukommt. Die Springer-Autoren Reinhold Hölscher und Nils Helms bezeichnen im Buchkapitel "Die Abbildung unternehmerischer Risiken im Unternehmensbewertungskalkül" das "unternehmerische Risiko" als "elementaren Bestandteil jeder Unternehmensbewertung". Entsprechend stützt sich nach der Studie von Deloitte die Bewertung eines Übernahmeziels "im Wesentlichen auf die Einschätzung zu Krisenindikatoren innerhalb der Branche sowie Technologie­vorsprung/Know how und Ergebnisplanung des Targets". Um eine Transaktion erfolgreich zu Ende zu führen, sind aus Sicht der Autoren vor allem

  • eine umfassende Datenaufbereitung und die 
  • externe Unterstützung mit Branchenerfahrung 

die wesentlichen Faktoren für einen erfolgreichen Abschluss der Transaktion. Nur so können, dies unterstreicht der Blick auf die gescheiterten Übernahmen, die zahlreichen Risiken im Rahmen einer Übernahmen begrenzt und damit die Voraussetzungen für den Erfolg des Vorhabens geschaffen werden.

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