Skip to main content
main-content

25.10.2017 | M&A-Management | Im Fokus | Onlineartikel

Europäischer M&A-Markt bekommt wieder mehr Dynamik

Autor:
Barbara Bocks

 

Nach einem verhaltenen Vorjahr sieht es 2017 auf dem europäischen M&A-Markt etwas freundlicher aus. Welche Modelle zur Aktienbewertung bei den Übernahmen eine Rolle spielen.

Der europäische M&A-Markt erholt sich spürbar. Zwei von drei Führungskräften aus dem M&A-Bereich (67 Prozent) erwarten, dass die Fusionen und Übernahmen von Firmen in diesem Jahr in Europa zunehmen werden. Das ist das Ergebnis des fünften "European M&A Outlooks", einer gemeinsamen Studie der Wirtschaftskanzlei CMS und Mergermarket, die Ende September 2017 veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden für die Studie 230 in Europa tätige Führungskräfte von Corporates und Private-Equity-Unternehmen zu ihrer Einschätzung des europäischen M&A-Marktes im Jahr 2018 befragt. "Viele geben zu verstehen, dass sie bereit sind, die Chancen zu nutzen, die sich aus Standortverlagerungen aufgrund des Brexit und aus einem erneuten Wirtschaftswachstum in der Eurozone ergeben", erläutert Stefan Brunnschweiler, Leiter des Bereichs Corporate/M&A bei CMS. Im Vorjahr erwarteten nach der Brexit-Abstimmung noch 66 Prozent der befragten Führungskräfte für das Jahr 2017 einen Rückgang der M&A-Aktivitäten. Lediglich 24 Prozent gingen damals von einem Anstieg aus.

Empfehlung der Redaktion

2017 | Buch

Aktienbewertung

Theorie und Anwendungsbeispiele

Dieses Buch legt die Grundlage dafür, dass Marktteilnehmer an den Börsen die für die Anlageentscheidungen erforderlichen Aktienbewertungsmodelle kennen und verstehen. Dazu erläutert der Autor ein breites Spektrum von Bewertungsmodellen, die etwa …

Der Wert der Transaktionen stieg laut der Studie im ersten Halbjahr 2017 auf insgesamt 443 Milliarden Euro. Bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2017 hatten größere Transaktionen von über einer Milliarde Euro zugenommen. Dieser Trend wird sich laut der Studie auch 2018 fortsetzen: Demnach streben zwei Fünftel der Corporates und fast die Hälfte der Private-Equity-Unternehmen im Laufe des Jahres größere Transaktionen an. Aktuell erwarten 66 Prozent der Befragten, innerhalb der kommenden zwölf Monate Deals in Form von Akquisitionen, Veräußerungen oder Kombinationen aus beiden zu tätigen. Dies bedeutet einen Anstieg um 46 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr 2016. 

Nach Beobachtung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) wählen sowohl Großunternehmen als auch Mittelständler für die Finanzierung von Firmenübernahmen eine immer breitere Mischung aus Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten. Dabei setzen sie vor allem auf Anleihen oder Schuldscheine mit immer längeren Laufzeiten, wie LBBW Research in einer aktuellen Studie aufzeigt. Für einen Großteil der Transaktionen dient der Konsortialkredit als Finanzierungsfundament. Laut der Studie wurden im Durchschnitt in den vergangenen Jahren mehr als zwei Drittel des Transaktionsvolumens erst einmal über kurzfristiges Fremdkapital gedeckt.

Bewertung der Aktien ist wichtig bei Firmenzusammenschlüssen

Bei Akquisitionen und Fusionen spielt die Bewertung der Aktien des jeweiligen Kaufobjekts eine große Rolle, erklärt Springer-Autor Enzo Mondello in dem Kapitel „Einführung in die Aktienbewertung“ des Springer-Buchs „Aktienbewertung“ (Seite 2f.). In der Praxis werden laut Mondello daher Aktienbewertungskonzepte eingesetzt, die auf der Verteilung der vom Unternehmen generierten Werte an die Investoren, also Cashflow-Modellen, basieren oder auf der unternehmerischen Wertschöpfung, zum Beispiel Residualgewinnmodellen. Außerdem greifen Analysten laut Mondello auf Multiplikatoren, "die sich auf das Gesetz des einheitlichen Preises beziehen, zurück und die Optionspreistheorie". "Ein Unternehmen oder ein Individuum muss für das Unterbreiten eines Kaufangebots eine Bewertung des zu kaufenden Unternehmens durchführen", erklärt Mondello weiter. Ebenso müsse die Zielgesellschaft ihren eigenen Wert bestimmen, um entscheiden zu können, ob das Kaufangebot anzunehmen oder abzulehnen sei.

"Bei der Bestimmung des Kaufangebots müssen die möglichen Synergien des Unternehmenszusammenschlusses bewertet werden. Dabei wird in der Regel ein Kaufpreis festgelegt, der einen Teil der Synergiegewinne beinhaltet, um so die Aktionäre der Zielgesellschaft zu bewegen, ihre Aktien zu verkaufen", erklärt der Springer-Autor weiter. Bei einem unfreundlichen Übernahmeangebot müssten auch die positiven Auswirkungen von Restrukturierungen und die etwaige Auswechslung des Managements in das Kaufangebot einfließen. Aktienbewertungen finden auch bei anderen Unternehmensereignissen, etwa

  •  Desinvestitionen,
  • Spin-offs sowie
  • fremdfinanzierten Übernahmen durch das eigene Management statt.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

micromNeuer InhaltNeuer InhaltNeuer InhaltPluta LogoNeuer Inhalt

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Digital Banking braucht Strategie und Kundenorientierung

Das englischsprachige Whitepaper „Successful Digital Banking: Aligning business strategy with technology“ untersucht, wie der Digitalisierungseifer in der Bankenbranche und eine fehlende Strategie das Kundenerlebnis beeinträchtigen – und was die zentralen Erfolgsfaktoren beim Digital Banking sind. Die Studie macht deutlich, mit welchem Eifer die Bankenbranche die Digitalisierung vorantreibt. Allerdings fühlen sich einige Kunden dabei von der Vielfalt neuer Funktionalitäten einfach überfordert. Letztlich sind digitale Strategien immer dann erfolgreich, wenn sie ein positives Kundenerlebnis über alle Touchpoints hinweg im Blick haben.
Jetzt gratis downloaden!