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Über dieses Buch

Während sich die Wissenschaftsforschung in den letzten Jahren in großen Teilen mit Fragen der Organisationsbildung und -steuerung, mit Methoden der Evaluation von Leistung und Qualität sowie mit der Analyse von wissenschaftlichen Mikrowelten befasst hat, wurden Studien, die das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft kritisch aus diskurs-, macht- und feldtheoretischen Perspektiven untersuchen, bisher in unabhängigen Einzelprojekten durchgeführt. Obwohl diese Beiträge in den jeweils behandelten gesellschaftlichen Bereichen auf Resonanz stoßen und eine Fülle von wissenschaftstheoretischen Anstößen bieten, ist die entsprechende Diskussion bisher nicht in Buchform sichtbar. Der vorliegende Band führt diese Perspektiven erstmals zu einem Austausch zusammen und schließt damit in der deutschsprachigen Wissenschaftsforschung eine Lücke.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Macht in Wissenschaft und Gesellschaft
Die Wissenschaftist eine zentrale Institution zeitgenössischer Gesellschaften. Ihr weitreichender Einfluss ist immer wieder mit dem vielfach aufgeladenen Begriff der ‚Wissensgesellschaft‘ auf den Punkt gebracht worden. Nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche sind durch wissenschaftliches Wissen bestimmt. Dies zeigt sich etwa bei der bildungswissenschaftlichen Definition und Legitimierung sozialer Ungleichheiten und Teilhabechancen in der Schule, bei demographisch ermittelten Bevölkerungsszenarien oder in der Rolle der Ökonomie für die Herstellung globaler polit-ökonomischer Beziehungen. Gleichzeitig zeigen sich auch in der Wissenschaft selbst unterschiedliche Formen der Vergesellschaftung.
Julian Hamann, Jens Maeße, Vincent Gengnagel, Alexander Hirschfeld

Subjektivierung und Ungleichheit in der Wissenschaft

Frontmatter

Akademische Subjektivierung

Was Statuskategorien über wissenschaftliche Karrieren in Frankreich im Vergleich zu den USA, Großbritannien und Deutschland aussagen
Wissenschaftler_innen produzieren spezialisiertes Wissen in wissenschaftlichen Gemeinschaften. Allerdings sind Wissenschaftler_innen auch in viele Praktiken involviert, die nicht auf die Wissensproduktion im engeren Sinne bezogen sind. In der wissenschaftlichen Forschungspraxis geht es nicht nur um Ideen und Theorien; es geht auch darum, Anerkennung zu finden, gehört zu werden und eine dauerhafte Anstellung zu finden. Akademische Wissenschaftler_innen sind in vielfältige soziale Aktivitäten eingebunden, die sich auf ihre Karrieren auswirken.
Johannes Angermuller

Macht- und Chancenstrukturen in der Wissenschaft

Die Konstitution der Wissenschaftselite Deutschlands
Seit einigen Jahren zeichnen sich grundlegende und tief greifende Veränderungen der institutionellen Struktur der Wissenschaft in Deutschland ab. Im Zuge der initiierten und implementierten wissenschaftspolitischen Maßnahmenprogramme und Strukturreformen spielt der Begriff ‚Elite‘ eine Schlüsselrolle. Immer häufi ger ist im wissenschaftlichen ebenso wie im öffentlichen Diskurs von der Förderung und (Aus)Bildung wissenschaftlicher Eliten die Rede.
Angela Graf

Wie entstehen wissenschaftliche Subjekte?

Zum professoralen Ethos akademischer Lebenspraxis
Zu den zentralen Fragen hinsichtlich der machtvollen Beziehung zwischen der Wissenschaft und anderen Gesellschaftsbereichen gehört die Frage, wer als autorisierter akademischer Sprecher auftreten kann. Wer sind die Produzenten und Repräsentantinnen wissenschaftlichen Wissens? Wie wird man zu jemandem, der in der Position ist, wissenschaftliche Wahrheit zu sprechen? Was sind und wie entstehen wissenschaftliche Subjekte? In diesem Beitrag untersuche ich Nachrufe als Instanzen, die bestimmte Subjekte konstituieren und konsekrieren und damit sichtbar machen, welche Erwartungen an akademische Lebensläufe gestellt werden. Auch die noch lebenden Subjekte werden durch Nachrufe geweiht, weil ihre Karrieren und Werke nach eben jenen Regeln Bedeutung erlangt haben, die im Nachruf evoziert werden.
Julian Hamann

Der Einfluss der sozialen Herkunft in der Professorenschaft

Entwicklungen – Differenzierungen – intersektionale Perspektiven
Machtverhältnisse in der Wissenschaft können auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommen, z. B. in dominanten wissenschaftlichen Diskursen oder im Wettbewerb um Drittmittel. Begreift man Wissenschaft in Anlehnung an Pierre Bourdieu als soziales Feld, so stellt es sich als dynamisch und von vielfältigen Aushandlungs- und Kräfteverhältnissen geprägt dar. Insbesondere bei Kämpfen um Anerkennung und Positionen geraten auch die Akteure stärker in den Blick (Bourdieu 1992; Bourdieu und Wacquant 1996) und damit auch personale Eigenschaften, die auf soziale Ungleichheiten deuten.
Christina Möller

Technikwissenschaftliche Business Masculinity als aufstrebender Ingenieurdiskurs

Dieser Beitrag untersucht auf Basis einer feldtheoretisch perspektivierten Diskursanalyse, wie heute in der Technik ein neues Profil des Ingenieurberufs entworfen wird und welche sozialen Distinktionsprozesse sich mit dieser fachlichen Ausformulierung des Berufsbildes verbinden. Mit seiner Fokussierung auf beruflich-fachliche Orientierungen der Technikwissenschaften und ihre Verflechtungen mit sozialen Ungleichheitsachsen ordnet sich das Folgende grundsätzlich in die sozialwissenschaftliche Forschung zu Fach- und Wissenskulturen der Wissenschaften ein, konzentriert sich auf die dabei tendenziell vernachlässigten Technikwissenschaften und verfolgt eine Macht- und Ungleichheitsperspektive insbesondere mit Blick auf die Kategorie Geschlecht.
Tanja Paulitz, Bianca Prietl

Umkämpfte Bildung und Wissenschaft

Frontmatter

Konflikte und Interdependenzen zwischen der organisierten Wissenschaft und der Politik

Politische Entscheidungen waren schon immer auf Expertise angewiesen. Astrologinnen, Kameralisten, Ärztinnen, Philosophen u. a. „Ratgeber“ haben über viele Jahrhunderte ihren jeweiligen Feldherren, Fürsten und Monarchen zur Seite gestanden. Von einigen berühmten wie z. B. Machiavelli oder Voltaire an den Höfen in Florenz bzw. in Preußen abgesehen blieben die meisten dieser „Weisen“ eher im Hintergrund.
Manfred Mai

Die Geburt des Wettbewerbs aus dem Geiste der Planung

Schwerpunktbildung, Ungleichheit und die Erfindung des Sonderforschungsbereichs
Die Universität der Gegenwart ist nicht zuletzt eine Universität im Wettbewerb (Marginson 2006; Erkkilä und Piironen 2013; Naidoo 2016). Im (west-)deutschen hochschulpolitischen Diskurs werden Universitäten seit den 1980er Jahren als wettbewerbliche Akteure verstanden (Meier 2009). Als solche sind sie aufgerufen, sich zu profilieren, was vor allem bedeutet, dass sie Forschungsschwerpunkte bilden sollen. Die Idee der Schwerpunktbildung ist jedoch keineswegs neu, sie ist auch nicht zwangsläufig mit Wettbewerbsvorstellungen oder einem Akteurmodell der Universität verknüpft.
Frank Meier

Die Macht der Zahlen in der Evaluation wissenschaftlicher Forschung

Eine soziologische Erklärung
Wir befinden uns in der paradoxen Situation, dass nahezu einhellige Übereinstimmung über die methodischen Unzulänglichkeiten, die sachlichen Einseitigkeiten und die schädlichen Wirkungen der Verwendung von Publikations- und Zitationsindizes auf die wissenschaftliche Praxis und die Evolution des wissenschaftlichen Wissens herrscht, die Indikatoren aber zu einer Macht geworden sind, der sich niemand entziehen kann (Hornbostel 1997). Wer sie ignoriert, geht auf lange Sicht unter. Alle klagen darüber, trotzdem beherrschen sie zunehmend die wissenschaftliche Praxis.
Richard Münch

Wissenstransfer über Köpfe

Zur Interaktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Als ein spezifischer Ausdruck der deutschen Sprache nimmt der Begriff Wissenschaftlicher Nachwuchs Bezug auf den Forschungsnachwuchs und ist nicht gleichzusetzen mit den englischen oder französischen Bezeichnungen early career researchers, jeunes chercheurs, junior staff oder statut junior. Folglich sind NachwuchswissenschaftlerInnen nicht mit dem Abschluss des Studiums als solche zu bezeichnen, sondern befinden sich in einer Phase, in welcher „eine Forschungstätigkeit in der Industrie, in einer öffentlichen Forschungseinrichtung oder einer Hochschule“ angestrebt wird (Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2013b, S.78). Formal zählen in Deutschland jene zum Wissenschaftlichen Nachwuchs, die noch keine Professur erreicht haben (vgl. Heusgen et al. 2010, S.181).
Nenja Ziesen, Jacqueline Lemm

Expertendiskurse in der Gesellschaft

Frontmatter

Feld oder Assemblage?

Die Bildungsbroker des Fachkräftemangels in der Bucht von San Francisco
Die Region San Francisco (SF) erlebt derzeit einen Boom und eine Krise zugleich. Einerseits wächst die Technologie-Wirtschaft, treibt die Top-Einkommen in die Höhe und produziert eine hohe Nachfrage insbesondere nach hochqualifizierten ArbeitnehmerInnen. Andererseits haben ArbeitnehmerInnen und Bildungsträger mit Armut und Finanzproblemen zu kämpfen. In dem turbulenten Verhältnis von Bildung und Beschäft igung erscheint die Region vielen Ansässigen als multiple Krisensituation.
Jeremias Herberg

Deutungshoheit

Wie Wirtschaftsexperten Diskursmacht herstellen
Wenn sich bestimmte soziale Gruppen gegenüber anderen sozialen Gruppen mit ihrer Interpretation von politischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder anderen Ereignissen systematisch durchsetzen, dann basiert diese Diskursmacht auf Deutungshoheit. Ärzte haben diese Deutungshoheit beispielsweise in Bezug auf „Krankheiten“. Dabei stützen sie sich auf ihre Profession als Quelle von Macht und Wissen.
Jens Maeße

Demografisierung des Gesellschaftlichen

Eine diskursanalytische Bestandsaufnahme
Demografischer Wandel, typischerweise verstanden als Alterung einer Bevölkerung (Schimany 2003) unter Perspektive ihrer Schrumpfung (Kaufmann 2005), ist seit der Jahrtausendwende zu einem sozialwissenschaftlichen und massenmedialen Gemeinplatz geworden. Sowohl der Diskurs in der Presse als auch in der Wissenschaftsind von Machtrelationen geprägt, deren Verschränkung in diesem Beitrag aus diskuranalytischer Sicht dargestellt wird. In einer Gesellschaft, in der auf vielfältige Weise mittels Zahlen Macht ausgeübt wird, erweist sich diese als prototypisch für ein „numerokratisches“ Macht-Wissen-Regime (Angermüller 2010, Angermüller und Maeße 2015).
Reinhard Messerschmidt

„… Deutschlands Frauen bekommen so wenig Kinder wie fast nirgendwo in der Welt …“

Normierungsprozesse durch Wissensproduktion oder Biopolitik als Praxis der deutschen Bevölkerungsforschung
Der Spiegel (18.11.2009) titelt „Demographie-Prognose: Deutschland sieht in 50 Jahren sehr alt aus“, die FAZ (13.3.2012) beschreibt eine „Odyssee in eine gealterte Gesellschaft“ und fragt nach einer Abgabe für Kinderlose (FAZ 16.02.2012), der Fokus (29.05.2015) sieht den Standort Deutschland auf Grund der niedrigen Geburtenrate in Gefahr und Bild (15.03.2006) hält fest, dass „Deutschland in 12 Generationen ausgestorben“ sein wird. Seit 2015 scheinen diese Prognosen der Vergangenheit anzugehören, denn im Jahr 2014 sind in Deutschland „so viele Babys wie seit 13 Jahren nicht“ (Spiegel Online 21 08 2015) geboren worden und auch die regionalen wie überregionalen Print- und Fernsehmedien (FAZ 21.08.2015, sat1 ch, stuttgatter-nachrichten de, wz online de) verkünden die „gute Nachricht: Das Geburtendefizit schrumpft“. Damit scheint ein seit den frühen 1970er Jahren anhaltender demographischer Wandel zumindest gebremst und es stellt sich aus diskurtheoretischer Perspektive die Frage, in wie weit das diskursive Sprechen über den demographischen Wandel alltägliche Vorstellungen von Familie und Kindern verändert haben.
Jeannine Wintzer

Quellen wissenschaftlicher Macht

Frontmatter

Die zwei Gesichter der Autonomie

Wissenschaft im Feld der Macht
Beschreibungen der Wissenschaft als eines gesellschaftlichen Teilbereichs stellen meist einseitig entweder auf die autonome Eigenlogik des Wissenschaftsbetriebs ab, oder auf außerwissenschaftliche Einflüsse, die wissenschaftliche Praxis in vielfältiger Weise durchkreuzen und diese vor allem von ihren gesellschaftlichen Einbettungen her denken lassen. Letztere können wiederum entlang der Frage unterschieden werden, ob die sozialen Einbettungen und Abhängigkeiten der Wissenschaft in erster Linie kritisch gedeutet und als Herrschaftseffekte bewertet werden, d h als Bedrohung einer zu verteidigenden wissenschaftlichen Autonomie und Freiheit, oder ob in den gesellschaftlichen Verwendungszusammenhängen, ‚Funktionen‘ und ‚Leistungen‘ der Wissenschaft gerade deren Legitimation behauptet wird.
Vincent Gengnagel, Daniel Witte, Andreas Schmitz

„Das können wir nicht durchgehen lassen“

Zur gesellschaftlichen Resonanz kritischer Intervention
Die Attraktivität einer kritischen Sozialwissenschaft, wie sie Bourdieu und auch Foucault paradigmatisch verkörpern, liegt wesentlich in dem Versprechen einer wirkungsvollen Kritik an den bestehenden Verhältnissen. Bourdieus Aussage macht deutlich, dass die beiden lautstark intervenieren und sich ihrer Sache als Intellektuelle verhältnismäßig sicher sein konnten, als sie Anfang der 1980er-Jahre mit der französischen Außenpolitik bezüglich der Solidarnosc-Bewegung nicht einverstanden waren. Worauf aber basierte dieses Selbstbewusstsein? Es gründet auf einem sozialen Arrangement, das sich die beiden Autoren zu nutzte machten: Zum einen verfügten sie über ein Publikum, dem sie als Professoren und Publizisten bekannt waren; zum anderen wussten sie genau, womit sie dieses Publikum inhaltlich erreichen konnten.
Alexander Hirschfeld, Vincent Gengnagel

Vertrauenssysteme im Wissenskapitalismus

Klassenreproduktion und akademischer Statuswettbewerb
Ende 2015 und Anfang 2016 sorgten zwei Studien zu US-amerikanischen Elite-Universitäten für öffentliche Aufmerksamkeit. Während Lauren Rivera (2015) vorführte, wie hochrangige Unternehmen im Finanz-, Anwalts- und Beratungsbereich diese Hochschulen nutzen, um Nachwuchs mit allen Anzeichen privilegierter Herkunft zu gewinnen, zeigten Amy Binder, Daniel Davis und Nick Bloom (2016), dass die fraglichen Studierenden noch nicht einmal von sich aus zu diesen Berufsfeldern neigen. Sie werden vielmehr im Lauf ihres Studiums auf die Elitejobs hin sozialisiert (zu denen inzwischen auch Berufe im High-Tech-Bereich gehören), nicht zuletzt durch die starke Campuspräsenz der Firmen.
Tilman Reitz

Wissenschaft, Politik und Profession als Quellen diskursiver Autorität

Gesellschaft wird gemeinhin als funktional differenzierte Entität gedacht, komponiert aus einzelnen Sphären, die sich voneinander durch ihre jeweilige Logik unterscheiden, sich aktiv gegeneinander abgrenzen und so Autonomie erlangen. Jede Sphäre besitzt ein eigenes Weltverhältnis, eine eigene historisch-institutionelle Entwicklung, eigenes Wissen und eigenes Personal. Geschulten Soziolog_innen fällt es nicht schwer, ihre Forschungsgegenstände unter Zuhilfenahme des differenzierungstheoretischen Blicks zu verorten und zu erkennen.
Christian Schmidt-Wellenburg

Genealogie von Theorie

Frontmatter

Die Frage von Theorie und Praxis im Frankreich der 1960er Jahre

Louis Althusser zwischen Michel Foucault und Pierre Bourdieu
Zur Bearbeitung der Thematik von Macht und Wissen knüpft die gegenwärtige kritische Wissenssoziologie vor allem an die Theorieentwürfe von Pierre Bourdieu und Michel Foucault an. Beiden Theorieentwürfen ist – trotz der Unterschiede in ihrer jeweiligen Architektur – die Bearbeitung des Zusammenhangs von Wissen und Re-/Produktion der gesellschaftlichen Ordnung unter besonderer Berücksichtigung der institutionalisierten Wissenschaftgemeinsam. Letztere wird dabei von beiden Theoretikern beständig hinterfragt und unter der Annahme, dass als gültig anerkanntes Wissen Gesellschaftstrukturiert, auf ihre Machteffekte hin untersucht.
Sebastian Neubauer

Unbekannte Wahlverwandtschaften

Die wechselseitige Rezeption von Machtanalysen der Wissenschaft in der kritischen amerikanischen und französischen Soziologie
Es gibt ein neues Interesse an der Verbindung von Macht und Wissenschaft, dass insbesondere an die Werke von Pierre Bourdieu (1981, 1988a, 1998b, 2004b) anschließt, der als einer der wenigen soziologischen AutorInnen in seiner Feldtheorie und seiner empirischen Arbeit Homo Sociologicus diese bisher in der Wissenschaftssoziologie vernachlässigte Frage behandelt (Grande et al 2013). Auch die Geschichte der eigenen Disziplin ist für ihn nicht rein internalistisch zu verstehen, sondern unterliegt gesellschaftlichen Einflüssen. Zusammen mit Jean-Claude Passeron geht er zudem der Entwicklung der französischen Soziologie selbst nach und setzt deren Hauptströmungen mit der „kulturellen Umwelt“ in Beziehung (Bourdieu und Passeron 1981, S. 496).
Oliver Neun

Konflikt im Grenzbereich

Überlegungen zur wissenschaftspolitischen Dimension des Emergenzsprachspiels
Der Begriff der Emergenz, um den es in diesem Aufsatz gehen soll, findet mittlerweile beinahe im gesamten Spektrum der Wissenschaften Verwendung. Die Vielfalt der Phänomene, die unter diesen Begriff gefasst wird, und der Formenreichtum der Denkfiguren, die sich als emergentistisch ausweisen (lassen), spiegeln sich hierbei in den unzähligen Facetten dieses Begriffes. In den folgenden Überlegungen soll aber nicht erörtert werden, ob dieser oder jener Gegenstand bzw. diese oder jene Theorie emergent ist, vielmehr möchte ich auf eine Beobachtungsstufe zweiter Ordnung wechseln, also beobachten, wie BeobachterInnen erster Ordnung das Problem der Emergenz beobachten.
Marcel Schwarz

Backmatter

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