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Über dieses Buch

Diese Arbeit entwickelt erstmals ein Analysekonzept strategischer Muster der Macht- und Gestaltungszielverfolgung, welches auf die Regierungszeit der SPD 1998-2005 angewendet wird. Politische Strategie ist entgegen vorherrschender Sichtweisen nicht nur ein in die Zukunft gerichteter Plan, sondern kann auch ein sich aus vielen Einzelschritten ergebendes strategisches Muster sein. Dies gilt auch und insbesondere für Strategien der Macht- und Gestaltungszielverfolgung von Regierungsparteien, die von Zielkonflikten, aber auch Zielabhängigkeiten geprägt sind.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Diese Arbeit kombiniert auf neue Art und Weise zwei offensichtlich zusammengehörende, gleichzeitig aber häufig in überraschender Isolation verbleibende politikwissenschaftliche Themenbereiche: der eine ist politische Strategie, der andere ist die Macht- und Gestaltungszielverfolgung von Parteien und ihrer Führung. Additiv zusammengezogen und in einer ersten groben Eingrenzung lässt sich also sagen, dass sich diese Arbeit auf die Strategien von Parteien bei der Verfolgung von Macht- und Gestaltungszielen fokussiert.
Jochen Sunken

Konzeptionelle Grundlegung

Frontmatter

2. Parteien im politischen Wettbewerb: Funktionen und Ziele

Zusammenfassung
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Parteien und den von ihnen im politischen Wettbewerb angestrebten Zielen. Es wird den Fragen nachgehen, was Parteien überhaupt sind, worum es sich beim Phänomen ‚politischer (Parteien-)Wettbewerb‘ handelt, was ihn auszeichnet, und welche Folgen dies für die Zielorientierung(en) von Parteien hat. Es wird – in aller gebotenen Kürze – mittels einiger grundlegender partei- und demokratietheoretischer Überlegungen die für diese Arbeit wichtige These erarbeitet, dass Parteien – insbesondere in Party-Government-Systemen (siehe Katz 1987b; Raschke/ Tils 2007: 27; Keman 2006) – sowohl Macht- als auch Gestaltungsziel gleichzeitig verfolgen.
Jochen Sunken

3. Strategie und Strategieanalyse

Zusammenfassung
Bisher wurde in dieser Arbeit im Wesentlichen von einem intuitiven Verständnis von ‚Strategie‘ ausgegangen. Worum aber genau handelt es sich bei dem amorphen Begriff ‚Strategie‘? Ausgehend von einer begrifflichen Klärung dieser Frage wird anschließend zunächst eruiert, wie eine Strategieanalyse mit dem Fokus auf strategische Muster betrieben werden kann, und was man unter strategischen Mustern der (gleichzeitigen, siehe Kapitel 2) Macht- und Gestaltungszielverfolgung verstehen kann. Ausgehend von dieser Definitionsarbeit wird herausgearbeitet, welche Bedingungen ein angemessenes Konzept der Macht- und Gestaltungszielverfolgung erfüllen muss, um für eine Musteranalyse strategischer Macht- und Gestaltungszielverfolgung geeignet zu sein.
Jochen Sunken

4. Das Verhältnis von Macht- und Gestaltungszielverfolgung von Parteien in der politikwissenschaftlichen Debatte

Zusammenfassung
In Kapitel 2 wurde aufgezeigt, dass es in repräsentativen Demokratien im Allgemeinen und Party-Government-Systemen im Speziellen für Parteien das doppelte Ziel des Machtgewinns und der Gestaltungszielumsetzung gibt. In Kapitel 3 wurde im Anschluss herausgearbeitet, dass es ein angemessenes Konzept von Macht- und Gestaltungszielverfolgung braucht, um strategische Muster erfassen zu können, und welche Elemente dies beinhaltet.
Jochen Sunken

5. Die Erfassung strategischer Phasen: Das Analysetool

Zusammenfassung
Es stellt sich nun die Frage, wie es möglich gemacht werden kann, eine Unterscheidung zwischen Phasen des Parteihandelns zu etablieren, in denen Machtzielverfolgung, Gestaltungszielverfolgung oder einer integrieren Verfolgung beider Ziele als dominante Strategie identifiziert werden kann; kurz: wie lassen sich solche strategische Fieberkurven ‚zeichnen‘, um anschließend strategischen Mustern nachzuspüren? Das entscheidende Problem wurde bereits mehrfach aufgeworfen: Da man beobachteten Handlungen nicht aus sich selbst heraus eine Zielausrichtung zuschreiben und verstehen kann, werden externe Zielzuschreibungen benötigt, um die Handlungen einordnen zu können.
Jochen Sunken

Methodik und Vorgehen

Frontmatter

6. Machtsensible Phasen: Empirische Grundlagen und Operationalisierung

Zusammenfassung
In diesem Kapitel stehen nun einige methodische Überlegungen im Vordergrund, wie nun genau die für die strategische Musteranalyse notwendige zeitliche Unterscheidung zwischen machtsensiblen Phasen auf der einen Seite und machtunsensiblen Phasen auf der anderen Seite im Zeitverlauf – auf Grundlage der in Unterkapitel 5.1 genannten machtsensiblen Anlässe – ermittelt werden können. Machtsensibilität wurde bestimmt als Extrapolation der derzeitigen Wiederwahlchancen auf eine zeitnah anstehende Wahl, welche voraussichtlich zu einem Machtverlust führen würde.
Jochen Sunken

7. Handlungstendenzen: Strategische Spuren, ihre Identifizierung und Auswertung

Zusammenfassung
Nachdem nun im vorherigen Kapitel 6 methodische Überlegungen zur Einteilung eines längeren Zeitraums entsprechend der vorliegenden Machtsensibilität vorgenommen wurden, wird nun in diesem Kapitel deutlich umfänglicher gleiches für die Frage diskutiert, wie – methodisch kontrolliert und empirisch fundiert – Phasen einer Stabilitäts- und Standhaftigkeitshaltung auf der einen Seite und Phasen einer Wandel- und Zugeständnisneigung auf der anderen Seite unterschieden werden können. Eine wichtige Funktion hierbei besitzt die Idee der ‚strategischen Spur‘, welche bereits in Kapitel 5.2 vorgestellt wurde und hier nun greifbar gemacht wird.
Jochen Sunken

Empirische Analyse

Frontmatter

8. Machtsensible Phasen 1998–2005

Zusammenfassung
In diesem Kapitel wird nun die Einteilung des Untersuchungszeitraums nach dem Vorliegen von Machtsensibilität für die SPD vorgenommen. Hierzu wird zunächst in einem ersten Unterkapitel 8.1 die jeweilige demoskopische Lage der SPD entlang der vier ‚Fragen der Machtsensibilität‘ ausgewertet, um auf dieser Grundlage eine erste Einschätze vorzunehmen. Dies wird anschließend in Unterkapitel 8.2 ergänzt durch den Einbezug des Abschneidens der SPD bei Nebenwahlen.
Jochen Sunken

9. Inhaltliche Handlungstendenzen: Halbjahresbetrachtungen

Zusammenfassung
Im Folgenden wird nun die Einteilung des Untersuchungszeitraums in Phasen einer vorherrschenden Stabilitäts- und Standhaftigkeitshaltung oder Wandel- und Zugeständnisneigung auf Grundlage der durch die Inhaltsanalyse produzierten Überblickstabelle vorgenommen. Im Gegensatz zur Einteilung des Untersuchungszeitraums nach seiner Machtsensibilität ergeben sich die Abgrenzungen der betrachteten Zeiträume nicht aus den Indikatoren selbst (monatsweise vorliegende Umfragen; Datum der Nebenwahlen); hier obliegt es also dem Forscher, sinnvolle zeitliche ‚Pfeiler‘ zur Orientierung und Darstellung festzulegen.
Jochen Sunken

10. Zusammenführung und Auswertung

Zusammenfassung
Nach der Einteilung des Untersuchungszeitraums in machtsensible, machtunsensible und vermittelnde ‚Bewährungsphasen‘ in Kapitel 8 auf der einen Seite und der Diskussion der inhaltlichen Handlungstendenz, in welchen Zeitabschnitten eher eine Stabilitätshaltung oder Wandelneigung vorlag (Kapitel 9), kann nun – endlich und abschließend – durch die Kombination dieser beider Informationen festgelegt werden, welche Zielverfolgung wann zugeschrieben werden kann. Hier sei nochmals betont, dass es sich nicht um intentionale Zielverfolgungen handelt, sondern von außen angelegte Zielzuschreibungen.
Jochen Sunken

11. Fazit

Zusammenfassung
Was wurde auf den vergangenen 225 Seiten gemacht? Zunächst wurde in der Einleitung die Thematik der Arbeit als Kombination zweier Debattenstränge dargestellt – der politischen Strategie und des nicht nicht in Gänze geklärten Verhältnisses von Macht- und Gestaltungszielverfolgung –, um hieraus die beiden verbundenen Forschungsfragen abzuleiten: „Wie lassen sich strategische Muster der Verfolgung von Macht- und Gestaltungszielen von Parteien angemessen erfassen?“ und „Welche strategischen Muster lassen sich in der Regierungszeit der SPD 1998–2005 erkennen?“.
Jochen Sunken

Backmatter

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