Märkte, Macht und Wandel
Deutschlands geoökonomische Zeitenwende
- 2024
- Buch
- Verfasst von
- Stefan Fröhlich
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Während das Thema Ukraine die Menschen im Land bewegt und ein größeres Interesse an außen- und sicherheitspolitischen Themen befördert hat, gehen die globalen wirtschaftspolitischen Themen und Debatten an den meisten vorbei und werden vorwiegend von Ökonomen und Wirtschaftshistorikern geführt. Anders als während der Eurokrise, deren Zusammenhänge die Gesellschaft insgesamt eher überforderte, haben die Fragen von Lieferketten, Rohstoffsicherung und technologischem Wandel zwar mittlerweile auch Presse und Medien erreicht, für die meisten aber erschließt sich die Notwendigkeit von einem damit verbundenen Paradigmenwechsel in der deutschen Außen- und Außenwirtschaftspolitik nicht. Dies gilt insbesondere für die zunehmende Bedeutung des Einsatzes ökonomischer Mittel zur Durchsetzung (macht)politischer Interessen – sprich die neue „Geoökonomie“. Das Buch ordnet die um diesen Begriff kursierenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und Debatten in der globalen Auseinandersetzung zwischen den USA, China und Europa ein und übersetzt diese in eine Sprache, die jeder versteht. Der Autor leistet mit diesem Essay einen Beitrag zur öffentlichen Debatte in Deutschland und wendet sich daher auch an die interessierte Öffentlichkeit.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Warum dieses Buch – anstelle eines Vorworts
Stefan FröhlichZusammenfassungKrisen sind große Beschleuniger. Sie bringen Dinge ans Licht, die lange im Verborgenen gehalten wurden. Der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hat viele Gewissheiten, die für Deutschland und Europa seit dem Fall der Mauer als unumstößlich galten, zum Einsturz gebracht. -
Kapitel 2. Die globale Zeitenwende hat längst stattgefunden
Stefan FröhlichZusammenfassungDie Welt hat sich in den beiden letzten Dekaden radikal gewandelt und stellt Deutschland wie Europa vor existentielle Herausforderungen. Seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 befindet sich der Kontinent im dauerhaften Krisenmodus. Populismus und Nationalismus, Brexit und scheinbar unüberbrückbare Differenzen in Fragen der Migration, Klimaschutzpolitik und Energiesicherheit, der Reform der Eurozone und der Verbesserung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten gefährden den Zusammenhalt der Union im Innern. -
Kapitel 3. Der Beginn des post-Amerikanischen Zeitalters
Stefan FröhlichZusammenfassungEuropa wie Deutschland stehen an einer Wendemarke. Dabei ist eigentlich schon seit der globalen Finanzkrise 2007/8 offensichtlich, dass starke internationale Organisationen und die wenigen Regeln, die das Völkerrecht kennt, geopolitische Machtansprüche, Nationalismen und revisionistisches Großraumdenken nicht einhegen können. Weder akzeptieren die Staaten, die von der Öffnung der Märkte seit 1989 am meisten profitierten (allen voran China), die Grundprinzipien der liberalen Ordnung, noch sind sie an ihrer globalen Verbreitung (etwa durch humanitäre Interventionen zur Durchsetzung selbiger) wirklich interessiert. -
Kapitel 4. Die geoökonomischen Karten der Zukunft
Stefan FröhlichZusammenfassungDer globale geopolitische Machtkampf um Einflusszonen wird heute vor allem mit ökonomischen Mitteln geführt. Mittel- bis langfristig ist diese Entwicklung für Europa und Deutschland wahrscheinlich entscheidender als die Frage nach ihrer künftigen Verteidigungsfähigkeit. Gerade für ein Land wie Deutschland, das sich trotz Zeitenwende wohl auch in Zukunft schwertun wird, seine nationalen Interessen notfalls auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen, wird der Einsatz ökonomischer Mittel zum wichtigsten Instrument im globalen Machtkampf. -
Kapitel 5. Deutschlands bisheriges Wirtschaftsmodell auf dem Prüfstand
Stefan FröhlichZusammenfassungWie kein anderes Land in Europa lebte Deutschland in den vergangenen Dekaden von der Idee, dass Handel Krieg verhindert, und dass Außenwirtschaftspolitik vor allem unter kommerziellen Vorzeichen betrieben wird. „Wandel durch Handel“, so lautete das Mantra in der deutschen Außenwirtschaftspolitik, mindestens so populär wie der Glaube an die „Kultur der Zurückhaltung“ in der Außen- und Sicherheitspolitik, wie ihn die deutsche Politik parteiübergreifend für Jahrzehnte pflegte. Unternehmerische Interessen galten dabei als deckungsgleich mit den nationalen Interessen des Landes, außenwirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen aber wurden getrennt. -
Kapitel 6. Vom Ende der westlichen Selbstgefälligkeit
Stefan FröhlichZusammenfassungWohin steuert die Welt, wohin steuern Europa und Deutschland? Das Klima hat sich für Demokratien spätestens im laufenden dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts merklich abgekühlt. Angeführt von Russland und China schicken sich Autokratien an, den Westen herauszufordern – nicht allein zur Stärkung ihrer Machtposition in Innern, sondern auch über ihre Grenzen hinaus.
- Titel
- Märkte, Macht und Wandel
- Verfasst von
-
Stefan Fröhlich
- Copyright-Jahr
- 2024
- Electronic ISBN
- 978-3-658-45006-9
- Print ISBN
- 978-3-658-45005-2
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-45006-9
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