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25.07.2014 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Innovationen richtig lenken

Autor:
Eva-Susanne Krah

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland sind besonders innovationsfreudig und investieren überdurchschnittlich in Forschung & Entwicklung. Wie man neue Ideen richtig steuern kann.

Mittelständische Unternehmen aus Deutschland sind Treiber des Aufschwungs in der Wirtschaft. Sie zeigen ein hohes Verantwortungsbewusstsein, kümmern sich aktiv um Innovationen und haben die höchste Produktivität in Europa. Im europäischen Vergleich fließen bei den KMU überdurchschnittlich hohe Investitionen in Forschung & Entwicklung, Innovationen und Internationalisierung. Das belegt der neue Mittelstands Summit 2014 von GE Capital und dem Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM). Danach investierten Unternehmen dieser Größenklasse Im Jahr 2013 im Durchschnitt 3,4 Prozent ihres Jahresumsatzes in Forschung und Entwicklung, und damit um 3,3 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Innovationskraft von KMU ist top

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Gerade die Mittelständler mittlerer Größenordnung stehen wirtschaftlich gut da und können auf Grund ihrer Innovationskraft gut mit der technologischen Entwicklung mithalten. Daher haben sie eigentlich nicht den größten Wettbewerbsdruck. Dennoch zeigt die GE-Studie, dass Unternehmen dieser Größenordnung deutlich mehr Patentanmeldungen in den kommenden zwölf Monaten erwarten – nämlich durchschnittlich rund vier Patente pro Unternehmen gegenüber rund drei im Durchschnitt aller KMU. Deshalb wundert es nicht, dass bei ihnen auch die Internationalisierung und die Erschließung neuer Märkte eine starke Rolle spielen. Für den Wettbewerb in ausländischen Märkten sind sie mit intensiver Innovationstätigkeit gerüstet und nutzen sie gezielt in der weiteren strategischen Geschäftsentwicklung.

Weitere Auslöser für Innovationstätigkeiten sind laut dem GE-Report vor allem Kostensenkungen, die Verbesserung der Produktivität, Effizienzsteigerungen sowie Reaktionen auf Grund eines bestimmten Marktdrucks.

Wie Neuerungen in Unternehmen richtig gelenkt werden, wenn ihnen meist komplexe Innovationsprozesse zu Grunde liegen, hat der Springer-Autor Patrick Link in dem neuen Buch zum "Komplexitätsmanagement in Unternehmen" von Klaus-Peter Schoeneberg analysiert. Link stellt im Kapitel "Agile Methoden im Produkt-Lifecycle-Prozess" (Seite 65-92) unter anderem dar, dass in Unternehmen interne Komplexitätstreiber existieren, so zum Beispiel spezifische Angebote für ein spezielles Kundensegment. Sie bedingen eine hohe Produktvielfalt und externe Faktoren wie verschiedenartige Kundensegmente. Gerade die frühen Phasen des Innovationsprozesses seien "gekennzeichnet durch eine hohe Ungewissheit bezüglich des Problem- und Lösungsraums. In frühen Phasen des Innovationsprozesses empfehlen sich agile Methoden wie Design Thinking, die Kunden- und Nutzerbedürfnisse ins Zentrum stellen und durch ein iteratives Vorgehen die Bedürfnisse und Anforderungen schrittweise ermitteln", sagt Link. Der Innovations-Experte Dr. Lars Schatilow vom Foresight Institute schreibt in einem Gastbeitrag dazu, dass nur nutzerzentrierte Innovationen zu radikalen Innovationen beitragen. Die Industrie steckt aus seiner Sicht auf Grund ihres Silodenkens in der Ablauforganisation aber hier häufig noch in einem mentalen Dilemma. Die wichtigsten Instrumente des Innnovationsmanagements beschreiben Professor Dr. Gerhard Schewe und Dr. Stefan Becker in dem Buch "Innovationen für den Mittelstand".

Neue Ideen möglichst früh steuern

Durch Prototypen sowie Kunden- und Nutzertests können neue Erkenntnisse gewonnen werden, die dann kontrolliert in den Innovationsprozesse von Unternehmen einfließen. Ziel der Steuerung von Innovationsprozessen ist es, Einfachheit zu erlangen, auch softwaregestützt. Als Beispiel blickt Link auf die Automobilbranche: Toyota und andere Autobauer nutzen einen agilen Entwicklungsprozess, den sie als „Set-Based Concurrent Engineering“ bezeichnen. Er setzt auf die Erstellung einer Vielzahl von Prototypen während der gesamten Entwicklungsphase und greift so in einer frühen Form bereits in die Steuerung von Innovationsaktivitäten ein. Dazu Link: Ein solches scheinbar ineffizientes System habe Toyota "zum schnellsten und effizientesten Autohersteller gemacht."

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