Skip to main content
main-content

08.04.2013 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Manager als Wissensunternehmer

Autor:
Eva-Susanne Krah

Manager sind viel mehr als Steuerer und Führungskraft im Unternehmen. Sie sind vor allem Wissensunternehmer, sagt der Buchautor Wolfgang Reiber. Gleich ob im Schulterschluss mit Fachexperten, Teamleitern oder der "Task Force" - Wissensmanager prägen heute in ganz verschiedenen Rollen die Unternehmen als Wissensorganisationen.

Die Rollen von Führungskräften innerhalb der Unternehmensorganisation haben sich nach der Analyse Wolfgang Reibers grundlegend verändert. Heute teilen sich die Aufgaben der Entscheider im Wissens- und Kommunikationsprozess in vier unterschiedliche Aspekte, beschreibt der Autor in seinem Buch "Vom Fachexperten zum Wissensmanager". Danach gibt es im Unterschied zu früher, als sich Führungskräfte und Mitarbeiter ihre jeweiligen Wissensaufgaben teilten, heute Linienmanager, Projektleiter, Fachexperten als hoch qualifizierte Sachbearbeiter und "normale" Mitarbeiter.

Neue Rollenbilder in der Wissensorganisation von Unternehmen

  • Der Linienmanager trägt Verantwortung für alle materiellen wie immateriellen Ergebnisse, insbesondere für die Zielerreichung seiner Einheit sowie allgemein für deren „Fitness“ und Zukunftsfähigkeit. "Entscheidungen zu treffen, steht im Mittelpunkt ihrer Rolle", charakterisiert Reiber das Profil der Linienmanager in Unternehmen.
  • Der Projektleiter führt temporär eine "Quasi-Organisation" und trägt ebenso Verantwortung für die Zielerreichung. Im Unterschied zum Lininemanager besitzt er jedoch meist keine Anweisungsbefugnis.
  • Der Fachexperte gestaltet Entscheidungssituationen konstruktiv mit, treibt Entscheidungs- und Organisationsprozesse proaktiv voran, beeinflusst sie konstruktiv, entscheidet aber nicht selbst. Er trägt jedoch die Verantwortung dafür, dass sein Wissen in die relevanten Entscheidungsstrukturen in Unternehmen und Gremien hineingetragen wird.

Linienmanager als Wissensintegratoren

Diese Aufteilung in verschiedene hierarchische Rollen rund um den Wisssensprozess und die -kommunikation schreibt Wolfgang Reiber vor allem der gestiegenen Komplexität in den Unternehmensorganisationen der letzten Jahre zu. Moderne Organisationsformen verlangten größere Handlungsspielräume für Mitarbeiter, so seine These. Vielleicht die spannendste Rolle kommt darin den (Linien)managern zu. Sie müssten mit " unstrukturierten Situationen umgehen und sie managen können." Voraussetzung dafür sind laut Reiber entsprechende Modelle, Werkzeuge und Erfahrung, sowie eine hohe soziale Kompetenz, um bei den Mitarbeitern Vertrauen zu erzeugen. "Management ist vor diesem Hintergrund zu einer spezifischen und anspruchsvollen Fachdisziplin geworden", weiß Reiber. Ein erfolgreicher Linienmanager ist ein "Wissensintegrator". Er prüft Plausibilitäten und überprüft die Aussagen seiner Experten. Im Vergleich dazu wirken Projektleiter eher mit tiefergehendem Verständnis relevanter Wissensgebiete und vernetzen Fachexperten. Somit agieren sie ebenfalls als Wissensintegratoren in Zusammenarbeit mit den Fachexperten als den Spezialisten im Unternehmen.

Wissensmanagement gemeinsam vorantreiben

Der Blick auf die Spezifika verschiedener Manager-Rollen auf ihren unterschiedlichen hierarchischen Ebenen macht deutlich, dass alle erst im Zusammenwirken optimal für das Unternehmen funktionieren und am Prozess der Wissensbildung im Unternehmen als Integratoren und Vermittler mitwirken. Dann werden sie nach dem Bild von Wolfgang Reiber im besten Sinne zu "Wissensunternehmern". Gerade ihnen, den unternehmerisch handelnden und denkenden Fachexperten, komme dabei nach Ansicht von Wolfgang Reiber eine wachsende Bedeutung in modernen Wissensorganisationen zu.

Lesen Sie auch

Wie in der Wissensgesellschaft gearbeitet wird

Warum Wissen immer wertvoller wird

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2013 | OriginalPaper | Buchkapitel

Leitfragen

Quelle:
Vom Fachexperten zum Wissensunternehmer

Premium Partner

    Bildnachweise