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06.07.2015 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Feelgood Management – Luxus oder Notwendigkeit?

In den Unternehmen knirscht es. Mangelnde Wertschätzung, verkrustete Arbeitsstrukturen, brachliegendes Potential. Die Folgen: Steigende Fluktuation, kaum Nachwuchs, Innovationsstau. Feelgood Management kann die Lösung sein.

„Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass Unternehmen weit mehr von ihren besten Mitarbeitern abhängen als die guten Leute vom Unternehmen“, hat Peter F. Drucker, amerikanischer Managementberater und Vordenker einmal gesagt. Die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarkts zeigt, wie zutreffend dieser Satz ist. Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitskultur enorm. Gleichzeitig vollzieht sich ein Rollentausch im Fachkräftemarkt hin zum Arbeitnehmermarkt. Nachwuchskräfte stellen schon mal im Bewerbungsgespräch die Frage: „Nennen Sie mir drei gute Gründe, warum ich bei ihnen anfangen soll“.

Das löst oft Unverständnis beim Gegenüber aus. Jedoch ist das nur die Spitze der Demographie-Pyramide. In Zukunft müssen sich Unternehmen auf ganz neue Anforderungen der umworbenen Wissensarbeiter mit digitalen Fachkenntnissen vorbereiten, die da lauten könnte: Welche Arbeitskultur bietest du, damit ich mein Wissen und Potential so einbringen kann, das es unsere beiderseitigen Interessen unterstützt?

Feelgood Manager – wieder so ein amerikanischer Hype?

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Der Wohlfühlmanager ist eine urdeutsche Erfindung. Unternehmen setzen immer mehr Feelgood Manager als Kümmerer und Ansprechpartner für besseres Arbeiten und gutes Miteinander ein. Sie sorgen für Austausch und bessere Vernetzung innerhalb von Teams und über Abteilungsgrenzen hinweg. Sie haben feine Antennen für Konflikte, vermitteln, aktivieren Eigeninitiativkräfte in der Belegschaft, kümmern sich um Verbesserungen und heißen neue Mitarbeiter willkommen.

Probleme durch Unzufriedenheit am Arbeitsplatz

Studien belegen: Ein schlechtes Arbeitsklima ist Kündigungsgrund Nummer eins. Jeder siebte deutsche Arbeitnehmer ist wechselwillig. Bis zum Jahr 2018 soll die Fluktuationsrate auf bis zu 15 Prozent anwachsen. Tendenz steigend. Mangelnde Wertschätzung und verkrustete Arbeitsstrukturen führen darüber hinaus zu

  • steigender Fluktuation
  • hoher Krankheitsstand
  • sinkende Produktivität
  • mangelnde Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Werten.
  • Obendrein ist das Risiko hoch ein Image als zweitklassiger Arbeitgeber zu entwickeln.

Mangelnde Wertschätzung kommt Unternehmen teuer zu stehen

Durchschnittlich 145 Prozent eines Mitarbeiter-Jahresgehalts kostet Unternehmen, wenn eine Fachkraft mit ihrem gesamten Wissen geht. Werden auch die indirekten Kosten, wie Einarbeitungsaufwand und Produktivitätsverlust berücksichtigt, liegen die Gesamtkosten einer Nachbesetzung bei 90-200 Prozent des Mitarbeiter-Jahresgehalts Der Verlust von Know-how und langjähriger Erfahrung sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Was gewinnen Unternehmen durch Feelgood Management?

  • engagierte Mitarbeiter
  • mehr Innovation, da mehr selbstbestimmtes Arbeiten möglich ist
  • höhere Mitarbeiterbindung
  • passendere Bewerber, da Mitarbeiter Unternehmen gern weiterempfehlen
  • wachsende Attraktivität als Arbeitgeber
  • Kostenreduktion im Recruiting.

Studien zeigen darüber hinaus, dass Unternehmen mit besonders stark engagierten Mitarbeitern vier bis- fünfmal mehr Umsatzwachstum als Unternehmen mit weniger engagierten Beschäftigten erreichen. Auch das spricht für eine wertschätzende Führung.

Eine Frage des Luxus?

Eine Feelgood-Arbeitskultur ist für Unternehmen eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Denn Mitarbeiter, die mit einem Lächeln zur Arbeit kommen, schöpfen mit Freude ihr Potential aus oder gehen auch gerne mal die „Extrameile“, um ein wichtiges Kundenziel zu erreichen.

Wichtig für erfolgreiches Wohlfühlmanagement ist der Feelgood-Rahmen, der die Unterstützung der Geschäftsführung und das Mandat für den Feelgood Manager einschließt. Als Einstieg ist eine externe Feelgood-Analyse ratsam, die durch eine vertrauliche Mitarbeiterbefragung klärt, was im Unternehmen schon gut läuft und wo „noch Luft nach oben ist“. Gleichwohl liegt in der Fachqualifizierung des Feelgood Managers ein weiterer Erfolgsfaktor.

Zur Person
Monika Kraus-Wildegger ist CEO und Gründerin der Beratung Goodplace, die Unternehmen auf ihrem Weg zum wertschätzenden Arbeitgeber begleitet. Sie ist Wohlfühl-Vordenkerin und Feelgood-Management-Expertin. Sie hat Wirtschaftsinformatik sowie Volkswirtschaft studiert und war in internationalen Projekten und Firmen tätig.

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