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14.05.2014 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Wenn die Balance fehlt

2:30 Min. Lesedauer

Führungskräften gelingt es häufig nicht, Job und Privatleben in Balance zu halten. Das gilt verstärkt für Paare, die gleichzeitig die Karriereleiter hochklettern. Unternehmen können mit den richtigen Maßnahmen diese Problematik jedoch abmildern.

Um als Führungskraft Karriere zu machen, müssen Angestellte oft sehr lange arbeiten. Für viele Manager stellt sich dann die Frage, wie sie die konkurrierenden Anforderungen von Berufs- und Privatleben verbinden können, ohne dass eine der beiden Seiten zu kurz kommt.

24 Prozent der Angestellten hatten sich für das Jahr 2013 als berufliches Ziel gesetzt, eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen. Damit liegt dieses Ziel auf Platz zwei, hinter finanzieller Sicherheit und vor dem Wunsch eine höhere Leistung zu erzielen. Dies ergab eine Umfrage des Business-Netzwerks LinkedIn unter mehr als 7.000 Angestellten.

Eine weitere Studie des Personalberaters Intersearch Executive Consultants unterstreicht die Bedeutung der Work-Life-Balance in Führungskreisen. Danach betonen 87 Prozent der befragten Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter, dass ihnen die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Privatleben wichtig sei. Überraschend ist, dass sich der Wunsch nach Ausgeglichenheit durch alle Generationen zieht.

Weiche Faktoren werden immer wichtiger

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Insgesamt verschieben sich die Prioritäten von Führungskräften hin zu weicheren Faktoren. Das gilt in besonderem Maße für die jüngere Generation. Gehalt und die Karriere allein reichen als Motivation für einen Jobwechsel nicht mehr aus. Für viele ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe und die Unterstützung des Unternehmens, um  Berufs- und sein Privat- oder Familienleben unter einen Hut zu bekommen, genauso wichtig.

Schon 2012 berichtete das Nachrichtenmagazin "Derr Spiegel", dass in Deutschland der Zweifel am hierarchischem Aufstieg im Unternehmen wächst. Nicht nur Berufseinsteiger sondern auch gestandene Führungskräfte suchen demnach nach alternativen Karrierewegen. Die Führungskräfte kennen den Preis für Erfolg genau und würden daher eher auf einen weiteren Karrieresprung auf Kosten des Privatlebens verzichten, als dies früher der Fall war.

Erhöhter Stressfaktor bei Karrierepaaren

Die Probleme, die sich bei der Suche nach der Work-Life-Balance auftun, potenzieren sich noch einmal bei so genannten Karrierepaaren, also Beziehungen, in denen beide Partner eine hohe Berufs- oder Karriereorientierung aufweisen, sagt Springer Autor Richard K. Streich in seinem Beitrag "Life-Balance-Management". Wenn beide Partner in Führungspositionen sind, bleibt aufgrund langer Arbeitszeiten, Dienstreisen etc. kaum Zeit für das Privatleben. Darunter leidet nicht nur die Haushaltsführung, sondern in vielen Fällen auch die Beziehung sowie die Betreuung von Kindern. Höherer Stress für alle Beteiligten ist damit vorprogrammiert.

Der Autor rät Unternehmen deshalb, ihre Führungskräfte zielgerichtet zu unterstützen. Die Möglichkeiten reichen von flexiblen Arbeitszeiten oder Telearbeit, über Kita-Angebote, bis zur Unterstützung durch eigenes Personal. Welche Maßnahmen für Karrierepaare und Unternehmen sinnvoll sind, zeigt die Grafik. Das Geld, dass Unternehmen in solche Maßnahmen investieren, zahlt sich auf jeden Fall aus. Denn die Investitionen in die Entwicklung neuer Führungskräfte ist in jedem Fall teurer.  

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