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27.11.2014 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Wettlauf um die Produktion der Zukunft

Autor:
Andreas Nölting
2:30 Min. Lesedauer

Die Einführung der vernetzten Fabrik (Industrie 4.0) wird enorme Sparpotenziale freisetzen. Bessere Prozesse in der Produktion und Echtzeit-Informationen können die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen radikal verbessern.

Die globale Wirtschaft schwächelt, reihenweise nehmen die Experten ihre Konjunkturprognosen zurück. Die Unternehmen werden von der Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Daten verunsichert. Denn wenn sich die Nachfrage abschwächt, wird sich das in einem geringeren Auftragseingang, niedrigeren Umsätzen und einer sinkenden Rendite widerspiegeln.

Und doch gibt es für Firmen gute Möglichkeiten, sich gegen eine schwächere Konjunktur zu wappnen. So kann etwa durch eine Verbesserung der Prozesse in der Produktion (Industrie 4.0), eine höhere Effizienz erreicht und so die Zeiten bis zur Markteinführung neuer Produkte verkürzt werden. Gerade dieser Trend zur vernetzten Fabrik wird Firmen langfristig helfen, „erhebliche Kosten zu sparen und in kürzeren Zeitabständen neue Produkte auf den Markt zu bringen,“ sagt Roland-Berger-Partner Thomas Rinn in der Studie „Effizienz-Radar 2015“.

Die permanente Optimierung

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Zwar haben zwei Drittel der Firmen im deutschsprachigen Raum der Untersuchung zufolge noch keine konkreten Maßnahmen in Richtung Industrie 4.0 ergriffen. Das Thema Optimierung der Prozesse allerdings steht bei 70 Prozent der befragten Manager weit oben auf der Agenda. „Unternehmen sollten vor allem ihr Produktportfolio aktiv gestalten; permanente Bereinigung, Optimierung und Innovation spielen hier eine wesentliche Rolle,“  meint Conrad Günther vom Internationalen Controller Verein (ICV).

Die Einführung von Produktionsmethoden der Industrie 4.0 über cloud-basierte, cyber-physische Systeme (CPS) kann erhebliche Sparpotenziale freisetzen, meint auch Springer Autor Thomas Bauernhansl in seinem Buch „Industrie 4.0 in Produktion, Automatisierung und Logistik“. Die Steuerung der Produktion per Echtzeit-Informationen spart Kosten, weil etwa Sicherheitsbestände minimiert, die Personalflexibilität oder der Automatisierungsgrad erhöht werden können. Autor Bauernhansl schätzt die Sparpotenziale bei den Bestandskosten auf 30 bis 40 Prozent, den Fertigungskosten auf bis zu 20 Prozent oder den Komplexitätskosten auf bis zu 70 Prozent (Seite 31). 

Schwierige Umsetzung im Unternehmen

Wie aber können Manager in ihrem Unternehmen Prozesse der Industrie 4.0 konkret einführen? Die Schwierigkeit der Umsetzung ist sicherlich ein Grund dafür, dass etliche Unternehmen mit dem als sinnvoll beurteilten Thema so zögerlich umgehen. Bauernhansl rät dazu, den Prozess in kleinere Schritte zu unterteilen und „Use Cases“ – also Anwendungsfälle – zu entwickeln. Hierbei gebe es starke Parallelen mit der Einführung von ganzheitlichen Produktionssystemen.

Fazit: Ob die vierte industrielle Revolution kommen wird, ist nur noch eine rhetorische Frage. Wir befinden uns mitten in einem Paradigmenwechsel, der viele Branchen aufgrund neuer Geschäftsmodelle stark verändern wird, schreibt der Autor. Cyber-physische Systeme bringen den Volkswirtschaften und ihren Unternehmen neue Chancen. „Der Wettlauf um das Produktionssystem der Zukunft hat begonnen,“ analysiert der Springer-Autor.

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