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11.08.2014 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Woran Managerkarrieren scheitern

Autor:
Anja Schüür-Langkau
3 Min. Lesedauer

Manager scheitern immer häufiger an ihrer öffentlichen Wahrnehmung. Daher sollten Führungskräfte ihrer persönlichen Kommunikationsstrategie im Unternehmen und in der Öffentlichkeit größere Aufmerksamkeit schenken.

Die Meldung kam überraschend. Nach nur drei Jahren muss der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch als Vorstandsvorsitzender des Baukonzern Bilfinger gehen. Koch ist an seinen eigenen „zu ehrgeizigen Zielen“ gescheitert“, zitiert die Süddeutsche Zeitung den Aufsichtsratschef Bernhard Walter, der seinerzeit Koch zu Bilfinger geholt hat. Auch Spiegel Online schreibt, dass der Top-Manager wiederholt die mit dem Aufsichtsrat vereinbarten Ziele verfehlte. Doch dies ist nur ein Teil der Geschichte, so das Nachrichtenmagazin. Nach dem Prinzip „Führung per Dekret“ habe er „Entscheidungen in der Manier eines Menschen“ getroffen, „der glaubt, der Last der mühsamen Kompromissfindung befreit zu sein, wie sie in der Politik üblich ist.“

Persönlichkeit und Perception sind wichtiger als Performance

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Die mangelnde Performance ist nicht immer der Hauptgrund für das Scheitern von Managerkarrieren, hat auch eine neue Studie bestätigt. Danach ist heute für eine erfolgreiche Managerkarriere eine positive öffentliche Wahrnehmung wichtiger als die quantitative messbare Leistung. „Noch in den 90er Jahren wurden Managerkarrieren hauptsächlich aufgrund von mangelnder Performance beendet.

"Heute scheitern Manager zu 80 Prozent an Problemen mit der Perzeption ihrer Arbeit und ihrer Persönlichkeit," kommentiert Professor Dr. Torsten Oltmanns, Partner und Global Marketing Director von Roland Berger, das Zwischenfazit der Studie "Perception beats Performance - woran Manager scheitern". Sie wird derzeit von der Roland Berger Strategy Consultants zusammen mit dem Center of Political Economy an der Berliner Quadriga Hochschule durchführt.

Analysiert wurden 40 internationale Managerkarrieren aus unterschiedlichen Branchen zwischen 1990 bis 2014. Die betrachteten Kriterien reichen von den harten Daten wie Aktienkurs, Umsatz- und Gewinnentwicklung über weiche Faktoren wie Führungsstil, Persönlichkeit sowie Affären oder Skandale bis hin zu Beziehungen zur Politik oder anderen Stakeholdern. Zudem untersuchte die Studie die Medienpräsenz der Manager.

Kommunikation als Managementaufgabe

Die Springer-Autoren Egbert Deekeling und Olaf Arndt führen die wachsende Bedeutung des CEOs für die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens und dessen Reputation auf zwei Entwicklungen zurück. Zum einen werde die öffentliche Kommunikation immer stärker personalisiert. Zum anderen wandele sich die "Shareholder-Fixierung" zur einer "Stakeholder-Orientierung". In ihren Beitrag „CEO-Kommunikation: Aufgaben und Strategien für Vorstände und Geschäftsführer" fassen sie die neuen Herausforderungen bei der CEO-Kommunikation folgendermaßen zusammen (Seite 1244):

Warum Kommunikation für Managerkarrieren immer wichtiger wird
  • Politisierung der Rolle des CEO: Unternehmen müssen sich heute nicht mehr nur um Geschäftsergebnisse und Zukunftsperspektiven kümmern, sondern sich im politischen und gesellschaftlichen Kontext behaupten. Debatten um Corporate Governance, Corporate (Social) Responsibility, und Diversity gehören ebenso zu den Aufgaben eines CEO wie die strategische Leitlinie.
  • Wachsende interne Bedeutung: Die Arbeit in Unternehmen verändert sich. Immer mehr Mitarbeiter arbeiten projektbezogen, mit flexiblen Arbeitszeiten und wechselnden Standorten. Diese Entwicklung erfordert erfordern selbständiges Arbeiten und hebelt traditionelle Kontrollinstrumente aus. Der CEO wird als interner Kommunikator immer wichtiger, um Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden und im Rahmen das Employer Branding neue Fach- und Führungskräfte zu gewinnen.
  • Globaliserung: Je internationaler Unternehmen agieren, desto wichtiger wird die Rolle des CEOs. Er hat eine globale Kommunikationsfunktion und steht vor der Aufgabe, ein positives Unternehmensleitbild zu etablieren.
  • Social Media: Auch CEOs kommen heute an einer Präsenz in den sozialen Medien nicht vorbei. Dabei gilt es, diese entsprechender der wachsenden kommunikativen aufgaben nutzbringen einzusetzen.

Vor diesem Hintergrund sollten sich Manager intensiv mit ihrer internen und externen Rolle als Vorbild und Leitfigur des Unternehmens beschäftigen.

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