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06.01.2015 | Management + Führung | Schwerpunkt | Online-Artikel

Wie Sie stressfreier führen

verfasst von: Anja Schüür-Langkau

3:30 Min. Lesedauer

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Weibliche Chefs sind anfälliger für Stress und Depressionen als ihre männlichen Pendants, so das Ergebnis einer neuen Studie. Ein Grund ist, dass Frauen in den oberen Etagen immer noch um Anerkennung kämpfen müssen. Aber die Ratschläge gegen Stress sind für Männer und Frauen die gleichen.

Weibliche Führungskräfte geraten eher in eine Depressionen als Männer in der gleichen Position. Dabei leiden Chefinnen mit disziplinarischer Verantwortung für Mitarbeiter insgesamt stärker unter Stress als ihre männlichen Kollegen. Zumindest behauptet das eine neue Studie aus den USA, für die Daten von etwa 1.500 Frauen um die 40 Jahre und von 1.300 etwa gleichaltrigen Männern aus dem nördlichen US-Bundesstaat Wisconsin ausgewertet wurden. Einem Bericht des “Handelsblatts“ zufolge erklärt die Soziologie-Professorin und Studienleiterin Tetyana Pudrovska von der Universität Texas, die Ergebnisse damit, dass Frauen die Autorität zeigen, negativ beurteilt werden, Männer hingegen nicht.

Frauen haben es in Führungsetagen schwerer

Dass diese Erklärung nicht von der Hand zu weisen ist, lässt sich mit dem täglichen Unternehmensalltag belegen. Frauen müssen nach wie vor mehr kämpfen, um sich durchzusetzen. Zudem stehen sie viel stärker unter Beobachtung. „Da Frauen in den oberen Führungsetagen selten zu finden sind, erlangen sie den Status der Exotinnen und der Abweichlerinnen und sind dadurch gewissermaßen gekennzeichnet“, schreibt die Springer- Autorin Irma Rybnikova in ihrem Beitrag „Führung und Frauen“. Diese erhöhte Sichtbarkeit bringe Frauen in ein Dilemma: „Nicht zu viel Frau sein, um als Führungskraft akzeptiert zu werden, aber auch nicht zu viel „Mann“ zeigen, um als Frau wahrgenommen zu werden (Seite 400). Fehler werden dabei häufig auf das Geschlecht zurückgeführt.

Frauen können unter Stress besser denken als Männer

Das eine solche Situation hohen Stress auslöst, ist also kaum verwunderlich. Doch die Denkleistung von Frauen wird davon weniger beeinträchtigt als die von Männern. Dies fand eine andere Studie des Helmholtz Zentrums München heraus. Die Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen des Stresshormons Kortisol auf die Gedächtnisleistung. Dabei schnitten Männer „in den Gedächtnis-Tests deutlich schlechter ab als Frauen“, so die Doktorandin und Erstautorin der Studie, Hamimatunnisa Johar.

Doch ungeachtet dieser unterschiedlichen Wahrnehmungen von weiblichen und männlichen Führungskräften und der Gefahr, bei zu hohem Stresslevel in eine Depression zu rutschen, sollten Führungskräfte generell stärker ihre eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten hinterfragen. Die meisten Studien beschäftigen sich jedoch primär mit der Gesundheit der Mitarbeiter und identifizieren dabei Führungskräfte als Mitverantwortliche für Leistungsdruck und Stress. Doch eine „gesunde Führung braucht gesunde Führungskräfte“, ist sich Springer-Autor Ralf Gasche in seinem Beitrag „Achtsam leben, klug entscheiden, mutig handeln!“ (Seite 24) sicher. Dabei rät er Führungskräften, egal ob männlich oder weiblich, generell zu mehr Achtsamkeit. Als Präventionsstrategie rät der Autor zu einer „selbstverantwortlichen Lebensgestaltung nach dem Dreischritt Achtsamkeit – Entscheidungsfreude – mutiges Handeln.“ (Seite 40):

Drei Tipps für stressfreieres Führen

  • Achtsamkeit: Achtsam leben heißt zunächst: Wahrnehmen, was ist. Das bedeutet auch, Warnsignale für Stress und Überforderung zu erkennen, angemessen darauf zu reagieren und Grenzen zu akzeptieren. Wer jeden Tag der Beste ist, der er an diesem Tag sein kann, hat keinen Grund, mit sich zu hadern.
  • Entscheidungsfreude: Klug entscheiden bedeutet: Alle wesentlichen Fragen seiner beruflichen Situation zu durchdenken und bewusst Position zu beziehen, für sich und nach außen. Wer sich dieser Aufgabe stellt, gewinnt Klarheit für sich, Souveränität im Handeln und Profil nach außen. Häufig raubt das „Nicht Handeln“ mehr Energie und Zeit als durchdachte, aber beherzte Entscheidungen.
  • Mutiges Handeln: Mutig handeln bedeutet: Sich seinen Ängsten zu stellen und sie zu besiegen. Unsere „Komfortzone“ ist häufig alles andere als komfortabel, sondern ein Ort fruchtlosen Jammerns und Haderns, ein „gemütliches Elend“. Sich einer Herausforderung in kleinen Schritten zu nähern hilft, ebenso „Quick & Dirty“‐Strategien oder die Überwindung von Denkblockaden nach der Maxime: Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?
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