Skip to main content
main-content

25.02.2013 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Wenn das Misstrauen einem Unternehmen zusetzt

Autor:
Andreas Nölting

Ein miserables Vertrauensklima in einem Unternehmen geht auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit, meint der Autor und Berater Tom Sommerlatte. Fehlendes Vertrauen habe direkte Auswirkungen auf messebare betriebswirtschaftliche Faktoren – etwa bei den Durchlaufzeiten von Geschäftsprozessen und den Transaktionskosten.

Es sind schwere Tage für Anshu Jain, dem Co-Chef der Deutschen Bank. Sein Haus steckt mitten in einer peinlichen Affäre, dem vielleicht größten Bankenskandal der vergangenen Jahre. Es geht um die Manipulation des Libor-Satzes, einem der wichtigsten Zinssätze nach dem sich elementare finanzielle Parameter weltweit orientieren.

Auch Händler seines Hauses sind in den Skandal verwickelt. Schlimmer noch: Jain war einst Chef des Investmentbankings, und die dubiosen Geschäfte fanden genau in diesem Konzernbereich statt. Jain, so scheint es, wird zunehmend in den Skandal verwickelt.

Dabei war der polyglotte Inder angetreten, die Deutsche Bank zu reformieren und ihr ein neues, sympathisches Gesicht zu geben. Jain und sein Vorstandskollege Jürgen Fitschen sollten vor allem das Vertrauen zurückgewinnen, das in  der Bankenkrise und auch unter Vorgänger Josef Ackermann verloren gegangen war. Nun misstraut jeder jedem.

Fehlendes Vertrauen geht auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit

Der Reputationsverlust der Deutschen Bank ist ein Beispiel von vielen Skandalen. Verunsicherung und Misstrauen werden angesichts der Korruptionsfälle, dem Fehlverhalten von Führungskräften und dem immer wieder öffentlich werdenden moralischen Versagen etlicher Chef zu einer Art Dauerzustand, beobachtet der Top-Berater und Autor Tom Sommerlatte – mit negativen Auswirkungen für das Vertrauensklima eines Unternehmens: „ In vielen Unternehmen herrscht ein Vertrauensschwund, der sich in einem Mangel an innovativer Initiative, in einem steigenden Abstimmungsaufwand selbst bei alltäglichen Geschäftsabläufen und in unproduktivem Absicherungsdenken und -verhalten niederschlägt. Wer die Augen vor dieser Situation verschließt, leistet dem Vertrauensschwund weiter Vorschub.“

Ein solch miserables Vertrauensklima in einem Unternehmen geht auf Kosten der Wettbewerbsfähigkeit, schreibt Sommerlatte in seinem Buch „Quintessenz der Vertrauensbildung – Was Sie tun müssen, um das Vertrauensklima für Innovationen und Produktivität zu stärken“. 

Ein positives Vertrauensklima macht innovativer

Ein schlechtes Vertrauensklima hat eben direkte Auswirkungen auf messebare betriebswirtschaftliche Faktoren – etwa bei den Durchlaufzeiten von Geschäftsprozessen und den Transaktionskosten.  Dagegen seien Menschen, denen die Unternehmensführung vertrauen kann und die ihrem Unternehmen ein Mindestmaß an Vertrauen zeigten, die treibende Kraft, die Unternehmen lebendig hielten, meint der Berater.  

Fazit: Unternehmen, in den ein positives Vertrauensklima herrscht, sind laut Sommerlatte innovativer, wettbewerbsfähiger und sie haben die besseren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Will die Deutsche Bank wieder effizienter arbeiten, hat sie offenbar noch einen langen Weg vor sich.

Lesen Sie auch:

Die geheimen Spielregeln eines Unternehmens

Das Geheimnis innovativer Unternehmen

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Premium Partner

    Bildnachweise