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07.08.2014 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Restrukturierung ist eine Daueraufgabe

Autor:
Andreas Nölting

Selbst erfolgreiche Mittelständler können in die Krise geraten. Die Insolvenz kann abgewendet werden, wenn die Manager rechtzeitig handeln und selbstkritisch mit den eigenen sowie strategischen Defiziten umgehen, schreiben die Springer-Autoren Stefan Hohberger und Hellmut Damlachi im "Praxishandbuch Sanierung im Mittelstand".

Keine Frage, der Mittelstand bildet das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Nicht die großen internationalen Konzerne wie Daimler, Siemens, BASF oder Bayer schaffen die meisten Arbeitsplätze oder erwirtschaften den größten Teil des Sozialproduktes, sondern die vielen und meist kleinen mittelständischen Firmen in Familienbesitz. Nach Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung zählen 95,3 Prozent aller deutschen Unternehmen zu dieser elementaren Kategorie.

Nicht mit Erreichtem zufrieden sein

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Natürlich müssen sich die Mittelständler auch dem weltweiten Wettbewerb stellen. Sie sollten innovativ sein, sich ständig weiter entwickeln und ihre Produkte oder Dienste zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten. Sonst kann es eben schnell geschehen, dass traditionelle Firmen und ihre Marken untergehen – wie es etwa dem Fernsehhersteller Loewe oder dem Spielwarenhersteller Märklin passiert ist. Im Umgang mit Krisen und der folgenden Restrukturierung des Geschäftes sind viele Mittelständler eben durchaus noch unerfahren, zeigt die Restrukturierungs-Studie 2014 von Handelsblatt und der Beraterfirma Helbling Business Advisors.

In der Studie wurden 150 Mittelständler zum Umgang mit Unternehmenskrisen befragt. Das Ergebnis ist überraschend selbstkritisch: Immerhin 64 Prozent gaben Managementfehler zu und rund jeder zweite Befragte meinte, sich künftig in Krisensituationen anders verhalten zu wollen. Hierzu setzen viele Mittelständler auf Frühwarnsysteme, regelmäßige Wettbewerbsanalysen, oder Konzepte zur Flexibilisierung der Kapazitäten. „Restrukturierung ist heute eine Daueraufgabe. Sich mit dem Erreichten zufriedenzugeben, ist meist der erste Schritt in die neue Krise,“ analysiert Helbling-Chef Stefan Huber die Umfrageergebnisse.

Fehler selbstkritisch eingestehen

Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass der objektive Eintritt einer Krise oft negiert oder sogar bewusst „verleugnet“ werde, obwohl die Anzeichen unübersehbar seien, schreiben Stefan Hohberger und Hellmut Damlachi im „Praxishandbuch Sanierung im Mittelstand“ (Kapitel 1, Seite 1). So haben Krisenunternehmen erhebliche Defizite in vielen Bereichen (Kapitel 1, S.4):

  • Unternehmen verpassen oftmals die Chance der Sanierung

  • Abwehr und Angst des Managements verhindern rechtzeitiges Handeln

  • Unternehmen haben Defizite in der Kenntnis des Insolvenzrechts

  • Insolvenzen sind oft Konsequenz aus Managementfehlern

  • Externe Faktoren begünstigen oft die Insolvenz

Fazit: Auch florierende Unternehmen sollten alle Strukturen rechtzeitig selbstkritisch analysieren und den Wettbewerb beobachten. Gerade gestandene Mittelständler oder Familienfirmen haben es wohl schwer, neue Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und Fehler einzugestehen. Doch es muss keine Schwäche sein, sondern der erste Schritt in die gelungene Restrukturierung.  

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