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05.04.2013 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Warum gerade Frauen netzwerken sollten

Autor:
Andreas Nölting

Frauen sind auf den Führungsetagen der Konzerne noch immer unterrepräsentiert. Mit den richtigen Kontakten gelingt der Karrieresprung besser. Der Aufbau und die Pflege innerbetrieblicher Netzwerke kann dabei besonders hilfreich sein, meinen die Autorinnen Daniela Rastetter und Doris Cornils.

Die Debatte um einen höheren Frauenanteil in Unternehmen zeigt offenbar Wirkung – wenn auch nur sehr langsam. Nach den jüngsten Zahlen der Organisation „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) stieg der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten der 160 wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland auf 11,1 Prozent (31.03.2013) - ein Zuwachs von überschaubaren 4,6 Prozentpunkten in zwei Jahren.

Auf Vorstandsebene sieht es für die Frauen dagegen eher mau aus. Gerade einmal 5,9 Prozent der Vorstände sind Frauen, im Jahr zuvor waren es knappe 3,4 Prozent. "Der Zuwachs von Frauen in Führungsetagen erfolgt in homöopathischen Dosen. Knapp ein Viertel der Dax-Unternehmen ist in der Führung noch frauenfrei", sagt Monika Schulz-Strelow, die Präsidentin von FidAR. Die politischen Appelle nach einer Frauenquote von mindestens 30 Prozent wie sie in Berlin oder Brüssel laut werden, scheinen offenbar in den Konzernen nur schwer Gehör zu finden.

Networking als Machttaktik

Wie können sich Frauen besser auf den Konzernetagen durchsetzen? Die Autorinnen Daniela Rastetter und Doris Cornils raten in ihrem Beitrag (Networking – aufstiegsfördernde Strategien für Frauen in Führungspositionen) weiblichen Managern zum Aufbau und der Pflege innerbetrieblicher Netzwerke: "Networking ist eine mikropolitische Machttaktik, mit der organisationale Akteure strategisch-planvoll, bewusst oder in der Erwartung von Widerstand versuchen, das Beziehungsnetzwerk, das sie umgibt, zur Verwirklichung eigener Interessen zu gestalten und zu nutzen."

Die Autorinnen unterscheiden die Nutzbarkeit von Netzwerken nach ihrer Dichte (Zahl und Güte von Informationen), der Größe (Gefahr der Unübersichtlichkeit) und der Heterogenität (unterschiedliche Ressourcen werden zusammen gebracht). Die Chancen gut funktionierender Netzwerke bestehen laut Rastetter und Cornils in:

  • Informationen: Bessere Effizienz bezüglich der Versorgung mit Informationen.

  • Solidarität: In Netzwerken entstehen verbindliche soziale Normen, die solidarische Verhaltensweisen begründen.

  • Kontrolle: Das Verhalten der anderen wird vorhersehbarer und damit besser beeinflussbar.

Fazit: Für den Erfolg im Beruf braucht man Kontakte. Die Autorinnen geben praxisnahe Tipps zum Aufbau innerbetrieblicher Netzwerke. In einer männlich geprägten Konzernwelt existieren auch männlich dominierte Netzwerke. Es ist spannend zu analysieren, welche Effekte in einem Unternehmen passieren, wenn zwei unterschiedlich ausgerichtete Netzwerke aufeinanderprallen.

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