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27.02.2014 | Management + Führung | Im Fokus | Online-Artikel

Gerade Hochqualifizierte arbeiten von zu Hause

verfasst von: Andreas Nölting

2 Min. Lesedauer
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Zwar ist der Anteil der Heimarbeiter in Deutschland erstaunlicherweise rückläufig. Doch wer aus dem Home Office arbeitet, der zählt häufig zu den besonders Qualifizierten oder ist selbständig.

Die Wende kommt überraschend. Entgegen des internationalen Trends ist die Heimarbeit in Deutschland rückläufig. Während in 2008 noch 9,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus dem Home Office arbeiteten, waren es in 2012 nur noch 7,8 Prozent – insgesamt immerhin noch 4,7 Millionen Deutsche (inklusive der Selbständigen) und damit ein Niveau wir vor 20 Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Untersuchung von Karl Brenke.

Vor allem selbständige Unternehmer arbeiten von zu Hause. Unter den Solo-Selbstständigen sind es sogar mehr als die Hälfte. Wer aus dem eigenen Heim schafft, der ist in der Regel, so das DIW, hoch qualifiziert: „Besonders häufig werden Tätigkeiten mit hohen Qualitätsanforderungen zu Hause erledigt, fast 60 Prozent der überwiegend von zu Hause Erwerbstätigen haben einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss.“

Skandinavien ist weit voraus

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Erstaunlich ist, dass Deutschland mit dem Rückgang der Heimarbeit in Europa eine Ausnahme bildet.  In nahezu allen anderen Ländern nimmt der Anteil der Hausarbeit weiter zu. Besonders stark verbreitet ist die Heimarbeit in den skandinavischen Staaten, Frankreich, Großbritannien, Schweiz oder Österreich. Eine stimmige Erklärung für die gegenläufige Entwicklung in Deutschland findet DIW-Analyst Brenke nicht: „Anhand der verfügbaren Daten bleibt die Ursache unklar.“

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände erklärt das Ergebnis mit flexiblen Arbeitszeiten und Zeitkonten, die es Mitarbeitern besser ermöglichen, persönlich Belange zu berücksichtigen.  Und das Institut der Deutschen Wirtschaft macht die „Präsenzkultur der Industriegesellschaft“ verantwortlich.

Der Kern der Wissensgesellschaft

Springer-Autor Michael Wieden hat die Industriegesellschaft gedanklich längst verlassen und bringt den Begriff „Liquid Work“ in die Diskussion. Der klassische Arbeitsplatz ist vom Mitarbeiter entkoppelt, die klassische Arbeit verschwimmt mit dem Privaten. Die Arbeitnehmer koordinieren und planen die Übergänge, sie werden mit zunehmender Arbeit sich selbst überlassen. Der Arbeitgeber sorgt dann nur noch dafür, dass die Mitarbeiter die richtigen Werkzeuge zur Verfügung haben.

Fazit: Die Arbeit von zu Hause oder das mobile Büro sind Kern der Wissensgesellschaft, auf die wir uns zubewegen. Und das ist gut so, denn viele Studien zeigen, dass die Arbeit von zu Hause viel produktiver ist als aus dem Büro.

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