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19.10.2015 | Management + Führung | Im Fokus | Onlineartikel

Woran Konfliktmanagement in Unternehmen scheitert

Manche Konflikte stören den Unternehmensbetrieb derart, dass eine Zusammenarbeit unmöglich wird. Wie interne Krisenherde durch Mediation befriedet werden können, beschreibt Springer-Autorin Marianne Koschany-Rohbeck in einem Gastbeitrag.

Konfliktmanagement in Unternehmen scheitert häufig, weil die Konfliktbeteiligten die in der Kindheit erlernten und somit intuitiven Konflikt- bzw. Verhandlungsstile anwenden: Vermeiden, Flucht oder gegenseitige Blockade. Auch die Durchsetzung der eigenen Positionen mit dem Ziel, dass der andere nachgibt, erschwert die Konfliktlösung. Oftmals lassen sich die streitenden Parteien bestenfalls auf einen suboptimalen Kompromiss ein, um in Zukunft noch miteinander arbeiten zu können oder um bei zwischenbetrieblichen Konflikten eine wichtige Geschäftsbeziehung zu erhalten. Der Nachteil: Negative Emotionen bleiben zurück, weil niemand als Verlierer oder mit einem faulen Kompromiss aus dem Konflikt hervorgehen möchte. Der Konflikt ist nur oberflächlich gelöst.

Mediation packt Konflikte an der Wurzel

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Die Mediation als Verhandlungstechnik konzentriert sich hingegen auf die tieferliegenden Interessen oder Erwartungen der Betroffenen, um gewinnbringende Lösungen für alle Beteiligten zu finden. Jeder, der die positiven Wirkungen von Mediation selbst erlebt hat, begreift Konflikte nicht mehr als negative emotionale Belastung. Er wird Mediation vielmehr als kreativen Prozess wahrnehmen, in dem ein gemeinsames Problem zum Vorteil aller gelöst werden kann. Daher wird sich Mediation als Verhandlungsmethode beziehungsweise Handlungskompetenz für Führungskräfte zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur entwickeln müssen.

Vorteile der Wirtschaftsmediation im Unternehmen

Die Gründe, warum Führungskräfte Mediationskompetenz benötigen, liegen auf der Hand:

  • Im zwischenbetrieblichen Bereich trägt Mediation dazu bei, wichtige externe Kunden, Geschäftspartner oder Kooperationspartner zu binden und die Zusammenarbeit zu definieren. Werden Konflikte ohne Rechtsstreit und mittels Mediation gelöst, können durchschnittlich 75 Prozent der sonst üblichen Rechtsverfolgungskosten eingespart werden.
  • Im innerbetrieblichen Kontext wirkt sich Mediation positiv auf die Produktivität und Effizienz des Unternehmens aus. Fast jede zweite Krankschreibung in Deutschland hat ihre Ursache in steigenden psychischen Belastungen.Ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz können hierfür die Ursache sein. Mediation hilft Konflikte einvernehmlich zu lösen, Mitarbeiter wieder neu zu motivieren und die damit verbundenen psychischen Belastungen nachhaltig abzubauen und die Mitarbeiterfehltage im Jahr zu reduzieren.
  • Mediation reduziert somit die sehr hohen Konfliktkosten, die selbst in mittelständischen Unternehmen schnell im sechsstelligen Bereich liegen, so eine Studie der Unternehmensberatung KMPG.

Wie kann man Wirtschaftsmediation etablieren?

Unternehmen, die Mediation als Konfliktlösungsstrategie erprobt haben, sollten diese Methode nicht nur bei hocheskalierten Konflikten einzusetzen, sondern frühzeitig bei Meinungsverschiedenheiten als Problemlösungsmethode anwenden. Nur so können sich Mitarbeiter schnell wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren. Es ist zudem empfehlenswert, die Konfliktmanagementstrategie im Unternehmensleitbild und in die Führungsgrundsätze aufnehmen, um sie in der Unternehmenskultur zu verankern.

Ob externe oder interne Mediatoren Konflikte mediieren, hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen und Bedürfnissen des Unternehmens ab. Externe Mediatoren können bei Bedarf flexibel angefordert werden. In größeren Konzernen bieten interne Konfliktmanagement-Systeme allerdings Vorteile.

Besonders wichtig: Es ist sinnvoll, möglichst vielen Mitarbeitern und Führungskräften in Trainings die Handlungskompetenzen eines Mediators zu vermitteln (Management by Mediation), sodass sie in der Lage sind, Konflikte auf niedrigem Eskalationsniveau selbst durch mediationsbasiertes kooperatives Verhandeln zu lösen. Denn nur wer die Funktionsweise der neuen Verhandlungsmethode überhaupt kennt, kann sich bewusst für diese neue konstruktive Art der Konfliktlösung entscheiden.

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