Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Michael John untersucht das ausbalancierte Verhältnis von Vertrauen und Kontrolle zur Sicherstellung von Kooperationserfolg und Kooperationszufriedenheit in interdisziplinären Forschungsverbünden. Er zeigt, dass Vertrauen einen zweifachen Sonderstatus innehat, da es einerseits den positiven Effekt von Kontrolle auf Nachhaltigkeit verstärkt (Augmentation) und andererseits den Kontrolleffekt teilweise auch zu vermitteln hilft (Mediation). Als dritter Erfolgsfaktor wird Reputation (Kompetenz & Benevolenz) herausgearbeitet. Mit Stars, Fighters, Good Buddies und Predators wird zudem eine sozialkapitalfundierte individuelle Kooperationstypologie interdisziplinärer Verbundforschung clusteranalytisch bestätigt und ausführlich beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Akademische Forschung funktioniert zunehmend als kooperative Arbeit unterschiedlicher Disziplinen (vgl. z. B. Adler & Stewart, 2010, S. 252; Häussler & Sauermann, 2013, S. 689; König et al., 2013, S. 261 iVm 262; Laudel, 2001, S. 767). Forschungsverbünde gelten als „new kind of research formation” (Chompalov & Shrum, 1999, S. 338), Projektförmigkeit als „Normalmodell der Forschung“ (Torka, 2006, S. 79; vgl. auch z. B. Böhm, 2006, S. 11; Gibbons et al., 1994, S. VII, 3). Lange Förderdauern von staatlicher Seite ermöglichen prinzipiell langfristige Kooperationen wissenschaftlicher Akteure in Forschungsverbünden (vgl. z. B. Laudel, 1999, S. 196, 216; Lee, 2015, S. 59).
Michael John

Kapitel 2. Kooperation in interdisziplinärer Forschung

Forschung als System der Wissenserzeugung ist einerseits gekennzeichnet durch die Independenz der wissenschaftlichen Akteure und Gruppen, andererseits aber auch gleichzeitig durch deren Interdependenz, was die gemeinsame Kooperation notwendig macht. Fokus dieser Arbeit ist die wissenschaftliche Forschungskooperation im Verbund und die Sicherstellung deren Nachhaltigkeit.
Michael John

Kapitel 3. Institutionelle Bedingungen nachhaltiger Forschungskooperation

Das für die vorliegende Untersuchung verwandte Modell bedient sich verschiedener Theorien und Konzepte zur Ableitung der zu prüfenden Hypothesen. Nachhaltigkeit wird hierbei als Prozess beschrieben und als Kooperationserfolg und Kooperationszufriedenheit operationalisiert. Untersuchungsobjekt sind die einzelnen wissenschaftlichen Akteure (methodologischer Individualismus).
Michael John

Kapitel 4. Akteure interdisziplinärer wissenschaftlicher Verbundarbeit

Wissenschaftler eines interdisziplinären Forschungsverbunds haben häufig unterschiedliche Funktionen wie Initiator, Teilprojektleiter, Mitarbeiter oder Sprecher innerhalb des Verbundes inne (vgl. Defila, Di Giulio & Scheuermann, 2008, S. 91–92; Laudel, 1999, S. 28; Vinck, 2010, S. 58–59; von Blanckenburg et al., 2005, S. 20–22; Znaniecki, 1940, S. 21, 91–163). Entsprechend gab es auch immer wieder Versuche, diese Rollen wissenschaftlich zu typologisieren. Eine zweite wesentliche Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist neben der Analyse des institutionentheoretischen Hypothesenmodells (Abbildung 3) die quantitative Exploration wissenschaftlicher Kooperationstypen.
Michael John

Kapitel 5. Methodik

Zur Überprüfung des institutionentheoretischen Hypothesenmodells (Abbildung 3) und zur quantitativen Exploration möglicher unterschiedlicher Akteurstypen interdisziplinärer wissenschaftlicher Verbundarbeit (Abbildung 4) wurden insgesamt 305 öffentliche interdisziplinäre Forschungsverbünde aus dem Bereich der Medizin kriterienbasiert ausgewählt und von März bis August 2013 online befragt. Der nach Datenerhebung und Datenbereinigung realisierte Datensatz besteht aus 364 einzelnen befragten Akteuren aus insgesamt 100 verschiedenen Forschungsverbünden. Die Stichprobenbeschreibung dient dem Aufzeigen der Vergleichbarkeit der Verbünde und wissenschaftlichen Akteure und soll letztlich die Integration der Daten in einen Gesamtdatensatz legitimieren.
Michael John

Kapitel 6. Ergebnisse

Die Korrelationen der Modellvariablen sind nicht nur als vorbereitende Analyse für die folgenden multiplen Regressionen zu verstehen, denn sie liefern bereits erste Indizien für die Gültigkeit der formulierten Hypothesen (Kapitel 3). Neben den Interkorrelationen sind in Tabelle 2 auch die Item- beziehungsweise Skalenmittelwerte und entsprechenden Standardabweichungen abgebildet.
Michael John

Kapitel 7. Diskussion der Ergebnisse

Die Zielsetzungen der vorliegenden Untersuchung waren die Erweiterung der empirisch- quantitativen Forschung um Erkenntnisse zum erfolgswirksamen Verhältnis von Vertrauen und Kontrolle für die Nachhaltigkeit interdisziplinärer Forschungsverbünde, die Erweiterung der Vertrauensforschung um eine notwendige Differenzierung von Vertrauen in der Rolle als Prinzipal und in der Rolle als Agent, die empirische Untersuchung des Effekts verschiedener institutioneller Anreize und Motivatoren für den Aufbau von Vertrauen sowie die Analyse der Bedeutung von Vertrauen als intervenierende Größe zwischen den institutionellen Antezedenzen und der Nachhaltigkeit interdisziplinärer Verbundforschung in Form von Kooperationserfolg und Kooperationszufriedenheit als den beiden Zielgrößen. Durch die zusätzliche Untersuchung des moderierenden Einflusses von Interdisziplinarität sollen die Ergebnisse zudem einen wichtigen Beitrag für eine systematische Theorie interdisziplinärer Forschung leisten. Als zweite Moderatorgröße wurde darüber hinaus der Einfluss der subjektiven Erwartung zukünftiger Kooperation statistisch überprüft.
Michael John

Kapitel 8. Fazit

Orientiert an den Empfehlungen von Bortz und Döring sollen im abschließenden Fazit zunächst die Ergebnisse vor dem Hintergrund der bisherigen Forschungsdefizite und der Zielsetzungen der vorliegenden Arbeit zusammenfassend aufgezeigt werden (vgl. Bortz & Döring, 2009, S. 89; auch Martins, 2010, S. 211). Der institutionenökonomische Fokus wurde gezielt um die Perspektive der Sozialkapitaltheorie erweitert. Jedoch wurde nicht die sozialwissenschaftlich typische Makroperspektive zur Erklärung der Nachhaltigkeit interdisziplinärer Forschungsverbünde verwandt, sondern stattdessen mit dem methodologischen Individualismus bewusst die Individualperspektive wissenschaftlicher Akteure fokussiert.
Michael John

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

    Bildnachweise