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Über dieses Buch

Dieses Buch identifiziert eine überraschende Quelle für ein zukunftsfähiges Management: Die Liebe. – Nicht die romantische Liebe, sondern die Liebe als thematische Klammer für Qualitäten, ohne die Führungskräfte nicht auskommen werden: emotionaler Reichtum, Akzeptanz für die Grenzen der Kontrollierbarkeit, Umgang mit Komplexität und Nachhaltigkeit, Verbundenheit, Sinn-Erfahrung, innere Sicherheit. Das Buch vermittelt konkrete Denk- und Handlungsimpulse in einer Zeit, in der das Wirtschaftssystem als Ganzes und die Art, Unternehmen zu führen, auf dem Prüfstand stehen. Es stellt eine logische Verbindung her zwischen aktuellen Managementfragen und einer humanistischen Sichtweise.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Ground Swell

Die besten Surfwellen entstehen durch einen Ground Swell. Dabei wird das Meer durch starke Winde oder Stürme weit draußen auf dem Meer aufgewühlt, bis in tiefere Schichten oder sogar bis auf den Grund, während ein Wind Swell das Wasser nur oberflächlich bewegt und viel weniger Kraft hat. Der Autor postuliert, dass wir heute im Bereich der Unternehmensführung und im Bereich von Leadership einen Ground Swell erleben: An allen Ecken und Enden treten Menschen an, um Führungs- und Geschäftsmodelle zu propagieren, die nachhaltig, menschengerecht und im weitesten Sinne „gut“ sind. Höchste Zeit also, dass neue Qualitäten Einzug halten im Bereich von Unternehmensführung und Leadership. Die These lautet, dass diese Qualität letztlich der Liebe entspringt.
Tibor Koromzay

2. Liebe als Ausdruck dafür, etwas vom Grunde seines Herzens zu tun

Etwas mit Liebe zu tun, bedeutet nichts anderes, als etwas mit tiefster Hingabe und Leidenschaft zu tun, weil man vom Wert dieser Tätigkeit überzeugt ist. Dies wiederum ist der Grund, weshalb in Unternehmen Visionen formuliert werden – in der Hoffnung, dass sich die Mitarbeitenden mit Hingabe und Leidenschaft diesen Visionen verschreiben. Allzu oft entfaltet eine Unternehmensvision jedoch keinerlei Kraft oder ruft intern sogar zynische Reaktionen hervor, weil sie im Alltag kaum eine Rolle spielt und weil sie mit den persönlichen Visionen der Mitarbeitenden nicht verbunden ist. Der Autor plädiert dafür, Mitarbeitende dazu zu animieren, sich mit ihrer persönlichen Vision zu beschäftigen. Nur das wird ermöglichen, lebendige Verbindungen zur Unternehmensvision zu knüpfen und echtes emotionales Commitment hervorzubringen, und Führungskräfte werden es leichter haben, eine Vision zu vermitteln und vital zu halten.
Tibor Koromzay

3. Liebe als notwendiges Gegenstück zu Macht: „Power and Love“

Macht und Liebe sind ein Paar, das sich ausbalanciert. In der Wirtschaftswelt ist jedoch Macht die bei weitem dominierende Dimension. Wenn es gelingt, durch die Qualität der Liebe eine Ausgewogenheit zwischen diesen Polen herzustellen, so dass sie sich gegenseitig befruchten können, ergeben sich eine Reihe von Vorteilen, die sich positiv für ein Unternehmen auswirken: Echte Wertschätzung kann gelebt werden; es entstehen Kommunikationsstile, die Bezogenheit und Vertrauen fördern; die Macht von Vorgesetzten wird eher als legitimiert wahrgenommen; Entschlossenheit ohne Aggression wird möglich; die Authentizität in der persönlichen Wirkung von Führungskräften steigt. Der Schlüsselfaktor, um diese Integration von Macht und Liebe auf der individuellen Ebene als Führungskraft leisten zu können, ist Persönlichkeitsentwicklung. Diese kann auf verschiedenen Wegen gefördert werden, nicht zuletzt durch ein reich gelebtes Leben.
Tibor Koromzay

4. Liebe als Sinn-Erfahrung

Die Verwandtschaft zwischen der Erfahrung von Liebe und der Erfahrung von Sinn wird aufgezeigt. Sinn wird als zentrale Dimension für eine erfolgreiche Unternehmensführung postuliert, unter anderem unter Bezugnahme auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Die Sinn-Dimension ermöglicht es, bei der Analyse von Resultaten auf die Dimensionen von Prozess und Funktion zu fokussieren, die weit ergiebiger sind als kausale Erklärungsmodelle und so die Lernfähigkeit der Organisation entscheidend fördern. Sinnempfinden schlägt sich direkt auf die Arbeitszufriedenheit, auf die Identifikation mit dem Unternehmen und auf die psychische Gesundheit nieder. Das Potenzial dieser Dimension wird heute insgesamt sträflich vernachlässigt. Dass sich Unternehmen dies künftig nicht mehr leisten können, macht die Generation Y klarer als je zuvor, denn sie nimmt sich heraus, andernfalls ihre Konsequenzen zu ziehen.
Tibor Koromzay

5. Liebe als Kontrapunkt zur Ratio

Der Autor plädiert für die Integration von Emotionalität in Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse. Da emotionale Prozesse erwiesenermaßen starken Einfluss auf Entscheidungen haben, ist es hoch riskant, sie unter dem Etikett einer Pseudo-Rationalität auszublenden, denn sie werden sich selbstständig machen und zu Verzerrungen in der Urteilsfähigkeit führen. Stattdessen wird Führungskräften empfohlen, sich individuell mit der eigenen Emotionalität bewusst auseinanderzusetzen, um diese Risiken zu minimieren und Zugang zu den reichen intuitiven Informationen zu erhalten, die im „Bauchgefühl“ gespeichert sind. In einer Umgebung, die durch Komplexität und Volatilität geprägt ist, kommt das rationale System an seine Grenzen. Komplexitätshandhabung wird nur unter Einbezug von analogen und intuitiven Informationen möglich sein, und die Auseinandersetzung mit Themen wie Corporate Social Responsibility ist nur unter Einbezug von emotionalen Dimensionen möglich.
Tibor Koromzay

6. Liebe als Symbol für das Unplanbare

Die Liebe lehrt einen, dass wichtige Dinge oft nicht planbar sind. Diese Lektion ins Geschäftsleben zu transferieren hat einen hohen Wert, denn es ebnet den Weg zur Gelassenheit gegenüber Unkontrollierbarem. Dies ist ein entscheidender Baustein für die Fähigkeit, eine wahrhaft systemische Sicht zu verinnerlichen. Die Hindernisse, die dem im Weg stehen, sind selten intellektueller Natur. Sie sind vielmehr emotionaler Natur, denn die Implikationen der Systemtheorie sind potenziell angsteinflößend. Um sie aushalten zu können, Bedarf es einer entsprechenden inneren Sicherheit und Gelassenheit. Als Lohn winkt ein gekonnter Umgang mit dem, was heute mit dem Kürzel VUKA beschrieben wird (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität, Ambiguität), und die Möglichkeit, Managementsysteme zu kreieren, die komplexitäts- und damit zukunftstauglich sind.
Tibor Koromzay

7. Liebe als Sinnbild für Wertschätzung und Mitgefühl

Dass Wertschätzung wichtig ist, erscheint als alter Hut. Von Mitgefühl wird schon weit weniger im Business-Kontext gesprochen. Dabei wirken sich diese Faktoren abgesehen von der Gesundheit der Mitarbeitenden auch stark auf die Effizienz in Leitungsgremien aus: Sie öffnen die Türe, um emotionale Komponenten angemessen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und so zu besseren Entscheidungen zu gelangen. Allzu oft wird dies durch die Professionskultur von Managern verhindert, die stark von Idealen der Stärke, Härte und Rationalität geprägt ist. Gerade der Einbezug von Mitgefühl erleichtert es aber – entgegen den landläufigen Befürchtungen –, harte Entscheidungen, die manchmal nötig sind, mit größerer Sicherheit zu fällen und mit größerer Authentizität zu vermitteln, so dass die Chancen steigen, sich die Loyalität von Mitarbeitenden auch in harten Zeiten zu erhalten.
Tibor Koromzay

8. Liebe als eine Qualität der Weisheit

Volatilität und Komplexität nehmen zu, die Macht von bisher wenig mächtigen Anspruchsgruppen wächst aufgrund der Kommunikationsmacht von sozialen Medien, die Regulierungsdichte steigt, und Mitarbeitende werden immer anspruchsvoller. In diesem Umfeld sind zunehmend Qualitäten gefragt, für die die Weisheit eine thematische Klammer bereithält. Es werden verschiedene Dimensionen von weisen Entscheidungen aufgezeigt: Ausgewogenheit, inhaltliche Tiefe, Weitsicht, Integrität, Güte, Mitgefühl, Demut. Diese Dimensionen können dazu beitragen, zu einer Entscheidungsqualität zu gelangen, die der Verantwortung von Unternehmensführern – und Politikern – angemessen ist, mit der entsprechenden Souveränität gegenüber den vielfältigen Anspruchsgruppen. Unternehmen, die das hinbekommen, werden in Zukunft die besten Mitarbeitenden anziehen.
Tibor Koromzay

9. Liebe als eine Qualität der Verbundenheit

Verbundenheit ist eine der Kernqualitäten, die es zu entwickeln gilt. Interessanterweise ist sie eine Kernqualität sowohl für die Pflege und Erhaltung von psychischer Gesundheit wie auch für die Entwicklung einer integrierten systemischen Sichtweise. In beiden Feldern hat Verbundenheit äußerst wünschenswerte Wirkungen und trägt im Business-Kontext zu hohen Leistungen auf allen Ebenen bei: Mitarbeitende mit einer stabilen psychischen Gesundheit werden eine erhöhte Empathie an den Tag legen, was wiederum zu einer produktiven und kreativen Diskussionskultur beiträgt. Eine integrierte systemische Sichtweise wird Führungskräfte dazu befähigen, qualitativ hoch stehende Arbeit bei der Navigation durch weitgehend unbekannte, weil komplexe Landschaften zu leisten. All dies führt letztlich zu einer starken Position in Markt und Gesellschaft und damit auch zu einer erhöhten Attraktivität für Arbeitnehmer.
Tibor Koromzay

10. Liebe und die totale Akzeptanz

Die Auseinandersetzung mit der Liebe führt auf sehr direktem Wege zur Akzeptanz. Auf einer individuellen Ebene eröffnet sich dabei ein Grundbaustein für eine gefestigte Persönlichkeit: die Selbstakzeptanz. Wenn Sie sich selbst akzeptieren, werden Sie weniger destruktive Selbstkritik üben, was es erleichtern wird, sich in intensive Diskussionen zu begeben, ohne sich von externer Kritik rasch bedroht oder angegriffen zu fühlen. So steigt die Produktivität in der Zusammenarbeit. Akzeptanz gegenüber Dingen, die Sie nicht kontrollieren oder gezielt beeinflussen können, wird Ihnen helfen, weniger aussichtslose Kämpfe zu führen. Es öffnet die Türe zur Kooperation, die wiederum die Effizienz in der Zusammenarbeit fördert, gerade in Leitungsgremien, in denen oft überproportional viele Alphatiere und Machtbewusste vertreten sind. Akzeptanz und Gestaltungswille sind dabei keine Widersprüche.
Tibor Koromzay

11. Liebe als notwendige seelische Nahrung

Liebe ist letztlich das Fundament, auf dem ein gesunder Selbstwert steht. Und der ist wichtig für Führungskräfte: Wenn er fehlt, besteht eine erhöhte Gefahr, dass sie von „Ersatzstoffen“ wie Geld, Macht, Bewunderung usw. abhängig werden. Daraus entsteht die gleiche Dynamik wie generell bei Suchtverhalten mit allen damit verbundenen Risiken für das Unternehmen. Ein gesunder Selbstwert führt zu einer robusten persönlichen Integrität, die angesichts der Machtfülle von Führungskräften in hohem Maße gefragt ist. Ein hoher Selbstwert versetzt Sie außerdem in die Lage, mit anderen Menschen einen nährenden, fördernden Umgang zu pflegen – was Sie selber haben, können Sie anderen geben, und das wird zu Ihrer Akzeptanz als Vorgesetzte oder Vorgesetzter ungemein beitragen. Emotionaler Reichtum ist für Führungskräfte pures Kapital – und eine Bereicherung des Lebens.
Tibor Koromzay

12. Liebe als Motor der Persönlichkeitsentwicklung

Persönlichkeitsentwicklung ist für Führungskräfte ein entscheidender Faktor, um langfristig erfolgreich sein zu können. Daher gilt es, die eigene biographische Prägung zu kennen, und die hat wesentlich mit der eigenen Geschichte der Liebe zu tun. Sie zu kennen erlaubt es, Intuition zu nutzen, ohne sich von ihr täuschen zu lassen. Um angemessen mit Komplexität umgehen zu können, ist es notwendig, in der eigenen Entwicklung zu einer Perspektive zu gelangen, die nicht mehr davon ausgeht, dass es „die Wahrheit“ gibt. Cook-Greuter (2013) bezeichnet diese Perspektiven als „postkonventionell“. Die Grundprinzipien der Persönlichkeitsentwicklung lauten „Öffne die Augen“ und „Geh aus dem Weg“. Humanistisch geprägte Methoden haben hier eine besonders hohe Wirksamkeit, letztlich ist aber ein liebevolles Gegenüber am wichtigsten, um Ihre Grenzen in einem sicheren Raum ausloten zu können. Resilienz und Integrität werden dann gestärkt werden.
Tibor Koromzay

13. Synthese: Leadership für die Zukunft

Die beschriebenen Themen und Aspekte aus den vorigen Kapiteln werden zu einer Gesamtschau dessen zusammengeführt, was Führungskräfte in Zukunft auf der persönlichen Ebene mitbringen müssen, damit sie auf der Ebene von Organisationen und Unternehmen im Rahmen ihrer Funktion erfolgreich sein können. Die Kategorien von Umsicht und Integrität bilden eine begriffliche Klammer für die dargelegten Einzelaspekte, die letztlich alle einer gemeinsamen Quelle entspringen: der Liebe. Weitere Themen des Kapitels: das Zusammenwirken von systemischen und individuellen Einflussfaktoren, Ansätze, wie die geforderten Qualitäten entwickelt werden können, und Anregungen zu einer anschlussfähigen Verbreitung des vorgestellten Ansatzes, damit Management und die Liebe sich finden können.
Tibor Koromzay

14. Ein kurzes Schlussplädoyer

In der nahen Zukunft werden wir Führungskräfte benötigen, die einerseits in der Lage sind, auf der Basis einer persönlichen Authentizität Kontakt zu anderen Menschen herzustellen und Verantwortung zu übernehmen über die Grenzen ihres Unternehmens hinaus, und die andererseits fähig sind, mit der zunehmenden Komplexität und der abnehmenden Zahl von Ankerpunkten im Unternehmensumfeld umzugehen. Ich habe den Eindruck, dass der Durst nach solchen Qualitäten bei den Mitarbeitenden und Anspruchsgruppen von Unternehmen groß ist und künftig einen Schlüsselfaktor bei der Gewinnung der besten Talente darstellt. Und ich glaube, dass diese Veränderung ein Sturm ist, der das Meer bis auf den Grund aufwühlt – ein wahrer Ground Swell. Ich glaube, Manager, die sich nicht mit der Liebe auseinandergesetzt und sie in ihr Handeln als Leader integriert haben, werden in Zukunft keinen Erfolg haben.
Tibor Koromzay

15. Loose Ends statt eines Nachwortes

Dieses Buch ist nicht dick geworden. Das heißt, jede Führungskraft, die es lesen will, bringt auch die Zeit auf, es zu tun. Damit habe ich eines meiner Ziele bereits erreicht. Ich bin nicht der Einzige, der eine neue Qualität von Leadership fordert. Mit diesem Buch möchte ich diesen vielen Anstößen ein zusätzliches Momentum geben, in der Hoffnung, dass dieses Momentum in der Summe die kritische Größe erreicht, um seine Wirkung zu entfalten.
Tibor Koromzay

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